O-P

Jan Oeltjen

 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

Der Maler Johann Georg Oeltjen wurde am 15.8.1880 in Jaderberg als einer von insgesamt drei Söhnen des Landwirtes Gerd Oeltjen, geboren .Oeltjen besuchte die Realschule in Varel und anschließend in Oldenburg die Oberrealschule. 1900 begann er ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Charlottenburg, musste nach zwei Semestern jedoch feststellen, dass ihm die Malerei mehr lag. Bereits in dieser Zeit malte  und zeichnete er hauptsächlich Akt. Zunächst  war er in dem Atelier des Bildhauers Lewin Funke tätig.  In Berlin besuchte er anschließend die Malschule von Professor Franz Lippisch, der, bevor er Mitbegründer der Sezession war, die Vorbereitungsklasse der Berliner Kunstakademie geleitet hatte.

Bis 1904 blieb Oeltjen dort, dann begab er sich nach München, wo er in den von Hermann Obrist und  dem Freiherrn Wilhelm von Debschitz gegründeten „Lehr - und Versuchsateliers für angewandte und freie Kunst „ arbeitete.

Er war dort dem Jugendstil verpflichtet und betätigte sich neben der Malerei auch mit Kunsthandwerk.

1907 siedelte Oeltjen nach Rom über. Ein Jahr später besuchte er Neapel, Florenz und Lyon.

1909/10 hielt ich Jan Oeltjen in Paris auf. Da Oeltjen über seinen Lehrer Lippisch eine enge Verbindung zu Italien gewonnen hatte, hielt er sich dort auch zeitweise auf. In Rom wohnend heiratete er am 21.6.1909 die Kunstmalerin Johanna Feuereisen( 1873– 1947).

In jenem Jahr beteiligte sich Oeltjen mit drei Arbeiten an der 328. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein, die vom 14.11. –15.12.1909 ausgerichtet wurde. Er war dort mit den Arbeiten Champagne(G), Motive aus Italien( div. A), Motive aus Italien             ( diverse R). vertreten.

 Die Ehe Jan Oeltjens wurde bereits 1910 wieder geschieden.

In Ischia begegnete Oeltjen der Künstlerin Elsa Kasimir (1887 – 1944). Sie war die Tochter des Kunstmalers Alois Kasimir ( 1854 – 1930) und dessen Ehefrau Therese geb. Stary (1854 – 1940). Diese wiederum war die Schwester des bekannten Wiener Grafikers Luigi Kasimir.

1911 heiratete das Paar in Jaderberg, dann reiste er mit seiner Frau nach Österreich, wo es sich in Wien und in der Südsteiermark aufhielt. In Wien lebte  das Ehepaar zwei Jahre und pflegte dort Beziehungen zu namhaften Vertretern des Wiener Expressionismus. Die über Elsa Oeltjen - Kasimir begründete Freundschaft zu Oskar Kokoschka wurde zu einem formenden Erlebnis.

In den Jahren 1913 und 1914 malte das Künstlerpaar in Italien und Südtirol.

Oeltjen beteiligt sich 1913 an der 340. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein. Er war dort mit 5 Arbeiten vertreten (Apfelbaum( G), Ischia (G), Straße mit Fässern(R), Meer(R), Bach (A).

 

Von 1914 bis 1918 war Oeltjen Soldat im 1. Weltkrieg. Er diente beim bayerischen Landw. Infanterieregiment Nr. 2. Er stand mit dem Regiment im Sommer 1915 in den Vogesen.

1916 stellte er in der angesehenen Galerie Cassirer in Berlin aus. 1917 entstand er lithografische Zyklus „ Entlausung I – IV“.

Kurz vor Ende des 1. Weltkrieges entstand der Holzzyklus „Weinlese“.

In den Jahren 1919 bis 1923 arbeitete Oeltjen an verschiedenen Holzschnittzyklen.

1922 stellte Jan Oeltjen erstmals in Oldenburg aus.

1926 malte er ein großformatiges und mit vielen Figuren versehenes Altarbild für die evangelische Kirche in Jade.

Im Jahre 1928 stellte er im Stadtmuseum Oldenburg erneut seine Werke aus.

1930 beteiligte er sich ander Deutschen Kunstausstellung im Münchener Glaspalast mit den Ölgemälden „Eichenwald“ und „Waldrand“.

 

1938 entstanden großformatige Wandgemälde für das oldenburgische Landtagsgebäude.

Seit 1930 hielt sich Oeltjen in der Heimat seiner Frau, in Jugoslawien auf, wo sich beide neben der Kunst  der Bewirtschaftung ihres Weingutes Vareja widmeten. Nachdem Tode seiner Frau und dem vergeblichen Versuch, wieder in die oldenburgische Heimat zurück zu kehren, erwarb Oeltjen die slowenische und damit auch gleichzeitig die jugoslawische Staatsangehörigkeit.

In den folgenden Jahren blieb er in der Bundesrepublik weitgehend künstlerisch unbeachtet.

Intensiven Briefkontakt pflegte Oeltjen zu Gerhard Marcks.

In den Jahren 1955 und 1959 reiste Oeltjen in die Bundesrepublik und besuchte dabei auch Oldenburg. 1961, noch zu seinen Lebzeiten, fand eine größere Ausstellung in Maribor in Jugoslawien statt.

Am 13.2.1968 starb der Maler in Ptuj in Jugoslawien.

 

 

 Quellenangaben:

1.     Oldenburgischer Hauskalender 1931 mit einem Beitrag von Fritz Strahlmann

2.     Oldenburgischer Hauskalender mit einem Beitrag von Krimhild Stöver

3.     OliverGradel – Kunstaustellungen im Oldenburger Kunstverein – herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft

4.     Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg mit einem Beitrag von Jörg MichaelHenneberg , ISBN 3-89442-135-5

5.      Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land -

 

Heinrich Eberhard Oehme

 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

Der Autodidakt Heinrich Eberhard Oehme wurde am 14. November 1795 in Hannover geboren Er war der Großvater des Oldenburger Kaufmanns Friedrich Ritter.

Der talentierte Oehme schuf mehrere Bildnisse, darunter das der Großherzogin Cäcilie in Lebensgröße und das Bildnis von Reinhard Carl Friedrich von Dalwigk zu Lichtenfels (1802-1880). Er war zudem Tier- und Stilllebenmaler. Ein Selbstbildnis, entstanden 1840, befindet sich im Oldenburger Stadtmuseum.

Ohme war ein Freund des Porträtisten und Hannoverschen Hofmalers Friedrich von Kaulbach

(1822-1903), der ihn auch ausgebildet hat.

 

1813 trat Oehme als Freiwilliger ins Feldjäger-Korpse in,1815 trat er als Gefreiter-Korporal in oldenburgische Dienste. 1817 wurde er zum Fähnrich, 1823 zum Leutnant befördert. 1828 wurde er „ behuts Anstellung im Zivil- Staatsdienst verabschiedet“, Bis 1831 war er Amtseinnehmer in Zwischenahn und Burhave.1831 trat er wieder als Oberleutnant ins Heer ein. Am 1. Januar 1833 wurde er zum Hauptmann befördert. 1846 war er wieder Amtseinnehmer in Oldenburg im Zivildienst.

Neun Bildniszeichnungen von ihm wurde im Oldenburger Kunstverein vom  24.7.- 27.4.1904 im Rahmen der Ausstellung zur Feier des 100jährigen Bestehens der Großherzoglichen Gemäldesammlung zu Oldenburg gezeigt.

 

Oehme starb am 29. März 1875 in Oldenburg.

 

 

Quellen:

Der Oldenburgische Hauskalender oder Hausfreund auf das Jahr 1937, S. 44.

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im  Oldenburger Land, S. 266.

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein, 1843 – 1914, S.136.


 

 

August Oetken


 


 




 


 


 


 


 


 

Der Maler Hermann Heinrich August Oetken wurde am 14. 2. 1868 als Sohn des Landmanns Diederich Oetken und dessen Ehefrau Marie Catherine geborene Scheide, in Oldenburg geboren. Beide Eltern stammen aus evangelisch- lutherischen  Oldenburger Kleinbauernfamilien. Lediglich sein Großvate rmütterlicherseits ragt als dynamische durchsetzungsfähige Unternehmerpersönlichkeit heraus, die es vom mittellosen Einwanderer zum Hofbesitzer und später zum Inhaber eines größeren Schuhmacherbetriebes gebracht hatte.

 August besuchte die Realschule in Oldenburg. Nach Beendigung der Schule begann er 1885 eine Lehre als Theater –und Bühnendekorationsmaler in dem Atelier  des Oldenburger Theatermalers Wilhelm Mohrmann (1849 – 1934).

Während seiner Lehrzeit  bei Wilhelm Mohrmann setzte sich August Oetken mit allen Techniken auseinander, die dieser anspruchsvolle Beruf mit sich brachte. Er arbeitete nämlich in einem renommierten Oldenburger Malerbetrieb, der für die Erstellung der Kulissen des Großherzoglich – Oldenburgischen Hoftheaters verantwortlich war und gelegentlich auch andere Theater belieferte. Beim Malen der Theaterkulissen und Bühnenausstattungen erlernte er dadurch das Malen großer Dimensionen und die Monumentalmalerei.

Dieser Umstand prägte seinen weiteren künstlerischen Lebensweg.

Nach Abschluss der Lehre wurde Oetken 1888 von einem namhaften Oldenburger Architektenbüro

angenommen. Nach der Theatermalerei und dem künstlerischen Kulissenhistorismus lernte er nun, an realen Gebäuden in realem Historismus mitzuarbeiten. Sein damaliger Arbeitgeber nahm ihn 1888 auf eine Studienreise mit, die ihn nach Spanien und Frankreich führte.

1890 wechselte August Oetken nach Hannover. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass der damalige Leiter der Oldenburger Kunstgewerbeschule, der Hannoveraner war, ihn erfolgreich nach Hannover vermitteln konnte. So kam es, das Oetken von 1891 bis 1896 in Hannover im Atelier von Professor Hermann Schaper( 1853–1911) arbeiteten konnte.

Von Hannover aus trat er mit seinen beiden ersten bekannten Arbeiten hervor, die sich beide noch auf seine Oldenburger Heimat bezogen.

Dem Leiter der Oldenburger Kunstgewerbeschule verdankte er es offenbar, dass er 1891 als Mit- Illustrator der „ Festschrift des Oldenburgischen Gerwerbe- und Handelsvereins zu dessen fünfzigjährigen Jubiläum“ herangezogen wurde, für die er 20 oldenburgische Veduten in einem stimmungsvollen, spätromantischen Stil als Federzeichnung lieferte. Dieses waren seine ersten veröffentlichten Arbeiten.

Von seinem ehemaligen Arbeitgeber in Oldenburg erhielt er 1894 den Auftrag, auf die leere Ostwand eines der ältesten Häuser der Stadt in der Lange Straße ein über die fast  gesamte Wandhöhe des Hauses reichendes Historien- Freskogemälde zu malen. Das Fresko zeigt den früheren Landesherrn Graf-Anton-Günther(1583 – 1667) zu Pferde.

Das Bild des Grafen wurde in den vergangenen Jahrzehnten durch die Oldenburger Maler Hermann Schomerus und Kurt Sandstede restauriert, wobei es zu Übermalungen vor allem im unteren Bereich des Freskos kam. Das Wandbild in seiner ursprünglichen Form, so wie es August Oetken schuf, ist deshalb nicht mehr vorhanden, wie man bei einem Vergleich alter Postkarten mit dem heutigen Wandbild feststellen kann.

Dennoch gehört das Fresko heute noch zu einen der bekanntesten Stadtbildern Oldenburgs und wird bei Stadtführungen von auswärtigen Touristen gerne besucht.

Professor Schaper, in dessen Atelier Oetken tätig war, gehörte zu einem der führenden Historienmaler des Historismus.

Die Herausgeber des Buches „ Das Melanchtonhaus Bretten“, Stefan Rhein und Gerhard Schwinge schrieben unter anderem dazu:

Oetken wurde von Schaper nicht nur bei Alltagsaufträgen des Ateliers, Kirchenausmalungen - und Restaurierungen, sondern auch bei Kaiseraufträgen, die dieser erhielt, eingesetzt.

Deshalb finden sich die Modelle für die Programmatik nicht tallein des Brettener Christusmosaiks, sondern auch anderer Gestaltungselemente des Melanchthonhauses in Aachen und sogar im heutigen Polen.

Der Dom in Aachen war mit Mosaik auszugestalten. Aachen war seit 1815 politisch und kulturell Herrschaftsgebiet des Königreichs Preußens. Die Ausführung dieses Staatsauftrages hatte Professor Schaper bekommen. Deshalb hatte Oetken die einmalige Gelegenheit, die Mosaikkunst bei Schaper zu erlernen. Die Mosaiken am Melanchthonhaus in Bretten sind Resultat der erlernten Mosaikkunst Oetkens, die er am Aachener Dom anwandte, nachdem er sie erlernt hatte.

1895, in dem Jahr, in dem die Pläne für das Melanchthongedenken geschmiedet wurden, verließ

Oetken das Atelier Schapers und machte sich in Berlin als „Historienmaler“ selbständig. In dem damaligen Einwohnerverzeichnis ließ er sich vorsorglich im Branchenteil eintragen, war jedoch dort in bunter Gesellschaft mit bekannteren Größen als er es war. Die Liste war unendlich lang. Berühmte Künstler wie Anton von Werner(1843-1915) oder Adolph von Menzel(1815-1905) waren die bekanntesten Persönlichkeiten der Region.

Dennoch war Oetken gut gerüstet, wurde er doch von der Firma„ Deutsche Glasmosaik-Anstalt Puhl & Wagner“ in Rixdorf für offizielle monumentale Schmuckaufgaben herangezogen.

Die Firma hatte Kaisermosaiken für den Kaiserdom in Aachen geliefert und war auf diesem Gebiet sehr gefragt.

Zwischen 1895 und dem Beginn seiner Arbeiten im Melanchthonhaus 1897 lebte Oetken von Aufträgen für Kirchenrestaurationen - und Ausmalungen sowie von der Schaffung von Wandgemälden in alten Kirchen.

Die Arbeiten im Melanchthonhaus dauerten bis zum 24.November 1900 als endlich abgerüstet wurde. Es dauerte zwei weitere Jahre, bis das Melanchthonhaus im Jahre 1903 endlich eingeweiht werden konnte. Welches Honorar August Oetken für seine beiden Brettener Mosaiken erhielt, ist nicht bekannt. Was ihm jedoch offenbar nicht bekannt war ist die Tatsache, dass ein kleiner Anteil seiner Entlohnung aus Oldenburg stammte. In den langen Listen der Spender für das Melanchthonhaus, die das „Brettener Wochenblatt“ ab 1896 veröffentlichte, erschienen fünf namhafte Großherzoglich - Oldenburger Theologen. Sie beteiligten sich mehrfach als  Spender, teils als Einsender von Kollekten aus ihren Kirchen.

Der Kontakt zu Hermann Schaper riss in den folgenden Jahren nicht ab. 1897 war wohl der künstlerische Höhepunkt Schapers, als dieser den Auftrag  zur Ausmalung der Marienburg in Westpreußen erhielt und gleich danach auch einen Vertrag ab schloss zur Restaurierung des Aachener Münsters in Anlehnung an die karolingische Zeit und an die Glanzzeit der musivischen Kunst ( Ende des Auszuges).

Zur Bewältigung dieser Aufträge hatte Schaper seinen Mitarbeiterstab ständig erweitert. Karl Bohmann, August Oetken, Heinrich Mittag und der Maler Bürma gehörten ebenso zu Schapers Werkstatt wie der in Brake geborene und in Oldenburg lebende spätere Landschaftsmaler Wilhelm Morisse.

1897/1898 hatte Oetken offensichtlich seinen ersten eigenen Mosaikauftrag bekommen. 1897 hatte der Kaiser eine Reise in die Eifel unternommen und dabei die 1093 gegründete Abtei Maria Lach besucht. Der nackten Abtei spendierte der Kaiser einen Altar, den Oetken mit Mosaikverzierungen und drei Ölgemälden verzieren sollte. Als1899 der „ Kaiseraltar“ feierlich übergeben wurde, erhielt er für seine Arbeit höchste Anerkennung.

Schon 1898 hatte Oetken im Eingangsbereich der St. Maria-Magdalenakirche in Halle ein Krippenbild angebracht.

In jenem Jahr nahm er zudem auf der Großen Berliner Kunstausstellung teil. Von Mai bis September 1899 präsentierte die Deutsche Glasmosaikgesellschaft Puhl & Wagner in der Abteilung Kunstgewerbe: „Kanzeleinlage mit Hirsch, Karton von August Oetken“.

Auch als Buchillustrator trat Oetken in diesem Jahr in Erscheinung Zwei der Farbtafeln des Werkes „ Aufnahmen mittelalterlicher Wand - und Deckenmalereien“ stammten von ihm.

1899 erhielt er den Auftrag zur Mosaikzierung an der Kaiserloge in der Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche in Berlin. Als 1901 die Arbeiten an der Innenausstattung begannen, wirkte Oetken mit Entwürfen für Vorhalle und Kirchenschiff mit.

Im selben Jahr malte er ein Wandbild in der Magdalenenkapelle der Moritzburg.

1900 arbeitete Oetken für die neue jüdische Synagoge in Dortmund, das zu Preußen gehörte mit, indem er Entwürfe für die rein ornamentalen Glasmalereien lieferte.

Ein weiterer Kaiserauftrag ging an Oetken, als Wilhelm II in demselben Jahr dem türkischen Sultan Abdul Hamid II. ein Freundschaftsgeschenk machte, indem er für Istanbul einen zwölf Meter hohen Monumentalbrunnen im maurischen Stil stiftete, welcher sich vor dem Topkapi- Palast befindet. Oetken war  der Mosaikkünstler, der an der Ausstattung des Brunnens beteiligt war.

Neben Aufträgen in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche finden in der Literatur Erwähnung:

Der heutige Grunewaldturm, ebenfalls ein Kaiserdenkmal, indem Oetken das Standbild Wilhelms I. mit einem blauen sternenbesetzten Mosaikhimmel überwölbte, das Kaiserschlossi n Posen, errichtet von Franz Schwechten 1904 – 1910.

Im Luthergeburtshaus in Eisleben erneuerte Oetken 1902 die Ausmalung  auf dekorative Weise in historischem Stil.

Auf Anordnung des Kaisers nahm das Deutsche Reich an der Weltausstellung in St. Louis, Missouri/USA teil. Für die dortige Ausstellung wurden zwei Mosaiken Oetkens aus dem Elisbethzyklus

Der Wartburg-Kemenate ein zweites Mal angefertigt, um sie dort auszustellen. Eines davon zeigte ein Kaiserportrait in Ritterrüstung.

Nach seinen Entwürfen erfolgte 1904 bis 1905 die dekorative Ausmalung der Kirche in Schmiedeberg.

Auch die Gestaltung der Fassade des marinewissenschaftlichen und biologischen „Institutes der Königlichen Biologischen Anstalt“ auf Helgoland.

1902/03 fertigte Oetken im Rahmen des Baues der Erlöserkapelle in Mirbach  Mosaiken an, die die Kapelle zierten.

Oetken arbeitete in den Jahren 1903/04  im Zisterzienser- Nonnenkloster Kloster Heiligengrabe und übernahm die Gestaltung eines großen Kirchenfensters.

1903 wurde im Beisein der Kaiserin Auguste Victoria die Pauluskirche in Halle eingeweiht. Die Glasfenster der Kirche und die Gestaltung des Orgelprospektes stammen von August Oetken.

Von seiner Hand stammen die Ausmalung und die Glasmalereiender drei Chorfenster mit biblischen Motiven der Kirche in Groß Lüben (Prignitz).

Als im Februar 1904 ein Brand in der Türmerwohnung der Stadtkirche Bad Schmiedeberg ausbrach, übernahm Oetken die Restaurationsentwürfe im neoklassizistischen Stil und die anschließenden Ausführungen.

1906 erhielt August Oetken den Professorentitel.

1907  erhielt Oetken einen Lehrstuhl für farbige Dekorationen im Stile der mittelalterlichen Baukunst an der Technischen Hochschule in Charlottenburg, den er bis 1926 versah.

Oetken trat , noch während er in Berlin in der Klopstockstraße 8  wohnhaft war, inden Oldenburger Künstlerbund ein und wurde 1908 in dem ersten  gedruckten Mitgliederverzeichnis des Oldenburger Künstlerbundes , neben Paul Müller-Kaempff, Hugo Duphorn, Emma Ritter, Gerhard Bakenhus und anderen Malern,als Mitglied Nr. 16 gelistet.

Hermann Schaper starb am 11. Juni 1911 in Hannover. Der  aus Bad Zwischenahn stammende  Kirchenmaler Friedrich Schwarting, der ein Schüler Schapers war und gerade in der Apsis der Friedhofskapelle arbeitete, erinnert sich in seinem Tagebuch:

„ Am 11. Juni war es, da stürzte mein Kamerad herein mit der unfassbaren Nachricht: Schaper ist tot!. Obgleich ich mit dieser schlimmsten Nachricht hatte rechnen müssen, war mir doch, als ob mit der Boden unter den Füßen schwand..... Am nächsten Morgen eilte ich mit meinem Kollegen zum Trauerhause , und wir wurden von der Witwe an das Sterbelager geführt...Alle Freunde aus nah und fern eilten nun herbei, darunter namhafte Künstler, die Herren aus Aachen, Puhl und Wagner aus Berlin, auch mein Landsmann Professor Oetken, dem ich mich anschloss, in dem schier endlosen Leichenzug...

Geheimrat Steinbrecht, Marienburg, zögerte nicht, Professor Oetken mit der Fortführung der Arbeiten im Remter zu betrauen, während er uns vorschlug, die weitere Ausschmückung der St. Annenkapelle versuchsweise zu übernehmen....

Während seiner schaffensreichen Zeit in Berlin nahm erweiterhin Aufträge für die Instandsetzung und Ausschmückung von Kirchenräumen ein. Zumindest zeitweise hielt sich in Berlin der Oldenburger Maler Ludwig Fischbeck auf, den Oetken aus seiner Oldenburger Zeit her kannte. Ebenso wie er, war auch Ludwig Fischbeck, der Neffe Wilhelm Mohrmanns, in dessen Werkstatt tätig und führte nun in Berlin unter der Leitung und im Auftrage von August Oetken  Arbeiten aus.

Ein Beleg dafür ist sind die Instandsetzungsarbeiten des Kircheninnenraumes der Stadtpfarrkirche St. Nikolai Richtenberg, an der August Oetken und der Kunstmaler Ludwig Fischbeck als dessen Helfer maßgeblich beteiligt waren. Im lokalen Evangelischen Gemeindeblatt und in der entsprechenden Stralsunder Tageszeitung fanden sich Hinweise zur letzten Farbgebung und zum Inventar der noch gut erhaltenen Kirche, die als dringend instandsetzungswürdig bezeichnet wurde.

Aus einer Beschreibung der Wiederindienstnahme dieser Kirche,die nach mehrmonatigen Instandsetzungsarbeiten am 1. April 1914 erfolgte, geht bezüglich der mittelalterlichen Farbgebung hervor, dass der unter Kaiser Wilhelm tätige Kunstmaler  und Architekt August Oetken- Berlin – dafür verantwortlich gewesen ist und die Untersuchungen und die ergänzende Gestaltung vorgenommen hat. Anlässlich der Wiedereinweihung der Kirche schrieb die Stralsunder Zeitung:

„.. in nicht geahnter Pracht ist unsere alte Kirche,wenigstens im Innern mit ihren Malereien so wiederhergestellt worden, wie es wohl vor Jahrhunderten gewesen ist…

Das Gestühl wurde von den hiesigen Tischlermeistern hergestellt und die Malereien nach den Entwürfen und unter Leitung des bekannten Berliner Kirchenmalers Professor Oetken von seinem Angestellten, dem Kunstmaler Fischbeck – Berlin, ausgeführt.

1913 wurde das Innere der von August Oetkenentworfenen Kapelle des Kaiserschlosses in Posen von ihm nach dem Vorbild der berühmten Capella Palantina in Palermo eingerichtet.

1915/16 nahm Oetken nach vier Jahren die unterbrochenen Malerarbeiten im großen gotischen Saal der Marienburg wieder auf.

Nach der Abdankung des Kaisers Wilhelm II. und der Revolution von 1918 malte Oetken Gefallenengedenktafeln.

1925 arbeitete er noch einmal mit der Firma Puhl & Wagner zusammen, indem er zwei größere Mosaiken anfertigte und damit einen alten Plan von 1905 verwirklichte. Die Arbeiten blieben jedoch nicht in Deutschland, sondern gingen nach St. Louis.

1926 malte Oetken die Petruskirchein Berlin Lichterfeld neu aus. Nach der Machtergreifung Hitlers wurde Oetken für weitere Arbeiten nicht mehr herangezogen.

Nachdem August Oetken 1944 sein Mietshaus am Berliner Tiergarten, dass offenbar seine Alterssicherung sein sollte durch Bomben  verloren hatte, kehrte er nach Oldenburg zurück.

Er malte hier nur noch kleine Landschaftsgemälde und Stillleben, die sich in den Notzeiten eher schlecht verkaufen ließen.

Er lebte  völlig verarmt, wurde aber von seiner Adoptivtochter und seiner Enkelin in Oldenburg rührend umsorgt. Aus seiner frühen Ehe mit Marie geb. Bestvater hatte er eine 1903 geborene Tochter.

 August Oetken starb am 20.5.1951 in Oldenburg. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg.

 

Quellenangaben:

1.     Oldenburger Hauskalender von 1952

2.     2.Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land –

3.     Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg

4.     Pommern – Zeitschrift für Kultur und Geschichte – Heft 2 -.2007, XLV. Jahrgang mit einem Beitrag von Wolfgang Fiedler: Titel des Beitrages: Das Wirken August Oetkens in St. Nikolai Richtenberg – Ein Beispiel zur Bedeutung von Archivalien für den Denkmalschutz – ( S. 33 – 38)

5.     Das Melanchthonhaus Bretten – Ein Beispiel des Reformationsgedankens der Jahrhundertwende ,ISBN 3-929366-63-0, herausgegeben von Stefan Rhein und Gerhard Schwinge

6.     web:http://www.kirche-in-halle.de

7.     web:http//www.altekirchen.de/Archiv/GrossLueben.htm

8.     web:http://www.physiotherapie-hommes.de/Eifelkirchen/Mirbch/Mirbach.htm

9.     web:http://www.evkirche-bad-schmiedeberg.de/Stadtkirche.html

10.  Predigtzum 24. Dezember 2008 Heilig Abend des Pfarrers Lienhard Krüger, GemeindeSt.Maria-Magdalena.

11.  web:http://www.die-prignitz.ei/seite18.htm

12.  web:http://www.mz-web.de

13.  web:http://www.maerkischeallgemeine.de

14.  web:http://www.kirche-grosslueben.de/index­_kirche.html

15.  web:http://www.poznan.pl/mim/public/turystyka/pages.html


   

Günter Duwe  ausTeltow stellte mir seine durchgeführten Recherchen für eine Veröffentlichungauf der Homepage zur Verfügung. Der Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.Eine Verwendung, auch auszugsweise, bedarf der Zustimmung des Verfassers desBeitrages (Günter Duwe).

 

 

WasSt. Louis/MO (USA) und Teltow verbindet

 

Der Künstler Prof. August Oetken war an beiden Orten tätig.

 

Völlig unabhängig von der Person des Künstlers August Oetken, dessen Lebensverhältnisse in der Nachkriegszeit recht eingeschränkt waren, hatte das Erzbistum in St. Louis/Missouri (USA) beschlossen, eine neue, große Kathedrale zu errichten. Der 80 Meter lange Bau unter einer großen Zentralkuppel war 1914 abgeschlossen. Doch der Innenausbau mit Mosaiken verzögerte sich nicht zuletzt wegen des Krieges mit Deutschland. Einzig der von einer New Yorker Firma geschaffene Altar mit einem Baldachin wurde in der Kathedrale unter der Nordkuppel aufgestellt. Dieser Raum ist also das Sanktuarium; denn die Längsachse dieser Kirche verläuft von Nord nach Süd. Man betritt die Kirche durch zwei Türme von Süden.

 

Die Fachleute der USA, vornehmlich die, welche die Weltausstellung 1904 in St. Louis besucht hatten, kannten natürlich die berühmte deutsche Mosaikbaufirma Puhl und Wagner. So kam es 1923 zum Vertrag zwischen dem Erzbistum und der Firma, die zu diesem Zeitpunkt Wagner alleine führte. Schon bald begann der beste Mann, Paul Heuduck, größere Wandbereiche farbig zu mosaizieren, vornehmlich in den Farben Rot und Gold. Die sogenannten Sandwich-Glassteine ( Patent der Firma) hatten ja eine enorme Leuchtkraft.

Für Prof. August Oetken war der Vertrag ein großer Glücksumstand. Er, der erfahrene Mosaike gestaltende Künstler, wird nicht zuletzt wegen seiner langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Mosaikfirma engagiert. Sein Können in der figürlichen Malerei hatte er schon bei den historischen Großgemälden für das Kaiserhaus gezeigt. Jetzt kamen religiöse Themen auf ihn zu. Schon 1924 konnten seine in Mosaik umgesetzten Arbeit - Priesterschaft – im Deckenbereich des Sanktuarium installiert werden. Es folgte dann unmittelbar ein Auftrag dem nächsten. Es waren biblische Themen, die vom Künstler in Absprache mit den Auftraggebern in die Bildsprache umzusetzen waren.

Die Zentralkuppel wurde von großen Bögen getragen. Die ganze Fläche eines jeden Bogens wurde mit bildhaften Darstellungen eines Themas mosaiziert. Dem Bogen auf der linken Seite „ Heiliger Geist“ folgte im Jahresabstand (1926) der auf der gegenüberliegenden Seite „Die Schöpfung“. Danach wechselte er in das Kirchenschiff unter der Südkuppel. Hier wurden die Wandflächen zu den Seiten über insgesamt mindestens 25 Meter Länge figürlich nach seinen Vorlagen mosaiziert.

 

Dagegen erhält der untere Teil der Wände in den Seitenschiffen eine Mosaizierung mit Ornamenten, wie er sie schon für Teltow und andere Kirchen in Brandenburg entworfen hatte.

Dort, wo die Kuppeln in den Ecken mit den Bögen zusammen treffen, entstehen Zwickel. Man nennt sie Pendentive.

Hier in der Kathedrale sind es relativ große Flächen, die im Blickpunkt der Besucher stehen. Von ihnen hat Oetken vier im Sanktuarium und zunächst zwei unter der Zentralkuppel auf der Nordseite in reichhaltiger, kleinteiliger Farbigkeit gestaltet.

Es bleibt festzustellen, dass die Mosaizierung der Kathedralein der Anfangszeit vornehmlich im Hauptschiff, also dort, wo die Gottesdienstbesucher sitzen, und im Sanktuarium erfolgt ist.

Dieser Bereich wurde über einen Zeitraum von 15 Jahren fortschreitend nur von August Oetken gestaltet. Einzig der Triumphbogen war ausgenommen.

Doch auch nach dem 2. Weltkriege wurden noch zwei Pendentive auf der Südseite der Zentralkuppel und zwei große Wandgemälde im oberen Teil des Sanktuariums als Mosaik installiert. Das war 1967. Die Vorlagen müssen lange vorher zugeliefert worden sein, denn sein Atelier wurde 1943 bei einem Luftangriff zerstört.

 

 

Im weiteren Beitrag des Verfassers geht dieser auf ihm vorliegende Fotos mehrerer Mosaikarbeiten Oetkens ein. Sein Beitrag mit mehreren  Fotografien wurde im Teltower Stadt-Blatt veröffentlicht. Da an den Fotos Urheberrechte bestehen, können sie auf der Homepage wegen fehlender Genehmigung nicht dargestellt werden.

Günter Duwe ist Ehrenvorsitzender des Heimatvereins Teltow.


 

Otto Oldenburg


 Auf dem regionalen Kunstmarkt tauchen hin und wieder Ölgemälde auf, die mit dem

Namen Otto Oldenburg signiert sind. Es handelt es sich bei diesen Bildern vorwiegend um

norddeutsche Landschaftsmotive, Marinebilder und Seestücke, die qualitativ

ansprechend sind und erkennen lassen, dass der Maler künstlerisches Talent besitzt oder

besaß.

Einem Hinweis, dass ein Maler mit dem Namen Oldenburg in Elsfleth gelebt haben soll

wurde nachgegangen und hat sich mittlerweile bestätigt.

Otto Oldenburg wurde am 11.7.1899 in Bardenfleth als eines von insgesamt acht Kindern

des Schilfschneiders Heinrich Oldenburg und dessen Ehefrau Mathilde geborene

Kuhlmann geboren.

Heinrich Oldenburg lieferte das von ihm geschnittene Schilf Küfern in Bremen, die damit

die Böden von Bierfässern abdichteten.

Der Beruf brachte Heinrich Oldenburg gerade so viel ein, dass er die Familie finanziell

über Wasser halten konnte.

Schilfschneider Heinrich Oldenburg

Otto Oldenburg wuchs in diesen bescheidenen Verhältnissen auf. Er besuchte die

Volksschule in Elsfleth und begann danach in einer Elsflether Werft eine Schmiede - und

Schlosserlehre. Nicht geklärt werden konnte, wie lange Otto Oldenburg dort tätig war.

Er entschied sich nach einiger Zeit, diesen Beruf nicht mehr auszuüben. Stattdessen

eröffnete er in Elsfleth die Gastwirtschaft Lindenhof in der Oberrege, anschließend das

Bootshaus. Noch vor Beginn des 2. Weltkrieges gab er diese Gaststätten auf und

übernahm die Bahnhofsgaststätte in Elsfleth, die er mit seiner aus Krögersdorf

stammenden ersten Ehefrau Klara, geborene Neuhaus führte.

Ölbild, 60 cm x 80 cm, Großherzogin Elisabeth" signiert unten rechts: Otto Oldenburg 1986

Der musikalisch begabte Oldenburg trat in den 20-iger oder 30-iger Jahren dem Elsflether

Männergesangsverein „ Doppelquartett“ bei. Den Gästen war er weniger als Gastronom

sondern als Musiker bekannt, denn er liebte es, auf dem Klavier seine Gäste zu

unterhalten, während seine Frau Klara sich um die Bewirtung der Gäste kümmerte.

Gruppenfotos vor der Gaststätte (Otto Oldenburg 2. v. r.)

Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde auch Otto Oldenburg zum Kriegsdienst verpflichtet.

Auf der Kriegsmarinewerft in Wilhelmshaven soll er während des gesamten Krieges eine

Kantine für die dort stationierten Marinesoldaten und Werftangehörigen geleitet haben.

Ein intensiver Kontakt zur Malerei entstand durch den in Wilhelmshaven stationierten

Marinesoldaten Fritz Vetter, der sich mit Malerei beschäftigte. Fritz Vetter brachte Otto

Oldenburg die Techniken der Malerei ebenso bei wie den Umgang mit Farben. Diese

Begegnung prägte Oldenburgs künstlerisches Leben nachhaltig.

Oldenburg widmete sich fortan in jeder freien Minute intensiv der Malerei und eignete sich

im Selbststudium über einen langen Zeitraum detaillierte Kenntnisse und Fertigkeiten an.

Nach Ende des Krieges kehrte Otto Oldenburg 1945 nach Elsfleth zurück. Während

seiner Abwesenheit hatte Klara Oldenburg die Bahnhofsgaststätte weitergeführt.

„Wellen“

Öl auf Hartfaserplatte, ca. 140 cm x 100 cm, signiert unten rechts: Otto Oldenburg

Bis 1958 führte das kinderlos gebliebene Ehepaar die Bahnhofsgaststätte. Als das

Bahnhofsgebäude mit der Bahnhofsgaststätte in jenem Jahr abgerissen wurde, führte

Otto Oldenburg mit seiner Frau in einer Holzbaracke auf dem Gelände den

Gaststättenbetrieb zunächst weiter.

Aufgabe des Gaststättenbetriebes mit Abtransport des Inventars.

Als das neue Bahnhofsgebäude fertig gestellt war, musste die Holzbaracke, die bis dahin

als Bahnhofsgaststätte diente, weichen. Das Ehepaar setzte sich danach zur Ruhe.

Seit Jahren gestaltete Oldenburg bereits seine Freizeit damit, Postkartenmotive aus der

hiesigen Gegend auf Leinwand oder Hartfaserplatte zu übertragen und mit Ölfarben

auszumalen.

Vor allem liebte er Heidelandschaften oder einsame Gegenden, insbesondere mit Birken

umsäumte Wege.

Schwerpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit waren jedoch Schiffsbilder und Seestücke.

Otto Oldenburg eignete sich hier eine bemerkenswerte Fertigkeit an.

Seine Arbeiten verkauften sich im Raume Elsfleth ganz gut, weil er sich im Verlaufe der

Zeit einen Namen als Künstler gemacht hatte.

Als Ende der 70iger Jahre seine Ehefrau Klara starb, heiratete er wenige Jahre später

erneut.

Über mehrere Jahre hinweg war Otto Oldenburg als Dozent für die Kreisvolkshochschule

Brake tätig. In Elsfleth gab er für einen interessierten Personenkreis Malunterricht.

Wie viele Gemälde Otto Oldenburg während seines Lebens schuf, ist nicht bekannt.

An Ausstellungen hat der Maler nie teilgenommen.

Otto Oldenburg starb am 19. Oktober 1994 im hohen Alter von 95 Jahren in Elsfleth. Er

fand seine letzte Ruhe auf der Ahnenstätte in Hurrel.1

Viele seiner Arbeiten befinden sich heute in privater Hand.

Ölbild, 60 cm x 80 cm, Viermastbark " Kommodore Johnsen",

signiert unten rechts: Otto Oldenburg 1985


 

 

Quellenangaben


 

1. Persönlich geführtes Interview des

Verfassers mit Ingeborg Diekmann, Elsfleth, geführt vom Verfasser

im März 2010.


Bodo Olthoff

 

 

Bodo Olthoff wurde am 7. Juni 1940 in Emden geboren und wuchs dort auch auf. Mit seinen Eltern zog er nach Stuttgart und machte dort von 1957 bis 1960 eine grafische Lehre. Von 1960 bis 1967 arbeitete er anschließend in grafischen Betrieben in Stuttgart als

Reproduktionsfachmann.1962 heiratete er Gerda Oesterle. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor.

Um sich weiter zu bilden, besuchte er die Grafische Fachschule in

Stuttgart. Nach seiner Rückkehr nach Ostfriesland arbeitete er von 1968 bis 1971 bei der Polizei.

Von 1972 bis 1975 studierte er an der Fachhochschule Münster Design Malerei bei Professor Hans Griepentrog und Grafik bei Professor Marjan Voijska. Es schloss sich von 1976 bis 1980 ein Studium der Kunsterziehung am Institut für Kunsterziehung in Münster und der Kunstakademie Düsseldorf an. Von 1980 bis 1981 war er am Neuen Gymnasium in Oldenburg als Studienreferendar tätig. 1982 bis 1985 übernahm er die

Leitung eines Kunst - und Kulturprojektes in Aurich.

Seit 1986 ist Bodo Olthoff freischaffender Künstler, bis 2002 mit

eigenem Atelier in Manslagt, Krummhörn, dann in Aurich, wo er auch heute noch tätig ist.

1991 erhielt er den Kunstpreis der IHK für Ostfriesland und Papenburg,

2004 den Kulturpreis der Ostfrieslandstiftung der Ostfriesischen Landschaft.

Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen kann er nachweisen, u.a. in

Stuttgart, Münster, Bremen, Oldenburg, Wilhelmshaven, Emden, Aurich, Flensburg, Dresden und Seoul.

 

 

Quelle:

 

Auszüge aus Wikipedia über Bodo Olthoff

Bildende Kunst inOstfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden 2011, S.168-169.

 


 

Carl Onken ( aus Oldenburg)


Carl Onken aus Oldenburg lebte in der Starklofstraße. Er war Hobbymaler ,malte in Öl auf Leinwand oder Hartfaser und signierte seine Arbeiten mit der gleichen Signatur  wie der akademisch ausgebildete Maler  Carl Eduard Onken aus Jever.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Arbeiten ist die abfallende Qualität des Onkel aus Oldenburg gegenüber dem Maler aus Jever.

Es kommt immer wieder zu Verwechslungen der Arbeiten beider Maler aufgrund der Signaturausführung.


 

 

Carl Eduard Onken

 

Carl Eduard Onken wurde am 12. März 1846 in Jever als Sohndes Glasers und Malers Christian Eduard Onken und dessen Ehefrau WilhelmineKatharina Mehrtens geboren.

Carl Onken verlebte seine Kindheit in Jever und besuchtedort die Schule. Seine schulischen Leistungen waren gut, so dass seine Elternihn auf das Gymnasium in Jever schickten. Bereits früh deutete sich dashervorragende zeichnerische Talent von Onken an. Bereits in der Quarta verließer allerdings das Gymnasium, weil es wissenschaftlich ausgerichtet war und sichdadurch für ihn keine künstlerischen Perspektiven boten. Die malerischen undzeichnerischen Fähigkeiten des Sohnes beobachtete der Vater mit großemMisstrauen, auch schätzte er seine vorhandenen Fähigkeiten offensichtlich völligfalsch ein. So bezeichnete der Vater die Bestrebungen von Carl Onken,  Maler zu werden, einmal  als brotlose Kunst.

Unbeirrt vom Urteil seines Vaters reiste der jungeAutodidakt durch die Gegend auf der Suche nach interessanten Motiven.Vornehmlich das Ammerland, Neuenburg, Borkum und Emden hatten es ihm angetan.Dort malte er Landschaften von beeindruckender Schönheit und Professionalität.Das Gemälde „ Ammerländer Bauernhaus“, dass Onken im Jahre 1868 im Alter von 22Jahren malte, ist Beleg hierfür.

Schnell hatte sich das überragende Talent des jungen Mannesbis nach Oldenburg                   herumgesprochen.In dem Oberkammerherren Friedrich Kurt von Alten(1822 – 1894), Leiter dergroßherzoglichen Sammlungen und zuständig für den Ankauf von Gemälden für diegroßherzogliche Gemäldegalerie, fand Onken einen Förderer, der dafür eintrat,das Onken finanziell durch den Großherzog von Oldenburg unterstützt wurde. Mitdem vom Großherzog beschafften Stipendium begab sich Onken zunächst nachBerlin. Dort stellte man die Verbindung zu dem gebürtigen Oldenburger KunstprofessorChristian Griepenkerl (geb. 17.3.1839 in Oldenburg  – 21.3.1916 in Wien)her, der an der Wiener Akademie tätigwar.

Nachdem sich Griepenkerl von der Qualität der ArbeitenOnkens überzeugt hatte, gab er diesem den Rat sich an der Kunstakademie in Wienfür ein Kunststudium zu bewerben. Onken folgte diesem Rat und wurde einige Zeitspäter in der Akademie angenommen.

Während seines Studiums dort erhielt er mehrere Stipendien.Die Studienreisen führten ihn stets nach Italien, wo er die Stadt Rom besuchteund Wanderungen in den Sabinerbergen unternahm. Die Schönheiten der Landschafthielt er auf Papier und Leinwand fest.

In dieser Zeit lernte Onken den Altmeister ProfessorFriedrich Preller(1804 – 1878) näher kennen, der sich für Onkens weitereFörderung einsetzte. Bei einer zweiten Italienreise widmete sich Onken ganz derLandschaftsmalerei im Stile seines von ihm bewunderten Vorbildes FriedrichPreller.

Zufällig ergab sich dabei die Bekanntschaft mit dem  Komponisten und Pianisten Franz Liszt,der seinerzeit in der Villa d`Este in Tivoli lebte und der Onken mehrere Maledabei beobachtet hatte, wie dieser vor seiner Villa die Alten Zypressen malte.

Dieses Gemälde wurde später übrigens auf dem Pariser Salonin Frankreich ausgestellt. Liszt, der von Onkens Fähigkeiten überaus angetanwar, lud diesen daraufhin zu Abendgesellschaften in seine Villa ein. Onkenfolgte den Einladungen, was dazu führte, dass sich sein Bekanntheitsgradschlagartig erhöhte, zumal Kunstrezensenten in höchsten Tönen über die Qualitätseiner abgelieferten Arbeiten berichteten. Bei solchen Veranstaltungen lernteOnken die Fürstin Wittgenstein kennen, die ihn wiederum ihrer Tochter, derFürstin zu Hohenlohe, in Wien empfahl. Weiterhin ergaben sich Bekanntschaftenmit der Gräfin Dönhoff und mit Cosima Wagner(1837 – 1930).

Diese Bekanntschaften führten auch dazu, dass Onken aufgrundseines gestiegenen Bekanntheitsgrades mit Auftragsarbeiten aus den erstenWiener Kreisen bedacht wurde.

Endlich wurde er selbständig und unabhängig von derfinanziellen Unterstützung seiner in Jever lebenden Eltern.

Dank einer sich ergebenden Bekanntschaft mit dem WienerKunstprofessor Ludwig Feuerbach(1804 – 1872) erhielt Onken ein weiteresStipendium für eine Italienreise. Zunächst wurde der Antrag von derAkademieführung abgelehnt. Auf Druck von vielen an der Akademie tätigenProfessoren, die von der Qualität Onkens überzeugt waren, bewilligte dieLeitung der Akademie schließlich das Stipendium.

In den darauf folgenden Jahren hatte Onken Kontakt zubedeutenden Persönlichkeiten dieser Zeit, wie zum Beispiel den Malern Josef vonFührich (1800-1876), Hans Makart

(1840-1884), Hans Canon(eigentl.Straschiripka,1829-1885)undden Schriftstellerinnen

Betty Paoli (eigentl. Barbara Elisabeth Gluck, 1814 -1894)und Sophie Löwenthal(1810-1889), um nur einige wenige zu nennen. Mit dembekannten Stilllebenmaler Carl Schuch (1846 – 1903) ging Onken Malwettenein  und war ihm dabei in derQualität der geschaffenen Werke überlegen.

Carl Onken lernte während seines Wienaufenthaltes dieKunstmalerin Marie Palme( 1871 – 1951) kennen und heiratete diese. Aus der Eheging ein Sohn  hervor, der im Altervon 9 Jahren an Diphterie starb. Marie Palme verkaufte ihre Arbeiten nach derHeirat häufig unter dem Synonym Mary Palme-Onken. Seit 1880 war Onken bereitsMitglied in dem 1861 gegründeten Wiener Künstlerhaus, der Standesvertretung derWiener Maler, Bildhauer und Architekten. Er war auf fast jeder Ausstellung desKünstlerhauses mit seinen Arbeiten vertreten. Nicht nur Kaiser Franz Joseph vonÖsterreich( 1830 – 1916), der mehrere Bilder von ihm, unter anderem je einMotiv aus Neuenburg und Emden kaufte, sondern auch der Thronfolger ErzherzogFranz Ferdinand (1863 – 1914) sowie Fürst Johann von Lichtenstein nannten  bald darauf Gemälde von ihm ihr Eigen.

Carl Onken, der einer der ersten Mitglieder des OldenburgerKünstlerbundes war, wurde im Jahre 1882 von der Stadt Jever mit der goldenenMedaille für Wissenschaft und Kunst geehrt. Lebensmittelpunkt für ihn  blieb jedoch immer Wien.

Carl Onken, der immer wieder Wanderungen durch die ihmheimisch gewordene österreichische Bergwelt unternahm, stürzte bei einerWanderung unglücklich und zog sich dabei einen Oberschenkelhalsbruch zu, von demer sich nicht mehr erholte. Im Jahre 1934 starb der Maler. Er wurde in Wien,seiner zweiten Heimat, beerdigt.

 

Quellenangaben :

 

1. Kopie eines Beitrages von Dr. FritzStrahlmann,Oldenburg, über Carl Onken aus Jever. Überschrift: Der Senior derOldenburgischen Künstler. Eine Würdigung seines Lebens und Schaffens anlässlichdes 25jährigen Bestehens des Oldenburger Künstlerbundes(1904-1929).

2. Oldenburgischer Hauskalender auf das Jahr 1930,Seite 45.

3. Viele Informationen über den Maler Carl Onken stammen von inOldenburg lebenden Angehörigen des Künstlers.

4. Gerhard Wietek -200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, Seite 267, herausgegebenvon der Landessparkasse zu Oldenburg aus Anlass des 200jährigen Jubiläums, ISBN3-9801191-0-6.

5.José Kastler – Heimatmalerei-Das Beispiel Oldenburg-, Seite92,151,156,ISBN 3-87358-316-X.


 

Willi Oltmanns


 

           



 


 


 


 


 

Willi Oltmanns wurde am 29. September1905 als Sohn des Bauern Wilhelm Martin Oltmanns in Bant bei Wilhelmshaven geboren.


Nach Abschluss der Schule machte Oltmanns eine Ausbildung im Malerhandwerk, die er im Alter von 18 Jahren beendete. 1924 übersiedelte er nach Schreiberhau, wo sein 20 Jahre älterer Bruder als Kunst- und Antiquitätenhändler tätig war. Er konnte dort leben und arbeiten und befasste sich mit der Bemalung von Bauernmöbel, wobei er eine eigene Restaurationsmethode entwickelt oder die alte Bemalung erneuerte. Der Ort hatte sich mittlerweile zu einer Künstlerkolonie entwickelt und Schriftsteller  und Wissenschaftler waren dorthin gezogen. Er blieb in dem kleinen Ort in Schlesien mit dem Vorsatz, dort als freier Maler zu leben. Aus diesem Grunde gab er die Tätigkeit bei seinem Bruder auf. Oltmanns wurde Mitglied in dem Künstlerverein "St. Lukas" und des Schlesischen Künstlerbundes. Er wurde zu Ausstellungen eingeladen und konnte laufend in den Räumen der „ Lukasgilde“ seine Bilder ausstellen.

1928 und 1929 verbrachte Oltmanns in Berlin. Mit einem Groeber-Schüler aus München mietete er ein Atelier in Berlin-Moabit, um intensiv figürlich zu arbeiten. Zugleich studierte er die großen Kunstwerke im Kronprinzenpalais und den anderen Museen, um diese Vorbilder immer vor Augen zu haben.

Es ergab sich für ihn zudem die Möglichkeit, das Atelier des Malers Max Pechstein zu besuchen. Mittlerweile hatte Oltmanns seinen Wohnsitz nach Mittelschreiberau verlegt und wohnt dort in der Zeit von 1930 bis 1942.


Unter der NS-Herrschaft wurde Oltmanns der entarteten Kunst zugeordnet und ab 1937 hatte er bereits ein Ausstellungs- und Malverbot. Im Februar 1942 erfolgte die Einberufung zum Kriegsdienst, im Mai desselben Jahres heiratete er.

 Der Kriegsdienst verschlug ihn an die Westfront Russlands. Während dieser Zeit, er war zu einer Nachrichteneinheit in Dnjepropetrowsk abkommandiert, hatte er die Möglichkeit, Aquarelle zu malen.

Gegen Kriegsende gelang es ihm noch, vor den russischen Truppen bis zur Elbe zu fliehen, geriet dort aber in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Er wurde, wie es zahlreichen anderen Gefangenen auch ging, an Belgien abgegeben und dort in einem Kriegsgefangenenlager festgehalten, wo er als Bergmann unter Tage arbeiten musste.1946 gelang es ihm zu fliehen, wurde jedoch kurz vor der deutschen Grenze wieder aufgegriffen und zurück nach Hensies-Pommereuil gebracht.

Im Sommer 1947 wurde er entlassen. Seine Frau hatte sich in Delmenhorst niedergelassen und eine bescheidene Anzahl seiner Arbeiten dorthin mitnehmen können. Seinen Neubeginn machte er in Delmenhorst. 1948 wurde Oltmanns Mitglied des Bundes Bildender Künstler "Junge Gruppe Oldenburg" und der Künstlervereinigung Esslingen.

Im August 1948 veranstaltete das Landesmuseum Oldenburg eine Ausstellung seiner Arbeiten. Es folgten weitere Ausstellungen in Wilhelmshaven und 1949 in der Kunsthalle Bremen.

Seine Beteiligung an der Ausstellung „Ostdeutsche Bildkunst“ in Düsseldorf im Jahre 1950 hatte zur Folge, dass die „Neue Münchener Künstlergenossenschaft“ ihn einlud, als Gast bei der 

„ Große Kunstausstellung im Haus der Kunst“ in Jahre 1951 eigene Bilder auszustellen.

Im Jahr darauf wurde ihm die Mitgliedschaft angeboten und damit die Möglichkeit eröffnet, alljährlich diese Ausstellung mit Arbeiten zu beschicken.

In anderen großen Ausstellungen wie „ Deutsche Heimat im Osten“, Berlin 1950 und „ Kunst des deutschen Ostens aus sieben Jahrhunderten“ in Frankfurt 1953, wurden seine Schreiberhauer Aquarelle gezeigt.

 

Neben der freien Malerei beschäftigte sich Oltmanns ab 1949 mit „Kunst am Bau“. Wandmalereien an öffentlichen Gebäuden und Schulen entstanden aus seiner Hand.

1954 baute er am Klosterdamm in Delmenhorst ein eigenes Haus, in welchem er bis zu seinem Tode lebte.

 

 In den Jahren von 1949 bis 1975 unternahm der Maler Reisen an die Nord-und Ostsee sowie in die Schweiz, 1952 folgte ein vierwöchiger Aufenthalt in Holland, 1955 begab er sich auf eine Orientreise. 1956 reiste er nach Salzburg, 1969 nach Wien, 1972 nach Mitterndorf.

1959 folgte eine Reise nach Paris, 1972 nach Flandern, Gent, Brügge, Oterloh.1974 reiste er an die Loire und nach Chartres,1975 nach Prag, 1976 durch die Bretagne und nach Jersey, 1977 nach Ischia und nach London.

 

In den Jahren von 1953 bis 1967 betätigte Oltmanns als Kunsterzieher an der Volkshochschule Delmenhorst. Zudem nahm er in den Jahren 1958/59 eine Lehrtätigkeit im Katholischen Jugendwerk St.Ansgar Adelheide an.

In den Jahren von 1948 bis 1978 folgen 15 Einzelausstellungen und ca. 35 Ausstellungsbeteiligungen, unter anderem 1949 in der Galerie Schwoon in Oldenburg. 1955 zeigte er 2 Aquarelle ( „Am Anleger“ und „ Garten im Frühling“) auf der "Große Kunstausstellung im Haus der Kunst" in München, 1956 in der Kunsthalle Bremen, 1961 der Worpsweder Kunsthalle, 1962 im Kunstverein Bremerhaven und der Galerie „pro arte“ in Delmenhorst, 1964 Haus der Begegnung in Hamburg und der Kunsthalle Wilhelmshaven, 1966 Galerie Reginain Davos, 1968 in der Kunsthalle Bremen und im Kunstverein Salzgitter, 1970 im Haus Coburg in Delmenhorst sowie dem Stadtmuseum Oldenburg, 1971 im Museumsdorf Cloppenburg und im Kunstkreis Lingen, 1973 im Center für Music, Drama and Art,Lake Placid-New York, 1975 Kunsthalle Bremen, 1976 Haus Coburg in Delmenhorst, 1979 Kunsthalle Wilhelmshaven, 1981 Haus Coburg, Delmenhorst sowie dem Museum Nordenham.

 

Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen  Museen und im Öffentlichen Besitz.

 

Willi Oltmanns verstarb am 3.Januar 1979 in Delmenhorst.

 

Quellenangaben:
 

Günter Busch – Willi Oltmanns- ISBN 3-7689-0192-0

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land – S.267

Dokumentation zum 30jährigen Jubiläum des Bundes BildenderKünstler Landesgruppe Oldenburg

Oldenburgischer Hauskalender von 1985, S. 38

Oldenburgischer Hauskalender von 1966, S. 32

Ausstellungskatalog „Oltmanns“ Landesmuseum Oldenburg- Ein Malerzwischen Schreiberhau und Delmenhorst, herausgegeben 1998 vom LandesmuseumOldenburg.

Ausstellungskatalog zum 65. Geburtstag in der Neuen Galeriedes Oldenburger Stadtmuseums am 29.11.1970 bis 3.1.1971

 


 

Wilhelm Otto

 

 

Der Maler Wilhelm Otto wurde am 23. August 1868 in Oldenburg geboren. Nach Beendigung der Schule begab sich Otto an die Kunstschule nach Karlsruhe und studierte dort bei den Professoren Friedrich Kallmorgen( 1856 –1924) und  1888 bei Gustav Schönleber ( 1851 – 1917), bei dem auch Gerhard Bakenhus und Paul Müller-Kaemppf studiert hatten.

Nach einem Dienstjahr beim Oldenburger Infanterieregiment 91 und einer anschließenden Studienzeit an der Akademie in Berlin, ließ sich Wilhelm Otto in Bremen nieder. Dort leitete er eine Malschule und unterrichtete gleichzeitig die Erbgroßherzogin Elisabeth von Sachsen-Altenberg(1826-1896) und die Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg (1879 – 1964).

Wilhelm Otto erteilte in dieser Zeit unter anderem dem 1877 in Bremen geborenen und 1963 in Worpswede verstorbenen Maler Walter Bertelsmann Mal - und Zeichenunterricht.

 Zwischendurch studierte Wilhelm Otto ein Semester an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin bei Professor Max Koner (1854 – 1900).

Schon 1890 versuchte Wilhelm Otto, die Reize der Heidelandschaften auf Gemälden festzuhalten. So hielt er sich in der Ahlhorner Heide und in der Lüneburger Heide auf.

In jenem Jahr lieferte er  auch Illustrationen zu Ohrts Buch über die Großherzoglichen Gärten.

Sein Betätigungsfeld lag auch in Bad Zwischenahn und in Blankenburg.

In der Zeit vom 15.1.- 5.2.1893 nahm Wilhelm Otto mit drei Gemälden ( Heidelandschaft, Bad Zwischenahn, Hunte bei Blankenburg) sowie 15 Zeichnungen an der Jubiläumsausstellung des Oldenburger Kunstvereins teil.

Zur Jahreswende des Jahres 1894/95 veranstaltete der Oldenburger Kunstverein die 275. Kunstausstellung. Wilhelm Otto war dort mit den Gemälden „ Im Herbst, Der Stau in Oldenburg, Der Marschweg-Dorfkirche in Hude, Teich in Hude, Bauernhof in Hude, Kuhweide in St. Magnus, Sanddüne in Hemelingen und Wassermühle in                              St. Magnus „,vertreten.

Ende 1895 folgte die 280. Kunstausstellung. Wilhelm Otto zeigte dort 22 Aquarelle.

In der Bremer Kunsthalle beteiligte sich Wilhelm Otto an der 33. Großen Kunstausstellung, die vom 16.2.- 15.4.1902 statt fand.

Zur Feier des 100jährigen Bestehen der Großherzoglichen Gemäldesammlung  die vom 24.4.-27.4.1904 ausgerichtet wurde, war Otto mit dem Gemälde                                       „Bad Zwischenahn“ vertreten.

Als 1905 in Oldenburg die Nordwestdeutsche Landes-Indutrie- und Gewerbeaustellung veranstaltet werden sollte, wurde hierzu ein neunköpfiger Kunstausschuss unter dem Vorsitz des Oberkammerherrn Freiherr von Bothmer eingerichtet und beauftragt, das Bedeutenste zusammen zu bringen, was von nordwestdeutscher Kunst erreichbar war. Schriftführer dieses Kunstausschusses war Wilhelm Otto, dem es gelang, für den Entwurf des Kunstpavillons den führenden Industriearchitekten und Designer Peter Behrends(1868 – 1940) zu gewinnen.

Die Oldenburger Künstler waren an dieser Landesausstellung besonders interessiert, weil sie dadurch die Möglichkeit hatten, ein überregionales Echo zu bekommen.

Als die Planung zur Ausstellung in vollem Gang war und konkrete Formen annahm , gründeten die Oldenburger Künstler 1904 einen Künstlerbund, zumal sie dadurch eine willkommende Gelegenheit sahen, auf einenZug aufzuspringen, den andere in Bewegung gesetzt hatten.

Schon auf der Gründungsversammlung am 7. April 1904 beschloss der Oldenburger Künstlerbund ( OKB), den Ausstellungsausschuss zu ersuchen, ihm die Gestaltung der Kunstausstellung zu übertragen. Erster Vorsitzender des OKB war Bernhard Winter, Wilhelm Otto fungierte als dessen Stellvertreter. Weitere Gründungsmitglieder waren Gerhard Bakenhus, Hugo Duphorn und Marie Stein.

In dem neunköpfigen Kunstausschuss der Landesausstellung 1905 waren einige Oldenburger Künstler vertreten, nämlich Gerhard Bakenhus, Richard tom Dieck und als stellvertretender Vorsitzender Bernhard Winter. Im Verkehrs- und Vergnügungsausschuss wirkte neben Bernhard Winter auch der Hoftheatermaler Wilhelm Mohrmann mit.

Wilhelm Otto wurde am 9. Juni 1905 für seine Bemühungen der Professorentitel verliehen, mit dem Bernhard Winter schon 1903 ausgezeichnet worden war.

Angeregt durch die Landesausstellung initiierte Wilhelm Otto eine Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler, die 1906 in der Bremer Kunsthalle gegründet wurde. Wilhelm Otto übernahm dort den Vorsitz.

Der Dötlinger Maler Georg Bernhard Müller vom Siel trat 1901 für kurze Zeit der in Bremen gegründeten Vereinigung niedersächsischer Künstler„ Die Heidjer“ bei. Ebenso wurde Müller vom Siel Mitglied der 1906 gegründeten „Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler“. Zwar pflegte der Maler auch Kontakte zu einigen OKB-Mitgliedern, dem Oldenburger Künstlerbund trat er jedoch nicht bei.

Als er aufgefordert wurde dem OKB beizutreten, antwortete Müller vom Siel dem damaligen Schriftführer des OKB, Gerhard Bakenhus, dass er dafür unüberwindliche Schwierigkeiten sehe, die mit seiner Ablehnung des OKB-Mitglieds Wilhelm Otto zusammen hingen.

Wilhelm Otto beteiligte sich im Oldenburger Kunstverein einletztes Mal an einer Ausstellung im Jahre 1908. Auf der 322. Kunstausstellung, ausgerichtet vom 9.1.-29.1.1908, zeigte er ein Gemälde und 4 Aquarelle ( Alte Brücke in Florenz, Gerberhof in Wildeshausen, Alexanderkirche in Wildeshausenvon Norden, Alexanderkirche Innenansicht sowie Heidestudie).

Zusammen mit Johannis von Wicht und einer großen Anzahl weiterer Künstler beteiligte sich Otto in der Bremer Kunsthalle an der 36. Großen Ausstellung. Diese Deutsche Ausstellung beinhaltete eine Sonderausstellung der Vereinigung nordwestdeutscher Künstler. Sie fand vom15.2.-20.4.1908 statt.

1909 war Otto Mitbegründer des Oldenburger Galerie-Vereins (heute: Oldenburgische Museumsgesellschaft.

Im selben Jahr , nämlich von Februar bis März 1909, nahm e rin der Bremer Kunsthalle zusammen mit Emma Ritter und Paul Müller-Kaempff an der Dritten Ausstellung der Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler teil.

 Nach Studienaufenthalten in Lüneburg und Travemünde siedelte Otto 1910 in die Gegend von Lübeck über.

Als 1912 in München der Deutsche Werkbund gegründet wurde, trat Wilhelm Otto dem Werkbund bei und blieb diesem lange Zeit verbunden. Ein weiteres Mitglied war der Großherzogliche Baurat Adolf Rauchheld aus Oldenburg.

Während des ersten Weltkrieges versah Wilhelm Otto seinen Kriegsdienst als Hauptmann und Kompanieführer im Osten . 1921 verzog Wilhelm Otto nach Hannover. In diesem Jahr gab Wilhelm Otto den Vorsitz  der Vereinigung nordwestdeutscher Künstler auf. Als die Vereinigung 1932 eine Jubiläumsveranstaltung ausrichtete, wurde als Titelbild das von August Heitmüller 1926 gemalte Portrait Wilhelm Ottos ausgewählt.

Von den zahlreichen Landschaften , Innenansichten und Portraits die Wilhelm Otto im Verlauf seines Lebens malte, befinden sich viele im Privatbesitz. Arbeiten von ihm sind zudem im Besitz der Nationalgalerie, dem Historischen Museum in Hannover, der Bremer Kunsthalle , den Landesmuseen inOldenburg und Altona und unter anderem im Besitz  des Museums in Lübeck.

Als Grafiker schuf Wilhelm Otto Illustrationen, Werbeblätter und Adressen.

Der Maler unternahm Studienreisen nach England, Dänemark,Schweden und Italien.

Wilhelm Otto starb 1950 in Uelzen.

 

Quellennachweis:

 

1.     Oldenburger Hauskalender von 1931

2.     Mitgliederverzeichnis und Satzungen des Werkbund 1912

3.     Walter Bertelsmann ( Wikipedia)

4.     Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei i Oldenburger Land, ISBN 3-9801191-0-6

5.     Oliver Gradel , Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843 – 1914, herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft und der Stiftung Oldenburgischer Kulturbesitz

6.     José Kastler- Heimatmalerei, Das Beispiel Oldenburg, ISBN 3-87358-316-X

7.     Ausstellungskatloge der Kunsthalle Bremen von 1900 - 1949


 

Heinz Johann Otto Pahling

 

 

Heinz Pahling wurde am 18. Dezember 1907 in Brieg ( Schlesien) als Sohn

des Oberstrommeisters Willi Pahling und dessen Ehefrau Ida Margarethe

Pahling geborene Pietsch, geboren. Da sein Vater wurde mehrfach versetzt

wurde, absolvierte Heinz Pahling die Schule zwangsläufig an

verschiedenen Orten. Schon in seiner Jugend zeichnete er viel und zeigte

dabei ein große Talent. Nach der Schulzeit absolvierte er von 1922 bis

1925 eine Ausbildung zum Ingenieur und Baumeister mit einer Zimmermannslehre

in Parey an der Elbe, anschließend die Staatliche Baugewerbeschule in

Magdeburg, die er 1926 mit dem Abitur zum Tiefbauingenieur ab schloss.

1933 heiratete er, Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. 1936 legte er

sein Baumeisterexamen ab. Von 1926 bis 1938 arbeitete er als

Tiefbauingenieur in der Stadtverwaltung Magdeburg., dann weiter in

Schwerin. Im Verlaufe des Zweiten Weltkrieges wurde auch er zum

Kriegsdienst verpflichtet. Nach Kriegsende 1945 war er bis 1949 als

selbständiger Architekt in Upschört, Kreis Wittmund tätig.

Er trat 1949 dem Bund Bildender Künstler Ostfrieslands bei. 1950

heiratete er erneut. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Bis zu

seiner Pensionierung 1973 war er dann beim  Wasser - und Schifffahrtsamt

in Leer tätig.

Nach seinem Eintritt in den BBK nahm er regelmäßig an Ausstellungen

teil. Seine Aquarelle, Zeichnungen, Öl - und Temperagemälde wurden in

Hildesheim, Dortmund, Hannover und vielen ostfriesischen Orten gezeigt.

Der Künstler starb am 13.August 2004 in Leer. Im Verlaufe seines

Künstlerlebens entstanden über 6000 Arbeiten.

 

 

Quelle:

Heiko Jörn- Ein Beitrag über Heinz Johann Otto Pahling für die

Ostfriesische Landschaft.

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden

2011, S.169.

 

 

 

 

Hildegard Peters

 

 

Hildegard Peters wurde am 30. Juni 1923 in Bielefeld als eines von vier Kindern geboren. Ihr Vater stammte aus Ostpreußen, die Mutter aus Ostfriesland. Nach der Schulzeit nahm sie 1943 in Berlin ein Studium für Kunsterziehung an der dortigen Hochschule für Kunsterziehung auf. Sie wechselte 1943/44 an die Universität in Marburg, wo sie das Studium mit den Fächern Französisch und Kunstgeschichte fortsetzte. In den Semesterferien 1944 war sie als Kartenzeichnerin in Metz tätig. Mit Unterbrechungen setzte sie 1948 das Studium an der Universität in Köln fort. Zeitgleich nahm sie ein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf unter Otto Pankok auf.

1956 erlangte sie das Staatsexamen für das höhere Lehramt in den Fächern Kunst, Werkunterricht, Französisch und Philosophie.

1958 hielt sie sich während eines Studienaufenthaltes in Marokko auf.

Von 1964 bis 1965 lebte sie für ein halbes Jahr in Paris und widmete

sich dort lithografischen Studien. Von 1956 bis 1865 war sie als

Kunsterzieherin an der Realschule auf Norderney tätig, von 1965 bis zu ihrer Pensionierung 1987am Ulrichgymnasium in Norden.

Im Verlaufe ihres Lebensschuf sie Arbeiten in Öl, es entstanden

Lithografien, Holzschnitte und Zeichnungen. Sie nahm an zahlreichen Ausstellungen teil, unter anderem auf Norderney, in Bussum (Nordholland) Amsterdam, Stuttgart, Hannover, Greetsiel, Bochum, Bremen, Leer, Norden, Edewecht, auf Juist, Münster, Bielefeld, Düsseldorf, München, Warschau, Posen, Krakau, Schleswig, Tartu, Taiwan, Berlin, Emden und weiteren Orten

in Ostfriesland.

1998 erhielt sie den Niedersächsischen Verdienstorden 2012 erhielt sie von der Ostfriesischen Landschaft das Indigenat.

 

 

Quellen:

 

Auszüge aus Wikipedia über die Künstlerin

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden 2011, S. 170


 

Helene Petraschek- Lange

 

 


 


 


 


 


 


 


    

Die Malerin Helene Petraschek-Lange wurde am 25.5.1875 in Dresden geboren. Ein Teil ihrer Verwandschaft stammte aus der Region Oldenburg oder hatte sich der Kunst verschrieben.

Die Malerin war die Großnichte der verstorbenen Malerin Wilhelmine Mehrens, eine Cousine von Richard tom Diek und eine Verwandte des Pferdemalers Emil Volkers. Auf Anraten ihrer Tante, der Lehrerin und Frauenrechtlerin Dr. H.c. Helene Lange machte sie das Examen zur Zeichenlehrerin und erhielt als solche eine Anstellung an der höheren Töchterschule in Berlin-Wilmersdorf. Zugleich war sie Mitarbeiterin einer Modezeitung. Ihr Weg führte sie anschließend nach Hannover und von dort aus 1912 nach Wien, wo sie den österreichischen Juristen Karl Petraschek heiratete. ( Karl Petraschek wurde 1876 in Weyer/Oberösterreich geboren, 1902 promovierte er in Wien, 1929 war er Privatdozent für Rechtsphilosophie in München, 1939 beamteter Dozent, 1942 ging er in den Ruhe stand und starb schließlich 1950 in München).1926 war sie in München-Schwabing ansässig und gehörte dort dem Verein für Originalradierungen an. Von ihr stammen Blumenstillleben, Landschaften und Bildnisse.

Aus einem Beitrag zur Oldenburgischen Zeitgeschichte aus dem Jahre  1935 geht hervor, dass Petraschek-Lange eine Schülerin des Oldenburger Malers Gerhard Bakenhus gewesen ist.

Ein größeres Blumenstück ( Fliederbusch) wurde auf der Großen Berliner Kunstausstellung von der Neuen Photographischen Gesellschaft angekauft.

Nach der Berufung ihres Vaters nach München nahm Helene Petrasch-Lange das Studium der Malerei  unter den Professoren Angelo Jank und Schrader-Belgen auf. Studienreisen nach Holland, Paris und Italien schlossen sich an. Mit farbigen Blumen-Steinzeichnungen erzielte sie großen Erfolg. Im Seemann-Verlag in Leipzig erschienen zwei Blumenstilleben. Hauptsächlich beschäftigte sich die Malerin außerdem mit Landschafts – und Porträtmalerei.

Anerkennung fanden auch Architekturaquarelle aus Rom. In Venedig und Florenz führte die Künstlerin kunsthistorische Führungen durch.

Blumen-Lithografien befinden sich in den Kupferkabinetten in Dresden, Berlin, München , Frankfurt, Hamburg und Hannover.

Gemälde von ihr, und zwar „ Lesende Geschwister „ und „ Weinender Knabe“ befinden sich im Landesmuseum Oldenburg,

1933 war die Malerin mit Arbeiten auf der Ausstellung „ Kunst im Gau Weser- Ems „ vertreten.

1925 beteiligte sie sich an der 1. Juryfreien Kunstausstellung des Kunstvereins Hannover mit einigen Arbeiten.

Sie konnte auch auf eine rege Ausstellungstätigkeit in München verweisen. Folgende Ausstellungen sind bislang bekannt:

Münchener Jahresausstellung im Königlichen Glaspalast 1916, vom 1. Juli – Ende September 1916, Nr. 1584,Aquarell „Schlossgarten“.

Katalog Münchener Kunstausstellung 1917 im Königlichen Glaspalast, vom 1. Juli bis Ende September 1917, Nr. 1001,Öl „Blumenkorb“.

Katalog Münchener Kunstausstellung 1918 im Königlichen Glaspalast , vom 1. Juli – Ende September 1918, Nr. 1144, Öl „Baumwiese“.

Katalog Münchener Kunstausstellung 1919 im Glaspalast, vom 1. August bis Oktober 1919, Nr. 815,816, Aquarell „Frühlingsstrauß“, Öl „Abendstudie“.

Katalog Münchener Kunstausstellung 1920 im Glaspalast, vom 1. Juli bis 30. September 1920, Nr.1012 – 1016.(Öl,“Herbststudie“,Aquarell „Herbstblumen“,Zeichnung „Rauhreifstudie“,Radierung „Schmetterlinge“,Pastell „Raureif“.

Katalog Münchener Kunstausstellung im Glaspalast 1921,vom 15.Juni – 30. September 1921, Nr. 1306-1311,Aquarell „Zinnien“,“Herbstblumen“,“Rosen“,Öl „Porträtstudie“,“Anemonen“,“Frühlingsstudie“.

Katalog Münchener Kunstausstellung im Glaspalast 1922, vom 1. Juni – 30. September 1922, Nr. 1333,1333a,1333b,Öl „Baumblüte“,Aquarell „Zinnien“,“Blumenschalen“.

Katalog Münchener Kunstausstellung im Glaspalast 1923, vom 1. Juni – 30. September 1923, Nr. 1206,1206, 1206b,Öl „An der Amper“,Aquarell „Trauben“,“Frühlingsblumen“.

Katalog Münchener Kunstausstellung 1924 im Glaspalast,vom 1. Juni – 30. September 1924, Nr. 1148-1152,Öl „Waldblick“,“Studie“,Aquarell „Sommerblumen“,“Azaleen“,“Trauben“..

Katalog Deutsche Kunstausstellung München 1930 im Glaspalast ,vom 30. Mai – Anfang Oktober 1930, Nr. 1836,Aquarell „Schleißheim“,1837,Aquarell „Anacapri I“

   

Sie ist sowohl indem Künstlerlexikon Thieme-Becker als auch im Dresslers Kunsthandbuch verzeichnet.

 

Die Malerin starb 1965 in München. Sie wurde auf dem dortigen Westfriedhof bestattet.

   

Quellenangaben :

 

Dressler Kunsthandbuch, S. 756

Oldenburger Hauskalender von 1935

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im  Oldenburger Land, S.268

Diverse Ausstellungskataloge ( sind im Biografietext benannt)

 Gustav Radbruch Briefe II 1919-1949, Seite 416


Carl Ernst Petrich

 

Ernst Petrich wurde am 23. Oktober 1878 in Gravenhorst als Sohn des Hüttendirektors Carl Ernst Petrich und dessen Ehefrau Selma geborene Merkel, geboren. Als sein Vater 1881 die Leitung der Boekhoffschen Fabrik in Leer übernahm und in eine Eisengießerei umwandelte, zog er mit seinen Eltern dorthin.

Nach Abschluss des Gymnasiums 1898 absolvierte er ein Jahr lang ein Kunststudium bei Philipp Franck in Berlin. Ein Jahr später besuchte er die Kunstakademie in Düsseldorf bei Peter Janßen und Eduard von Gebhardt. Bei einem kurzen Parisaufenthalt besuchte er die dortige Akademie Julien. 1902 kam er nach Berlin zurück und studierte dort Marinemalerei bei Carl Saltzmann und Grafik bei Hans Meyer. Von 1905 bis 1912 studierte er Landschaftsmalerei bei Friedrich von Kallmorgen in  Karlsruhe an der dortigen Akademie.1904 bis 1908 stellte er in Emden und

Berlin seine Arbeiteneinem größeren Publikum vor. Auf Studienreisen, die ihn nach Dänemark,England, Schottland und Holland führten, sowie Aufenthalte in Ostfriesland, entstanden Zeichnungen und Skizzen.

In Berlin wurde Petrich Lehrer für Gebrauchsgrafik an Handwerker - und Gewerbeschulen. DieseTätigkeit übte er bis zu seiner Pensionierung 1939 aus. Er gab Privatunterricht wurde war als Illustrator für die Zeitschrift Yacht tätig.1916 trat er dem Verein Berliner Künstler bei. Immer wieder reiste er nach Ostfriesland und betätigte sich dort künstlerisch. Die Verbindungen zu den Museen in Berlin und Hannover weckten sein Forschungsinteresse. Das Heimatmuseum in Leer richtete 1936 das "Ernst Petrich - Zimmer" ein, eine Stiftung des Künstlers mit Studien friesischer und niederländischer Schiffstypen.

An seinem 60. Geburtstagwurde er zum Ehrenmitglied der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländischer Altertümer zu Emden ernannt. Nach seiner Pensionierung zog er nach Altmühltal, dann nach Franken und schließlich nach Meßdorf in der Altmark. Die Ostfriesische Landschaft verlieh ihm 1943 Jahren das Indigenat. 1948 wurde er Ehrenmitglied der Ostfriesischen Landschaft.

1949 kehrte er nach Leer zurück, 1950 wurde er Ehrenmitglied des

Heimatvereins Leer.

Ernst Petrich starb am 19. April 1964 in Leer. Als 1967 seine Ehefrau

starb, wurde der Nachlass in das Heimatmuseum Leer und der

Ostfriesischen Landschaft überführt.

Petrichs Schiffsstudien sind über die Grenzen hinaus bekannt. Seine

Radierungen, Zeichnungen, Skizzen und Gemälde sind auch heute noch gesucht und in Sammlerkreisen begehrt.

 

Quelle:

 

Heiko Jörn - Ein Beitrag über Ernst Petrich für das Ostfriesische

Landesmuseum (BLO I,Aurich 1993, S. 281-283).

Ostfriesisches Landesmuseum Emden - Kunstwerk des Monats 2001 ( 1)

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden 2011, S.170-171

 

Professor Reinhard Pfennig

 

 


 


 


 


 


 


 


 

Professor Reinhard Pfennig wurde am 16. März 1914 in Berlin geboren. Er wuchs dort auf, und schloss die Schule mit dem Abitur ab. 1932 begann er ein Studium für Archäologie und Kunstgeschichte an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin bei den Professoren Andreae, Wulff, Brinkmann, Kauffmann und Pinder.

1933 begann er ein zusätzliches Studium an den „ Vereinigten Staatsschulen für freie Kunst“ in Berlin in der Klasse von Orlik und bei Ulrich, Sandkuhl, Tank und Fischer. Im Jahre 1934 wechselte er an die “Staatliche Kunstschule zu Berlin“ zur künstlerischen und pädagogischen Ausbildung. Hans Zimbahl, Willy Jäckel, Bernhard Hasler und Georg Tappert waren Reinhard Pfennigs Lehrer.

Die künstlerische Ausbildung erfolgte dabei vornehmlich in der Klasse Jäckels.

Es schlossen sich 1935 und 1937 jeweils Studienaufenthalte auf der Hallig Pellworm an.1937 schloss der Kunstmaler das Studium mit dem 1.Staatsexamen für das künstlerische Lehramt und anschließendem Refendariat ab. Im selben Jahre erfolgten wieder Studienaufenthalte auf den Halligen Pellworm und Hallig Hooge, ebenso im Jahre 1938.

Am 29. August 1939 wurde Pfennig zur Wehrmacht einberufen. 1939/45 entstanden während des Krieges in Frankreich und in der UDSSR Zeichnungen, die später in den Zyklen „ Bretonische Bilder“ und „ Bilder vom Tode“ zusammengefasst wurden.

1940 wurde er beurlaubt und schloss sein 2. Staatsexamen in Berlin ab.

Nach dem Kriegsdienst und Gefangenschaft fand der Maler 1945 eine vorläufige Bleibe in Göttingen.1946 begab er sich erneut zu einem Studienaufenthalt auf die Hallig Pellworm. Dort entstanden die ersten Arbeiten nach dem zweiten Weltkrieg. Im Verlag der Bücherstube in Hameln erschien das Buch „ Bilder vom Tode, Zeichnungen von Reinhard Pfennig“ und die Mappe “Bretonische Bilder“, in der in 6 Lithografien Arbeiten aus dem Jahren 1940/41, die in der Betragne entstanden, verarbeitet wurden.

Im selben Jahr wurde er als Hochschullehrer nach Iburg an die Pädagogische Hochschule als Dozent für einen Zweijährigen Sonderausbildungslehrgang für Volksschullehrer berufen. Nach der Auflösung der Pädagogischen Hochschule imJ ahre 1948 wurde Reinhard Pfennig an die Pädagogische Hochschule in Oldenburg versetzt und zum Professor für Bildende Kunst und Kunstpädagogik berufen. Im selben Jahr trat er dem Bund Bildender Künstler, Landesgruppe Oldenburg, bei. 1949 nahm er an der Ausstellung Farbige Graphik“ der Kestner - Gesellschaft Hannover mit der Arbeit „Pferd ( Linoldruck) teil. Es erschienen von Reinhard Pfennig die Schriften „Freies Werken in der Schule“, “ Plastisches Gestalten in der Schule“ und „Farbiges und zeichnerisches Gestalten in der Schule“: Die Laterne, Oldenburg, 1949.

1951 wurde innerhalb des BBK Oldenburg Mitglied in der neu gegründeten „ Junge Gruppe“. Er war mehrere Jahre lang Leiter dieser Gruppe.

1952 wurde Pfennig Vorstandsmitglied des Oldenburger Kunstvereins. Der Kunstverein eröffnete am 20. April desselben Jahres die Ausstellung „ Junge Gruppe Oldenburg-Ostfriesland“.

Pfennig beteiligt sich dabei erstmals mit eigenen Arbeiten.

In der Zeit vom 20.6. – 28. 6.1953 beteiligte sich Pfennig und Adolf Niesmann im Landesmuseum Hannover anlässlich der 1. Norddeutschen Tagung des Bundes deutscher Kunsterzieher mit einigen Werken.

In der Zeit vom 21.3. – 2.5.1954 beteiligte er sich an einer Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins im Schloss Oldenburg.

In der Zeit vom 13 .3. – 11.4. 1955 beteiligte er sich an der Ausstellung des BBK Oldenburg im Oldenburger Kunstverein in den Räumen des Oldenburger Schlosses.

 

Am 7.5.1955 berichtete die NWZ von dem Ankauf des Gemäldes „Aufbrechend“ durch den Schul –und Kulturausschuss der Stadt Oldenburg.

 

Der Bund Bildender Künstler Nordwestdeutschlands zeigte vom 2.10. – 30. 10. 1956 im Goslaer Museum eine Kunstausstellung seiner Mitglieder, in der auch Reinhard Pfennig vertreten war.

Pfennig beteiligte sich an der Weihnachtsausstellung des bbk Oldenburg – Junge Gruppe –

In der Zeit vom 9.12. 1956 – 6. 1. 1957 in den Räumen des Kunstvereins, im Oldenburger Schloss. Der Bund Bildender Künstler Nordwestdeutschlands e.V., Bezirksgruppe Oldenburg, veranstaltete vom 6. –27.10.1957 die 1. Herbstausstellung im Oldenburger Schloss , an der auch Pfennig vertreten war.

Vom 1.12.1957 bis 5. Januar 1958 war Pfennig auf der Weihnachtsausstellung des bbk Oldenburg – Junge Gruppe - im Stadtmuseum Oldenburg vertreten.

Pfennig beteiligte sich an der Ausstellung „ Kunst uit Oldenburg“ in Groningen, die im Groninger Museum in der Zeit vom 17.5. –17.6.1958 gezeigt wurde.

Weitere Ausstellungen:

 

19.10. – 19.11.1958, Ausstellung „ ARS VIVA Deutsche Malereiseit 1950 “. Ausgerichtet wurde die Ausstellung vom Oldenburger Kunstverein im Schloss Oldenburg. Anschließend wurde die Ausstellung in Wilhelmshaven und Hameln gezeigt.

 

14.12. – 28.12.1958, Ausstellung des bbk – Junge Gruppe –mit dem Titel „ neue Arbeiten“ in den Räumen des Oldenburger Kunstvereins im Oldenburger Schloss.

 

Pfennig beteiligt sich in demselben Jahr an der 9. Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in der Gemäldegalerie des Städtischen Museums in Wiesbaden.

 

Im Oktober zeigte er 28 seiner Arbeiten im Hamburger Künstlerclub „ die Insel“, die von Karl Schwoon geleitet wurde.

 

14.2. – 28.2.1960 zeigte die Galerie Wendtorf in einer Ausstellung Arbeiten von Reinhard Pfennig und Wernhera Sertürner - Pfennig.

 

2.7. – 31.7. 1960 Niedersächsische Kunstausstellung des bbk im Neubau des neuen Gymnasiums.

 

17.12.1961 – 8.1.1962 Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins im Oldenburger Schloss.

 

25.3.-22.4.1962 Ausstellung des bbk – Junge Gruppe – in den Räumen des Oldenburger Kunstvereins.

 

11.11. – 9.12.1962 Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins mit dem Titel „ 30 deutsche Maler – Situation 1962“.

 

1964 richtete der Künstler Udo Reimann in seinem Atelier eine Ausstellung mit Arbeiten Pfennigs in seinem Atelier aus.

 

Vom 31.1.1965 bis 28.2.1965 Ausstellung“ Oldenburger Künstler“ in der Osterstegschule in Leer, in der neben Pfennig auch Franz Francksen, Gerhard Georg Krüger, Adolf Niesmann,

Wernhera Sertürner, Anna Maria Strackerjahn und Werner Tegethof teilnahmen.

 

30.4. – 27.5. 1966 zeigte die Galerie Wendtorf neue Arbeiten von Pfennig.

 

12.2. – 12.3.1967 bbk Oldenburg – Junge Gruppe – Ausstellung im Oldenburger Kunstverein.

 

1968 stellten bei Opel Hinrichs 15 Maler aus. Titel der Ausstellung: „ Neue Arbeiten Oldenburger Künstler“.

 

11.12.1969 Ausstellung im Kleinen Augusteum des Oldenburger Kunstvereins mit Arbeiten des bbk Oldenburg – Junge Gruppe.

 

13.12.1970 bis 20.1.1971 Ausstellung des bbk Oldenburg –Junge Gruppe – im Kleinen Augusteum des Oldenburger Kunstvereins.

 

20.10.-19.11.1974 Ausstellung des bbk Oldenburg im Kleinen Augusteuim des Oldenburger Kunstvereins.

 

16.2.-11.3.1977 Ausstellung der galerie KUL Bruck/Mur in Österreich. Titel der Ausstellung:

„Reinhard Pfennig. Graphik und Malerei der Jahre 1966 –1976“.

 

22.4. – 29.5.1977 Ausstellung in der Galerie Moderne in Bad Zwischenahn.

 

16.5.-20.6.1979 Ausstellung in der Galerie Schumann in Oldenburg.

 

4.5. – 31.5. 1980 Ausstellung „ Oldenburger Künstler in Taastrup“/Dänemark.

 

1980 zeigt die Galerie Kausch in Kassel Werke des Malers.

 

15.3. – 12.4.1981 Ausstellung im Stadtmuseum Oldenburg .

 

26.9.-1.11.1982 Ausstellung im Kunstverein Coburg. Titel der Ausstellung:“ Künstler aus Oldenburg“.

 

Am 23. 2.1986 eröffnet die Galerie Scheumer in Oldenburgeine Ausstellung mit Werken Pfennigs.

 

6.12. 1987 bis 10.1.1988 Ausstellung des Oldenburger Stadtmuseums unter anderem mit Arbeiten Pfennigs.

 

27.3.-1.5.1994 Retrospektive im Stadtmuseum Oldenburg.

 

Der Künstler wurde in dem Künstlerlexikon Vollmer – Nachträge, Band VI, S. 344, aufgenommen.

 

 

Reinhard Pfennig starb 1995 in Oldenburg.


 

 

Quellenangaben:

 

 

1.Ausstellungskatalog Reinhard Pfennig der Galerie Moderne vom 22.4.-29.5.1977

 

2. Ausstellungskatalog der Galerie KUL vom 16.2. – 11.3.1977

 

3. Ausstellungskatalog des Oldenburger Stadtmuseums vom 15.3.-12.4.1981

 

4. Ausstellungskatalog des Kunstverein Coburg vom 26.9.-1.11.1982

 

5. Ausstellungskatalog der Galerie Wendtorf vom 30.4.-27.5.1966

 

6. Ausstellungskatalog des Oldenburger Kunstvereins vom 17.12.1961 – 8.1.1962

 

7- Ausstellungskatalog über die Niedersächsische Kunstausstellung Oldenburg 1960 vom 2.7.-31.7.1960

 

8. Ausstellungskatalog des Stadtmuseum Oldenburg, Band 19, vom 27.3. – 1.5.1994


 

Michael Francis Podulke

 

 

Michael Podulke wurde am 4. Oktober 1922 in den USA in Mazeppa/

Minnesota als eines von fünf Kindern  eines Schmiedes geboren. Seine

Eltern, ein gebürtiger Pole und eine gebürtige Norwegerin, waren

eingewandert.

Nach dem High-School-Abschluss war Podulke von 1943 bis zum 26. Januar

1946 in der amerikanischen Armee  und wurde dort als Fallschirmjäger

eingesetzt.Von 1946 bis1950 war er am College of Education der

Universität of Minnesota Twin Cities eingeschrieben. Dort belegt er

Kurse in den Fächern Kunst und Kunsterziehung. Ende 1950 verzog er nach

Amsterdam. Dort studierte er  vom 19. Januar bis 31. August an der

Universität Amsterdam Kunstgeschichte.

Seit der Gründung des Internationaal Kunsthuis Ende 1963 bis zum 1.

Januar 1965 war er Mitglied des Kunsthauses.

In den 60er Jahren war er Partner der Galerie Mokum, später eröffnete er

eine eigene Galerie.Podulke organisierte in den Jahren 1969 bis 1970

mehrere Ausstellungen. 1975 zog der Künstler nach Norden und arbeitete

dort in seinem eigenen Atelier als freischaffender Künstler. Er starb am

20. Dezember 1988 in Norden.

Sein Gesamtwerk umfasst 660 Arbeiten, bestehend aus Ölgemälden,

Lithografien, Holzschnitte, Collagen und Werke im Tiefdruckverfahren.

Seine Arbeiten wurden sowohl im Ostfriesischen Raum als auch in den

Niederlanden gezeigt. Arbeiten von ihm befinden sich in zahlreichen

öffentlichen Sammlungen, so zum Beispiel in Amsterdam, Groningen,

London, New York, Chicago, San Francisco und Zürich.

 

Quelle:

Hilke Hothan- Ein Beitrag für die Ostfriesische Landschaft (BLO I,

Aurich 1993, S. 287-289)

Auszug aus Wikipedia über Michael Podulke

Ostfriesisches Landesmuseum Emden - Michael Francis Podulke - "Wanderer

zwischen den Welten"

 

 Gerhard Arnold Poppinga

 

Gerhard Arnold Poppinga wurde am 1. Januar 1874 in Leer als eines von Kindern eines Buchbindermeisters geboren. Im Verlaufe der Zeit erkannte sein künstlerisch tätiger Vater sein Talent und schickte ihn vermutlich nach Beendigung der Schule zunächst in die Schweiz und nach Süddeutschland, wo er eine erste Anleitung zum Malen empfing. Anschließend besuchte er die Kunstgewerbeschule in Hannover und beendete diese 1898. Er bildete sich anschließend in Stuttgart und Den Haag weiter. In Paris hielt er sich um 1900 mit dem mit ihm befreundeten Kunstmaler Jan Franken aus Den Haag auf.

1902 zog er nach Köln und arbeitete dort bis 1910 als Dekorationsmaler für die Firma Otto Belitzer.

Während dieser Zeit war er häufig an der dekorativen Innenausmalung und Gestaltung von Kirchen beteiligt.

1906 heiratete er Maria Giffels. Aus der Ehe mit ihr ging 1907 eine Tochter hervor.

Obwohl er dort sesshaft wurde, bereiste er immer wieder Ostfriesland und betätigte sich dort auch künstlerisch.

In der Folge entstanden viele Ölgemälde und Aquarelle, die im ostfriesischen Raum entstanden sind und hauptsächlich Landschaftspartien zeigen. Hin und wieder war er auch als Porträtmaler tätig. 1909 gestaltete er in Leer Innenräume und das Treppenhaus des Reichsbankgebäudes aus.

Seinen Lebensabend verbrachte der Maler ab 1944 in Bad Neuenahr. Am 19. April 1961 verstarb er dort

Arbeiten von ihm Besitzt das Heimatmuseum Leer und sind in privater Hand zu finden.

Das Heimatmuseum Leer stellte vom 4.-12.10.1986 im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung mit anderen ostfriesischen Malern insgesamt 15 Arbeiten von Poppinga in Öl-, Tempera - und Aquarelltechnik  aus.

 

 

Quelle:

Ausstellungsbroschüre des Heimatmuseum Leer , 4.-12-10.1986

Martin Tielke – Ein Beitrag über Familie Poppinga für die Ostfriesische Landschaft

(BLO IV, Aurich 2007, S. 342-344)

 

 

 

 

Olga Potthast von Minden


 

 

 

 


 


 


 


 


 


 


 

Olga Cäcilie Elisabeth von Minden, besser bekannt unter dem Künstlernamen Olga Potthast von Minden, wurde am 19.7.1869 als Tochter des bei der Oldenburger Staatsbahn tätigen Stationsvorstehers Carl Lüdet von Minden und dessen Ehefrau Marie-Louise geborene Rahmen, als eines von zwei Kindern  in Sanderbusch geboren. Im frühen Kindesalter nahm der Vater in Varel eine Stelle als Oberbahnvorsteher an, was dazu führte, dass die Familie nach Varel umzog. Dort fand man in einem Haus in der Gartenstraße 1 ein neues Zuhause. Olga wuchs im Kreise ihrer Familie behütet auf. Nach dem Besuch der Realschule II. Klasse  in Varel begann sie, wie es in gutsituierten Familien üblich war, eine Ausbildung im künstlerischen Bereich und in der Haushaltsführung. In  Julius Preller, der damalige Direktor des Eisenbahnwerkes in Varel und ein begnadeter Kunstmaler, erhielt sie  erste Anleitungen und Anregungen im Fachbereich Ölmalerei. Da Olga hierbei ein herausragendes Talent an den Tag legte, entschloss sie sich, sich weiter ausbilden zu lassen, was sie im Verlaufe der folgenden Jahre in die Tat umsetzte. So nahm sie sich in Oldenburg und Dresden unterrichten. In einem von ihr geschriebenen Lebenslauf berichtete sie, dass sie sich zudem in Hamburg und Berlin in der Portraitmalerei unterrichten ließ.

Im Jahre 1890 heiratete die Künstlerin den aus Staßfurt stammenden und in Oldenburg geborenen Kaufmann Adolf Friedrich Potthast und zog mit diesem zunächst nach Staßfurt, wo das Paar einige Zeit lebte. Am 16.4.1891 wurde die Tochter Ellen Marie Luise Hermine Potthast geboren.

Um 1904 herum zog die Familie nach Varel um und bezog dort zu ihren Eltern, die zwischenzeitlich in eine große Wohnung  Am Bahnhof 1 umgezogen waren. 1903 erwarben die Eltern ein Grundstück in der Oldenburger Straße 49, auf dem wenige Jahre später ein Haus errichtet wurde.

Nach dem Tode des Vaters im Jahre 1924 und  ihres Mannes im Jahre 1928 bewohnte Olga das Haus mit ihrer Mutter und ihrer Tochter. Im Jahre 1939 starb ihr Bruder Max.

Der Erhalt des Hauses und des Lebensunterhaltes wurde zumTeil vom Verkauf ihrer Arbeiten bestritten. Die Malerin starb am 23.6.1942.

 

Olga Potthast von Minden, die weit über die Grenzen Varels hinaus bekannt ist, widmete sich Zeit ihres Lebens in erster Linie der Heimatmalerei. Mit feinem Pinselstrich, so wie sie ihn von Julius Preller her kannte, fing sie immer wieder naturalistische Landschaftsdarstellungen ihrer Heimat auf Leinwand ein, die fast allesamt  impressionistisch geprägt sind. Sonnenbeschienene Wiesen,Dächer und Baumkronen, aufsteigender Rauch aus einer Rauchkate, Dunst im Gegenlicht der Sonne, alle  Motive dokumentierende Ursprünglichkeit der Natur. Sie sollen Gleichzeitig Ruhe ausstrahlen und ein Stück „ Manche Bilder wirken dabei zum Teil verträumt und süßlich, ohne dass dieses negativ bewertet wird.

 

Den Vareler Wald, der vor ihrer Haustür lag, diente ihr immer wieder als Motiv und wurde von ihr in mindestens 50-mal gemalt, jeweils als verschiedene Jahreszeiten. Die Gesamtzahl ihrer Arbeiten wird auf etwa 900 geschätzt, wobei Arbeiten von ihr bereits in den USA aufgetaucht sind.

 

Auch Kunstdrucke mit ihren Arbeiten sind weit verbreitet und tauchen an verschiedensten Stellen in der Bundesrepublik auf.

Die handwerkliche Qualität die sie bei der Ausführung ihrer Arbeiten zu Tage brachte ist qualitativ außergewöhnlich gut und steht der Qualität von Julius Preller in nichts nach.

Leider hat Olga Potthast von Minden nie an bedeutenden Ausstellungen teilgenommen, sodass ihr Name in erster Linie Kunstfreunden aus dieser Region etwas sagt. Mit Olga Potthast von Minden starb eine bedeutende Landschaftsmalerin des Oldenburger Landes, vor allem aber der Stadt Varel.

Zu ihren Ehren wurde eine Ausstellung am 25. September 1982  vom Heimatverein Varel organisiert, eine weitere folgte im November 2000 in Zettel, organisiert vom Kulturbüro der Gemeinde Zetel.


 

Quellenangaben:


 

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.268

Olga Potthast von Minden -eine Ausarbeitung vonHans-Georg Buchmann, Vorsitzender des Heimatvereins Varel,im Oktober 2000

Olga Potthast von Minden- Begleitheft zu einen Ausstellung der Malerinim November 2000 in Zettel.


 

 


 

 


 


 


 

 

 


 

Julius Preller


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Der Maler Karl August Julius Theodor Preller wurde am 20. Dezember 1834 in Offenbach als Sohn des Buchhändlers Johann Gustav Preller und dessen Ehefrau Agnes Joganette Auguste, geborene Leske, geboren.

Die Familie lebte zunächst in Offenbach und verzog einige Zeit später nach Mainz. Julius Preller wollte ursprünglich Maler werden, fügte sich jedoch dem Wunsch seines Vaters und besuchte eine Maschinenbauschule in Darmstadtr. 1857 trat er als Ingenieur in das Eisenwerk Varel ein und wurde nach der Umwandlung der Firma in eine Aktiengesellschaft für Maschinenbau und Eisenindustrie am 1.3.1865 deren Direktor. Vermutlich zu Beginn des Jahres 1859– das Aufgebot wurde im Dezember 1858 bestellt – heiratete er Auguste Elisabeth Nolte(  26.6.1832 – 29.9.1922) aus Hamburg. Am 9.10.1859 wurde die einzige Tochter Agnes geboren.

In seiner Freizeit widmete sich Preller der Malerei und nutzte die Ferien zu Besuchen der Kunstakademie in Berlin. Er war ausschließlich Landschaftsmaler und fand die Motive für seine Arbeiten in der Umgebung von Varel, am Jadebusen und am Zwischenahner Meer. Vor allem der Neuenburger Urwald bot dem Künstler immer neue Anregungen. 1884 legte Preller die Leitung des Eisenwerkes nieder und widmete sich nun ausschließlich der Kunst. In den folgenden Jahren führten ihn Studienreisen nach Skandinavien, in die Schweiz, nach Griechenland und in die Türkei. Die Landschaftsauffassung Pralleres ist geprägt durch die Einflüsse der Berliner Akademie. In seinen Arbeiten spiegelt sich die schon von Wilhelm von Schadow erhobene Forderung nach genauer Naturbeobachtung verbunden mit einem poetischen Geist in der Komposition. Auch bei Preller findet sich eine Orientierung am Bildtypus der idealen Landschaft verbunden mit einem objektiven Detailstudium. Die in Varel geborene Olga Potthast von Minden ( 1869 – 1942), die als Porträtmalerin begonnen hatte, wandte sich unter dem Einfluss Julius Prallers der Landschaftsmalerei zu.

Julius Preller nahm an einigen Ausstellungen im Oldenburger Kunstverein teil. Belegt sind folgende Ausstellungen:

287. KA., 21.2.-14.3.1897

289.KA, 14.11.-6.12.1897

290. KA., 16.2.-16.3.1898

Ausstellung zur Feier des 100jährigen Bestehens der Großherzoglichen Gemäldesammlung zu Oldenburg  in der Zeit vom 24.4.-27.4.1904.

An den Ausstellungen 287., 289., und 290 nahm auch Olga Potthast von Minden teil.

 

Julius Preller verstarb am 17. Dezember 1914 in Varel.


 Quellenangaben:

 

Gerhard Wietek- 200 Jahre Malerei im  Oldenburger Land, S. 268

Oldenburger Hauskalender vom 1940, Seite 48 mit einem Beitrag von Dr. Fritz Strahlmann

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843-1914, S. 146

Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg,S.569, ein Beitrag von Elfriede Heinemeyer, ISBN 3-89442-135-5

 

Helene Presuhn


 


 

 


 


 


 


 


 


 

Helene Presuhn wurde 1857 geboren. Sie war die Tochter des großherzoglichen Theatermalers Theodor Presuhn d.Ä.. Als jüngstes von acht Kindern, die alle irgendwie künstlerisch begabt waren, besuchte sie nach der Schulzeit eine Akademie in Berlin, ergänzte die dort erworbene Ausbildung als Zeichenlehrerin noch durch die Ablegung des Turnlehrerinnenexamens und trat dann 1906 in den Schuldienst der Stadtoldenburger Schulen ein. Zuletzt war sie an den städtischen Mädchenmittelschulen tätig. Daneben gab sie Malkurse für junge Mädchen im Hause.

Sie verstarb als Oberzeichenlehrerin in Oldenburg am 20. Mai 1945.

 

Quelle:

Der Oldenburgische Hauskalender oder Hausfreund auf das Jahr 1947, S.60.

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei i  Oldenburger Land, S. 269

 

 

Theodor Presuhn

 

 


 


 


 


 


 

 

Der Maler Theodor Presuhn wurde am 22.Oktober 1810 in Oldenburg als Sohn des Schneideramtsmeisters Johann August Presuhn und dessenEhefrau Gesche Margarethe geborene Schlemmer, geboren. Die Familie wohnte zu dieser Zeit in der Gaststraße 20.

Nach der Schulzeit begann Theodor Presuhn eine Malerlehre in Oldenburg. Es schloss sich die damals übliche Wanderzeit an, die ihn nach Karlsruhe zu einem Theatermaler führte. Für diesen arbeitete Presuhn eine längere Zeit.

Am 1. Mai 1834 erhielt Presuhn als erster festangestellter Dekorationsmaler in Oldenburg eine Anstellung am Theater in Oldenburg. Die Arbeiten  in dem kleinen Theater  wurden ihm durch technische Unzulänglichkeiten sehr erschwert. Für die Anfertigung großer Dekorationen wich er deshalb auf das Obergeschoss des Haaren-Vorwerks an der Ofener Straße aus. Dennoch erwarb sich Presuhn mit seinen Bühnenbildern allgemeine Anerkennung.

Neben dieser Tätigkeit  führte  Presuhn Vedutenarbeiten aus und war aufgrund der von ihm geschaffenen hervorragenden Werke ein gesuchter Künstler. Presuhn bevorzugte die Gouachetechnik, eine Deckfarbenmalerei, die im Unterscheid zum Aquarell mit deckenden Wasserfarben ausgeführt wird.

Zudem gab er Malunterricht, die er an der Gewerbeschule erteilte

Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört eine Folge von Ansichten der Stadt Oldenburg.

Theodor Presuhn beteiligte sich am 24. September – 26.September 1848 mit 13 Gouachen an der 47. Kunstausstellung des Oldenburger Kunstvereins. Es handelte sich dabei ausschließlich um Ansichten der Stadt Oldenburg.

Der Großherzogliche Hof zeigte großes Interesse an diesen Blättern und verschenkte sie mit Innenraumansichten an entfernt wohnende Familienangehörige. Selbst das Oldenburger Bürgertum ließ seine Innenräume von Presuhn im Bilde festhalten.

1840 heiratete Theodor Presuhn die aus Karlsruhe stammende Elisabeth Franziska Auguste geborene Müller (1817-1898). Das Ehepaar wohnte mittlerweile in der Grüne Straße 8 .Aus der Ehe gingen 9 Kinder hervor, wobei fast alle künstlerisch begabt waren.

August Presuhn ( 1841 – 1879) erhielt eine Ausbildung als lithographischer Zeichner und Aquarellmaler, Sein Bruder Theodor ( 1854 -1884) ging zuerst bei ihm in die Lehre und studierte dann an den Kunstakademien in Berlin und Karlsruhe, wo er Meisterschüler von Ferdinand Keller war, Die jüngste Tochter Helene ( 1857 – 1945) wurde Oberzeichenlehrerin in Oldenburg  und  erteilte Unterricht an den Oldenburger Mädchen-Mittelschulen. Zudem hielt er private Malkurse ab.

Theodor  Presuhn starb am 14.3.1877 in Oldenburg. Er wurde in Oldenburg auf dem Gertrudenfriedhof bestattet.



 

Quellenangaben:

Oldenburger Hauskalender von 1949, Seite 47, ein Beitrag von Dr. Fritz Strahlmann

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843-1914, S. 146

Hoftheater, Landestheater, Statstheater in Oldenburg,Beiträge zur Geschichte des oldenburgischen Theaters, herausgegeben von Heinrich Schmidt, Heinz Holzberg Verlag Oldenburg,ISBN 3-87358-165-5

José Kastler-Heimatmalerei- Das Beispiel Oldenburg,ISBN  3-87358-316-X

Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, Ein Beitrag von Elfriede Heinemeyer, S.569-570, ISBN 3-89442-135-5

Gerhard Wietek-200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, .269

Nordwest & Heimat, Eine Beilage zu 248 der NWZ vom 22.10.1960, Nr.21/60 mit dem Titel“ Der Maler des Oldenburger Biedermeier“ von Hans Fr. Redelfs.