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Martha Kasparek

 

 

Martha Kasparek geborene Kuc wurde am 25.4.1955 in Krakau als eine von zwei Töchtern des Kraftfahrers Josef Kuc ( 1936 – 1978 ) und dessen Ehefrau, der Sekretärin Kristina Kuc ( geb. 1936 ), geboren.

Nach dem 8-jährigen Besuch der Grundschule wurde Martha Kasparek auf das Gymnasium in Krakau umgeschult und machte dort 1974 ihr Abitur. Sie bewarb sich anschließend an der Kunstakademie in Krakau und wurde dort wenig später angenommen. Unter Leitung des Professors Sofia Medwecka studierte sie Kunstrestauration mit dem Schwerpunkt Restaurierung von Staffelei -, Wand – und Holzmalerei sowie Malerei.

Während ihres Kunststudiums lernte sie den ebenfalls dort studierenden Piotr Kasparek kennen, den sie am 7.7.1977 in Krakau heiratete. Ein Jahr darauf, noch während des Studiums, kam ein Sohn zur Welt.

Am 20.12.1979 erhielt Martha Kasparek den Studienabschluss. Aufgrund ihrer hervorragenden Diplomarbeit erhielt sie den  akademischen Grad „ Magister Dipl.Restauratorin“.

Da ihr Abschlussdiplom mit  der Note  „Ausgezeichnet“ bewertet wurde, wurde sie vom damaligen Direktor der Akademie sowie dem damaligen Kultusminister Polens für dieses herausragende Ergebnis ausgezeichnet.

Von 1980 bis 1981 war die Künstlerin als Restauratorin im Jagiellonian-Museum Krakau tätig.

Ende November 1981 folgte die junge Familie einer Einladung von Freunden in Oldenburg, die diese in Krakau kennen gelernt hatten. Der Sohnlitt zu diesem Zeitpunkt bereits stark unter asthmatischen Anfällen und war dadurch gesundheitlich schwer beeinträchtigt.

Am 13. Dezember wurde das Paar darüber informiert, dass in Polen der Ausnahmezustand verhängt worden war. Aufgrund der unsicheren politischen Lage und der Feststellung, dass sich durch den Ortswechsel der gesundheitliche Zustand des Sohnes offensichtlich verbesserte, beschloss man,die gesicherte Existenz  aufzugeben und zunächst in Oldenburg zu bleiben. Überlegungen, sich irgendwo in Übersee eine neue Heimat zu suchen taten immer mehr in den Hintergrund, weil man bereits nach kurzer Zeit viele neue Freundschaften knüpfen konnte.

1985 erhielt Martha Kasparek vom Niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kunst die Genehmigung, dass sie den akademischen Grad „Dipl. Restauratorin“ tragen dürfe.

 

Seit 1985 arbeitet die Künstlerin nunmehr als freischaffende Restauratorin für das Stadtmuseum Oldenburg. Neben der Restaurierung von Gemälden, Aquarellen, Porzellan, Bilderrahmen usw. werden von ihr auch in Einzelfällen und bei Erfordernis Untersuchungen des technischen – und technologischen Zustandes einzelner Objekte durchgeführt, ebenso eine Bilddokumentation.

Hier nur eine kurze beispielhafte Aufzählung der von ihr durchgeführten Restaurationsarbeiten:

Restaurierung des Jugendstilraumes in der Ballnische Villa (Haus Hasenbürger). Die Restauration umfasste die Freilegung von erhaltenen Resten der Originalfassung im ganzen Raum sowie die daraus resultierenden Rekonstruktionen und Restaurierungen.

Die Restaurierung von Gemälden und Rahmen von Prof. Bernhard Winter, Bakenhus, Kempin, Fischbeck, tom Dieck, Jan Oeltjen, Radziwill, eben die Restaurierung von  fünf Radierfolgen ( 228 Blätter) von F. de Goya.

Viel Beachtung in den Medien fand auch die Restaurierung des Blankenburger Altars aus dem Jahre 1525.

Alle durchgeführten Arbeiteten von ihr erfolgten in den Jahren 1985 bis 2006, einige zogen sich über mehrere Monate hin.

 

Die Malerin Martha Kasparek hat seit 1981 an einigen Gemeinschaftsausstellungen, unter anderem 1983 im Stadtmuseum Oldenburg,teilgenommen. Ein bisheriger  Höhepunktwar sicherlich eine Einzelausstellung im Foyer der Norwest – Zeitung Oldenburg im Jahre 1985.

Die akademisch ausgebildete Malerin malt vornehmlich in Öl, Ölkreide, Pastell und Aquarell.

Die Motive entstehen vielfach aus dem Bauch heraus. Bei der Umsetzung einer Idee schafft sie oft kleine Serien mit demselben Themenbezug. Bei den vielen pastos gemalten Bildern wird das jeweilige Motiv von ihr häufigen den Hintergrund platziert, so dass es sich dem Betrachter erst auf dem zweiten Blick erschließt.

Die Qualität ihrer impressionistischen oder abstakten Arbeiten sind bemerkenswert.

Martha Kasparek reiht sich dabei nahtlos ein in die Gruppeder zeitgenössischen Oldenburger Künstler, die innerhalb des Kunst – und Kulturbereiches der Stadt Oldenburg einen hohen Stellenwert haben.

 


 

 


 


 

Piotr Kasparek

Der Maler Piotr Kasparek wurde am 19. Oktober 1953 in Krakataus Sohn des Technikers Tadeusz Kasparek ( 1922 – 1977) und dessen Ehefrau, der Angestellten Kristina Kasparek geb. Albert ( geb. 1930 ), geboren.

Er besuchte zunächst 8 Jahre, wie es in Polen üblich ist, die Grundschule, anschließend das Gymnasium in Krakau und schloss dieses mit dem Abitur ab.

Bereits früh stand für ihn fest, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen, zumal  sein zeichnerisches Talent auffällig war.

In Krakau bewarb er sich deshalb an der Kunstakademie Krakau und wurde kurze Zeit später dort angenommen.

Während seines Studiums lernte er  die an derselben Akademie studierende Marta Kuck kennen, die er am 7.7.1977 in Krakau heiratete. Ein Jahr später kam, noch während beide Künstler an der Akademie studierten, ein Sohn auf die Welt.

Das 5 jährige Kunststudium unter Professor Leszek Wajda schloss Kasparek im Jahre 1979 ab. Sein hervorragender Abschluss und das Diplom zum Werbegrafiker und Messebaudesigner veranlasste die Professoren der Akademie, ihn zum Assistenten an die Akademie zu berufen. Zwei Jahre lang, bis1981, unterrichtete Kasparek dort Studenten und lehrte sie die Grundlagen der Grafik – und Typografiegestaltung.

In diese Zeit fiel auch ein Auftrag für eine Buchillustration.

Ende November 1981 folgte die junge Familie einer Einladung von Freunden in Oldenburg, die diese in Krakau kennen gelernt hatten. Der Sohn litt zu dieser Zeit bereits stark unter asthmatischen Anfällen und war gesundheitlich schwer angeschlagen.

Am 13. Dezember 1981 wurde das Paar darüber informiert, dass in Polen der Ausnahmezustand ausgerufen worden war. Aufgrund der unsicheren politischen Verhältnisse und der Feststellung, dass sich der gesundheitliche Zustand des Sohnes aufgrund der Luftveränderung offensichtlich verbesserte, beschlossen Kasparek, erst einmal in Oldenburg zu bleiben.

Geplant war zunächst, sich irgendwo eine neue Heimat in Übersee zu suchen. Da man sich jedoch schnell in Oldenburg einlebte und auch neue Freundschaften knüpfen konnte, wurde diese Überlegung nach einiger Zeit verworfen.

1982 erhielt Piotr Kasparek in Oldenburg eine Anstellung in einer Werbeagentur, wo er Firmenlogos, Leporello, Imagebroschüren und Produktverpackungen gestaltete sowie Reinzeichnungen und Illustrationen kreierte.

Durch eine Weiterschulung konnte er ein weiteres Diplom hinzufügen, und zwar die des Multimedia-Entwicklers.

Es folgte eine Anstellung in einem Repro-Studio in der Zeit von 1997 bis 2004, wo er als Gestalter für Text- und Bildbearbeitung,Scanner-Arbeiten und System-Pflege arbeitete.

Aufgrund mangelnder Arbeitsaufträge war der Künstler trotz ständiger Bemühungen allerdings seit zwei Jahren händeringend arbeitssuchend.

Dieser Umstand führte dazu, dass er sich seit dieser Zeit als freischaffender Maler betätigte, jedoch immer auf der Suche nach einer neuen Anstellung in seinem Fachgebiet.

 

Der Maler Piotr Kasparek hatte seit 1982 an verschiedenen Gemeinschaftsausstellungen teilgenommen, unter anderem im Oldenburger Stadtmuseum, dem Rathaus Wartenberg und den Gemeindehäusern in Hude, Schortens, Neunkirchen und dem Kunstverein Nordenham.

Zwei Einzelausstellungen in der Galerie Wildeshausen und in der Siesten-Galerie Kramer in Cloppenburg wurden in den Jahren 1996 und 1998 organisiert.

 

Die Gemälde oder Bleistiftzeichnungen des Malers beeindrucken durch die bis ins feinste Detail gezeichneten oder gemalten Motive ebenso wie die Symbolik, die sich hinter seinen Motiven verbirgt.

Der Maler plante seine Arbeiten genauestens. Er machte Vorzeichnungen, bevor er sich an die Arbeit machte, seine Gedanken mit der Leinwand zu verschmelzen. Aufgrund seiner grafischen Ausbildung und einem offenbar inneren Zwang zur genauesten Ausführung arbeitete der Künstler zum Teil wochenlang an seinen Werken, bis er mit ihnen zufrieden war.

Das Ergebnis wardann allerdings restlos überzeugend. Die fertigen Gemälde spiegeln nicht nur die surrealistischen Ideen des Malers wider, sondern auch die hohe handwerkliche Qualität seiner Arbeiten.

 

Piotr Kasparek war ein überzeugender Vertreter des magischen Realismus, Er starb im Juni 2015.

 

Paul Kaske

 


 


 


 


 


 


 


 

Der Lithograf wurde 1903 in Schlesien geboren. Im Jahre 1925 nahm er seinen Wohnsitz in Oldenburg und nahm hier eine Stellung in der Buchdruckerei Stalling an.

Neben der Lithografie widmete sich Kasse der Aquarellmalerei, auch widmete er sich der Illustration von Kinderbüchern. Kaske starb 1973 in Oldenburg

 

 

Quellenangaben :

 

1. Web-Link: http//: www.alt-oldenburg.de


 

 August Kathe

Das Porträt von August Kathe wurde von dem Maler Joseph Andreas Pausewang gemalt.


 


 



 


 


 


 


 


 


 


 August Kahle wurde am 27.03.1900 in Vechta geboren und starb dort 1962. Er besuchte das Lehrerseminar in Vechta  von1914 - 1920 und entdeckte schon in dieser Zeit seine Leidenschaft für das Zeichnen und Malen.

Nach seiner Lehrerprüfung war er 42 Jahre Lehrer in Lohne, Rüschendorf, Thüle und Oythe.


 

August Kathe als Junglehrer

 


 


 


 


 

Dieser Hintergrund ersparte ihm materielle Not, die das Leben freischaffender Künstlerin den dreißiger Jahren und vor allem in der Nachkriegszeit begleitete. Davon sind in der Korrespondenz mit Malerfreunden  aus der Zeit vielfältige Zeugnisse erhalten.

Sein künstlerisches Schaffen konzentriert sich in den 20er Jahren  vorwiegend auf Kohlezeichnungen und Aquarelle. Motive sucht er im heimischen Oldenburger Land: Moore, Heideflächen und Wälder. Immer wieder überraschen Ausblicke in die baumreiche Weite. Deutlich wirken Eindrücke von Reisen auf die Komposition und Farbgebung seiner Bilder. Das zeigt schon ein Bild der Wartburg, das er anlässlich eines Aufenthalts in Thüringen 1924 malte. Bis Anfang der 30er Jahre entstehen eine Reihe von Portraits, so 1931das Bild des Stadtschreibers von Friesoythe, Theodor Wreesmann,  der als Seher bekannt war. Zum Modellsitzen war dieser nur dadurch zu bewegen, dass das Bild für eine Missionszeitschrift bestimmt war. Es erschien in der Januarausgabe 1932 derZeitschrift „Stadt Gottes“. (1) Dazu erreichten den Maler Rückmeldungen aus den Missionen u. a. auch aus Afrika.

Inden frühen 30er Jahren wendet er sich unter dem Einfluss von Wilhelm Kempin (1885-1951) verstärkt der Ölmalerei zu. (2) Es entstehen Landschaftsbilder, die an den Impressionismus angelehnt sind: Ölgemälde mit Birken in Moor und Heide, eben stimmungsvolle impressionistische Landschaftsmalerei mit lockerem Pinselduktus.

 

Nach dem Krieg  fährt er 1947 an den Neckar. Bei Besigheim findet er Motive, die sowohl von der Stimmung und Farbigkeit her eine Weiterentwicklung seiner künstlerischen Ausdrucksweise ermöglichen. Besigheim gehörte im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert zu den beliebtesten Motiven in der Landschafts- und Vedutenmalerei in Würtemberg und war von Karlsruhe und Stuttgart bis Berlin in Künstlerkreisen bekannt. Die reizvolle Lage zwischen Ens und Neckar bot reichhaltige Anregungzu bildnerischer Gestaltung. Besonders die Kernstadt mit Ihrem  mittelalterlich anmutenden Charme und dem großen Wehr forderte viele Künstler heraus.

Aufenthalte zwischen Rhein und Ruhr ab 1949 bei dem Maler Karl Petau  (1890-1974)  und dessen Gegenbesuche erweisen sich für beide als fruchtbar. (3)

In engem Kontakt steht er auch mit den Kunstpädagogen am Kolleg St. Thomas,Vechta, Thaddäus Roth (1898-1952) (4) und Erwin Röhr (1907-1977). Seit 1953 ist Erwin Röhr in Rom tätig.  In seiner Freizeit fängt er typische Motive  in Rom, in den Abruzzen, in Latium und in der Toskana  ein. Eine Auswahl bringt er bei seinen jährlichen Besuchen nach Vechta mit. Diese Bilder strahlen eine mediterrane Leichtigkeit aus im Vergleich zu den eher ernsteren Stimmungen, zu denen ihn die Oldenburger Landschaft anregte.

Zu Beginn der 50er Jahre trifft August Kathe mit dem Maler Joseph Andreas Pausewang (1908-1955) (5) und der Bildhauerin Irmgart Vietze (1923-1987) (6) zusammen.Mit ihnen gelingt ein für alle Beteiligten anregender künstlerischer Austausch. In dieser Zeit malt Pausewang   Portraits von Irmgart Vietze und August Kathe, in denen er die charakteristischen Züge beider Persönlichkeiten einfängt. Leider stirbt Pausewang viel zu früh 1955, und Irmgart Vietze sucht in Indien die Auseinandersetzung mit der Kultur dieses Landes.

Für viele  Maler in der Oldenburger Region übte Holland eine große Anziehungskraft aus. 1954 hält  sich August Kathe in der Provinz Drenthe und 1955 in der Provinz Overijssel auf. Hier entstehen Bilder mit  einer neuen Farb- und Formensprache. Drenthe zeichnet sich aus durch reizvolle Kanäle und ausgedehnte Gebiete mit Heideland, Sanddünen, Marschen, Wäldern und Mooren. Über 50 Hühnengräber gibt es in dieser Provinz. So finden sich hier viele Gemeinsamkeiten mit der oldenburgischen Landschaft. Dennoch sprechen die hier entstandenen Bilder eine andere Sprache. Overijssel mit Giethorn als „Venedig des Nordens" bietet neue Motive von eindrucksvoller Schönheit.

Bei Aufenthalten in der “Hessischen Schweiz” und am Hohen Meißner in den Jahren1958 - 1961 entstehen zahlreiche Landschaftsbilder. Der mittelalterliche Stadtkern von Eschwege mit geschlossener Fachwerkbebauung wird in großen Formaten festgehalten.

 

Der Diskurs mit seinen Malerfreunden und der Besuch von Ausstellungen  boten ihm Gelegenheit zu kritischer Reflektion des eigenen Werks. Exemplarisch seien zwei Ausstellungen erwähnt.

 

Einen besonderen Eindruck hinterlässt bei ihm die erste Dokumenta in Kassel 1955. Wenn es in der Einleitung heißt: „Da kommt man wohl nicht umhin, noch einmal die schmerzhaften Erinnerungen anzurühren an jene jüngst vergangene Zeit, in der Deutschland aus der vereinten Anstrengung des modernen europäischen Geistes heraustrat, sich isolierte und in einem sehr seltsam anmutenden Anfall von Bilderstürmerei die  bereits erreichten Ergebnisse dieser Anstrengung auf allen Gebieten des Geistes verwarf“ (7), dann traf das ihn wie jeden, der diese Zeit bewusst erlebte, besonders. Genauso traf ihn aber auch das Ergebnis  der Ausstellung, der die Dokumentation gelang …„dass gerade auf der Nahtstelle zwischen dem Gegenständlichen und Abstrakten sich ein so großer Teil der jüngeren Künstler heute bewegt"... . (8)

Als spektakulär kann auch die große van Gogh - Ausstellung 1957 in der Villa Hügel in Essen gelten. Diese Ausstellung war die erste wissenschaftliche van Gogh-Ausstellung überhaupt. Im Vorwort des Ausstellungskatalogs heißt es:

„Nach dem zweiten Weltkrieg wandelte sich das Verhältnis zwischen Museumsschätzen und ihren Bewunderern grundlegend. Sammlungen, die seit Jahrhunderten ein geruhsam sesshaftes Dasein geführt hatten, begannen plötzlich ein eifriges Nomadenleben“.(9)

Neben der Malerei ist auch die Musik eine große Leidenschaft von August Kathe. Klavier und Orgel sind seine bevorzugten Instrumente.


 

An der Orgel


 


 



 


 


 


 


 

Eine langjährige Verbundenheit pflegt er mit dem Komponisten Alois Heiduczek (1902-1972). (10) Unter der musikalischen Leitung (1949-1960) von Felix Oberborbeck und dem 1. Vorsitzenden (1953-1961) August Kathe gelang dem Madrigalchor, Vechta, die Aufführung der großen Oratorien und Passionen von Bach, Haydn und Händel. (11) Unvergessen blieb die Aufführung der “Biedermeier” Chor-Kantate “Das Lied von der Glocke”, des Vechtaer Komponisten Andreas Romberg (1767-1821). (12)

 

Aufgrund seiner weitreichenden Kontakte kann er es sich leisten, zum „Kunstbetrieb“ seiner Heimatstadt Distanz zu halten. Zudem führten - seit den 1930er Jahren -  Besuche von Amerikanern, deren Vorfahren in der Zeit nach 1850 das Oldenburger Land verlassen hatten, zu Aufträgen aus den USA. Diese bevorzugten typische Motive von Dörfern und Gehöften ihrer oldenburgischen Heimat. Schon wenige Jahre später waren viele dieser Ansichten durch die Erfordernisse der wirtschaftlichen Entwicklung und den unbekümmerten Umgang mit dem historischen Erbe zerstört.

Beim Zeichnen


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Im malerischen Schaffen von August Kathe überwiegen - soweit es mit über hundert Werken heute noch überschaubar ist - Ölgemälde mit Landschaftsmotiven vorzugsweise aus dem Oldenburger Münsterland. Seine Bilder entstehen vor Ort in der Natur. Er braucht das unmittelbare Erlebnis, die konkrete Begegnung mit seinem Motiv. So gelingen ihm Bilder, die eine ganzheitliche mit allen Sinnen erfasste Stimmung der jeweiligen Jahreszeiten wiedergeben. Bilder der oldenburgischen  Landschaft sind häufig düster, schwer und erdverbunden mit ausgeprägten Himmel- und Wolkenkonfigurationen angelegt. Bilder, die  auf seinen Malreisen entstehen, zeigen öfter eine aufgehellte Palette.

 

 

Quellen:

 

1    Stadt Gottes, Nettetal 1932, S. 155

2    Derschewsky, Jürgen: Biographien Oldenburger Künstler,   

Oldenburg 2010, S.41

3  Heinz, Matthias: Eifelnatur undSiedlungskultur                               überzeugend wiedergegeben: Kunstmaler Karl Petau - ein                    Freund der Eifel-, in: Bitburg - Prünn Heimatkalender
1991S.91-93

4     Zumholz, Maria Anna: Thaddäus Roth. Münster 2010

5     Dahlinghaus, Irmgard:...aber die Erinnerungbleibt, Josef Andreas  Pausewang (1908-1955) Einniederschlesischer 

Maler Lohne. Lohne 2007

6     Schnettler, Saxulf:Weg und Werk Irmgart Vietzes,  

 in: Jahrbuch  Oldenburger Münsterland 1967 S. 114-120

 7     Haftmann, Werner:Einleitung. In: Ausstellungskatalog

 Dokumenta I Kunst des XX. Jahrhunderts, Kassel 1955, S. 16

 8     ebenda S.1

 9    Traibaut, Mark Edo: Vincent van Gogh (1853-1890)                                                   Leben und Schaffen.Ausstellungskatalog zur Ausstellung  

in der Villa Hügel Essen 15.12.1957.

Amsterdam 1957 S.1

10    -kulturportal-west-ost.eu/personen/alois heiduczek,

Musikpädagoge,  Komponist

- Klostermann, Hermann :"Alois Heiduczek machte nie viel             

Aufsehens von sich", in: Oldenburgische Volkszeitung,Vechta,                                                               09.01.1973  

11     Teuber, Bernhard:Zehn Jahre Madrigalchor Vechta.

Festschrift.  Löningen 1958

12     Werner, KlausG.,Mechsner, Wolfgang: Beiträge zur Andreas

Romberg Forschung 1. Wilhelmshaven 2014

 

Anmerkung:

Die Biografie wurde von Ludger Kathe verfasst und zur Verfügung gestellt.


 


 

Bauernhaus 1934, ÖL/LW, 28 cm x 36 cm


 

Füchteler Teich, 1950, Öl auf Hartfaser, 55 cm x 46 cm
Eschwege, Landgrafenschloss, 1961, Federzeichnung, 40 cm x 29 cm
"Seher von Friesoythe",1931, Kohlezeichnung, 54 cm x 42 cm
Kaponier in Vechta, undatiert, Öl auf Hartfaser, 56 cm x 44 cm
Wartburg, 1924, Federzeichnung, koloriert, 26 cm x 18 cm
Herbst im Moor, undatiert, Öl auf Sperrholz, 39 cm x 52 cm
Kirche von Oythe, 1950, Öl auf Hartfaser, 54 cm x46 cm
Gehöft, undatiert, Öl auf Hartfaser, 53 cm x 66 cm
Besigheim, 1947, Öl/Lw, 54 cm x 70 cm
Bauernhof, undatiert,Öl auf Hartfaser, 59 cm x 76 cm
Schaftskoben,1948, Öl auf Hartfaser, 45 cm x 58 cm
Giethorn, Partie am Wasser, 1956, Öl auf Hartfaser, 54 cm x 71 cm

 

 

August Kaufhold


 

 


 


 


 


 


 


 


 

 

Der Maler August Kaufhold wurde am 11. April 1884 in Bremengeboren. In der Folge lernte er dekorative Malerei bei einer Firma in Bremen.Die Ausmalung von Loyddampfern führten dazu, dass er sich entschloss, die Kunstakademie zu besuchen. In der Zeit von 1902 bis 1904 besuchte er dieKunstakademie Dresden. Seine Lehrer waren die Professoren Wehle und Freye. Es schloss sich ein Studium in München in der Zeit von 1904 bis 1908 unter Hacklund Heinrich von Zügel an.

Er besuchte das malerische Dötlingen und beschloss 1908, dort sesshaft zu werden. Der Krieg führte ihn als Alpenjäger an alle Fronten. Wieder zurück, entfaltete er in seinem „ Lopshof“ seine ganze Kunst. Vor allem Stiere, Kühe, Kälber und Schafe mit landschaftlichem Hintergrund, ab und zu auch mit figürlicher Staffage, waren seine Motive. 1925 wurde der Lopshof durch ein Feuer zerstört und danach durch ein neues Gebäude ersetzt.

Quellenangaben:

Oldenburgischer Hauskalender 1933, S. 40

 


Wilhelm Kaufmann

 


 


 


 


 

 

 


 

 

 

 

Wilhelm Kaufmann wurde am 23.4.1892 in Varel als Sohn des Zolldirektors Kaufmann geboren. Er besuchte die Oldenburger Oberrealschule und erlernte anschließend das praktische Malerhandwerk.

Nach einem Kriegseinsatz im ersten Weltkrieg, bei dem er verwundet wurde, begab er sich nach seiner Genesung an die Akademie für Kunstgewerbe in Dresden und studierte dort in der grafischen Abteilung. Da er sich in dem Bereich bildmäßige Darstellung ausbilden ließ, spezialisierte er sich später auf die Kunst der Werbegrafik, die Anfertigung kaufmännischer Reklame, Buchillustrationen, die Anfertigung von Inseraten, Plakaten und Prospekten, unter anderem 1927 in der damaligen Landeshauptstadt Oldenburg,1928 der Umgebung von Oldenburg und dem Nordseebad Wangerooge.

Kaufmann hat auch in dem Bereich der darstellenden Schwarzweißkunst und der Malerei beachtenswertes geleistet. Er entwarf das Notgeld für Quakenbrück, Lütjenburg und Leer und schuf Kriegsgedenktafeln für die Kirchen in Wiefelstede und Fedderwarden, für die Oberrealschule und für den damals existierenden sogenannten Kampfgenossenverein in Oldenburg.

Im damaligen Oldenburger Ratskeller gestaltete er die „Luckner-Ecke“ mit dem Gemälde des „ Seeteufels“.

Bekannt wurde er insbesondere durch die grafische Gestaltung der Notgeldscheine, die 1921 bei den Firmen Stalling und Essich gedruckt wurden. Er gehörte auch dem erweiterten Kreis des Oldenburger Malers Gerhard Bakenhus an. Zudem war er Mitglied der am 20. Februar 1922 gegründeten Vereinigung für junge Kunst an, der Nießmann ( 1899– 1990) angehörte, und war Mitglied des Deutschen Werkbundes. Er wohnte in Oldenburg in der Blumenstraße 21 und gab in den Wintermonaten des Jahres 1934/35 der Oldenburger Malerin Ingeborg Schwonke - Harding Zeichenunterricht

Zwischenzeitlich hatte er seine Ehefrau Emma geborene Kneppe, geb.  20.2.1903 in Blumenthal, kennen gelernt. Sie war in einer anderen Familie als sogenannte Haustochter tätig, also eine Person, die in der Familie die Haushaltsführung erlernte. Am 8.11.1932 kam die einzige Tochter, Renate, zur Welt.

Als freier Grafiker und Maler erhoffte sich Willy, wie ihn seine Freunde und Bekannten nannten, lukrativere Aufträge im fernen Berlin als im ruhigen und beschaulichen Oldenburg. So entschloss er sich, 1939 mit der Familie nach Berlin umzuziehen. Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde Kaufmann aufgrund seines fortgeschrittenen Alters zunächst nicht eingezogen. Um die einzige Tochter vor den Kriegseinflüssen zu schützen, schickte man sie nach Bayern in die Obhut anderer.

Im Verlaufe des Krieges wurde er dem Volkssturm zugeordnet. Bei einem Angriff auf die damalige Reichskanzlei, in der er sich zum Zeitpunkt des Angriffes befand, konnte er sich mit einigen seiner damaligen Kameraden durch den Keller des Gebäudes gerade noch in Sicherheit bringen und überlebte so.

Nach Ende des Krieges arbeitete er zunächst im von russischen Soldaten besetzten Babelsberg in Potsdam als Anstreicher. Als er erkrankte, lebte er zunächst in der elterlichen Wohnung in Pankow in der Trelleborger Straße 43.

Von dort holten ihn nach einiger Zeit jedoch russische Soldaten ab und internierten ihn für einige Zeit  im Lager Hohenschönhausen. Von dort aus wurde er 1946 in das Konzentrationslager Sachsenhausen bei Oranienburg deportiert. Ende Januar 1947 starb er dort in einem Lazarett; er wurde am 15.1.1947 in Sachsenhausen für tot erklärt.

 

Ausstellungen, an der er teilgenommen hat, sind hier nicht bekannt. Die damaligen Notgeldscheine, die er entworfen hat, befinden auch heute noch in Händen von Sammlern und zeugen von seiner damaligen künstlerischen Schaffenskraft.

 

 

 

 

Quellenangaben:

 

1.     OldenburgischerHauskalender des Jahres 1934 ( ein Beitrag von Dr. Fritz Strahlmann)

2.     NWZ-Beitrag von Eilert E. Viet, Datum der Veröffentlichung nicht bekannt.

3.     E-Mail vom 22.8.2013 von Verwandten des Künstlers, Rolf und Christel Gänger, Berlin.

4.     Kopie eines Schreibens von Rolf und Antje Gräber, verfasst im Februar 2011 in Berlin.


 

Alfred Kaufner

 

Alfred Kaufner wurde 1949 in Leer geboren. Nach dem Besuch des Teletta - Groß-Gymnasiums und dem erlangten Abitur 1968 nahm er von 1969 bis 1972 ein Lehramtsstudium mit dem Hauptfach Chemie an der Universität Oldenburg auf. Anschließend wurde er in Leer im Schuldienst tätig. Von 1976 bis 1980 absolvierte er ein Zusatzstudium in Physik an der PH in Lüneburg.

Aus gesundheitlichen Gründen musste er 1993 vorzeitig in den Ruhestand treten. Seitdem ist er als freischaffender Künstler in Leer tätig.

Im Jahr 2000 erhielt er den  Kunstpreis der Stadt Leer.

Alfred Kaufner ist Mitglied im Bund Bildender Künstler Ostfrieslands.

 

Er schuf zunächst Landschaftsgemälde in Öl -,Aquarell - und Mischtechnik, später nahm er sich auch der Objektgestaltung, bestehend aus unterschiedlichen  Materialien, an.

 

Quelle:

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, S.160.

 

Helene Kempin

 

 


 


 


 


 


 


 


 

Die Malerin Helene Kempin, wurde am 17. Oktober 1896 in Löschungen, einem kleinen Ort in Lothringen, als Helene Schulz-Dubois, dem zweiten Kind des Amtsrichters Dr. Schulz, geboren. Zunächst besuchte sie die Schule in Metz und Colmar, weil der Vater nach dorthin versetzt worden war.Nach einem anschließenden Pensionsaufenthalt in Genf begab sich die künstlerisch talentierte  Helene an die Kunstgewerbeschule in Straßburg. Das Studium schloss sie am 16. Dezember 1915 mit dem Zeichenlehrerexamen und im folgenden Jahr, am 16. Dezember 1916, mit der Prüfung zur Turnlehrerin ab.

 Nach einer dreijährigen praktischen Berufsausübung setzte Helene 1919 ihr Studium an der Kunstakademie in München fort. Zur selben Zeit studierte  die in Varel geborene Margarethe Kruckenberg(1890 – 1975) (später verheiratete Francken) an der Münchener Akademie Kunstgeschichte und ließ sich bei dem Bildnismalerei Professor Walter Thor in der Porträtmalerei ausbilden.

Helene und Margarethe Kruckenberg lernten sich während des Studiums kennen und freundeten sich miteinander an.

Der Kontakt zu den beiden jungen Frauen blieb bestehen, obwohl Helene nach dem Studium in München anschließend an die Kunstakademie nach Frankfurt/Main wechselte, wo ihre Eltern inzwischen lebten.

 

 Margarethe Kruckenberg, die zwischenzeitlich nach Oldenburg zurückgekehrt war und  sich durch Gerhard Bakenhus weiterbilden ließ, lud Helene zweimal zu einem Besuch  nach Oldenburg ein. Im Rahmen eines solchen mehrwöchigen Besuches lernte sie im Hause von Gerhard Bakenhus den Oldenburger Maler Wilhelm Kempin kennen, der als Schüler von Bakenhus begann, anschließend eine akademische Ausbildung in Weimar bei Professor Max Thedy absolvierte und als dessen ausgebildeter Meisterschüler 1919  nach Oldenburg zurückgekehrt war.

 

Trotz der unterschiedlichen Herkunft der beiden (WilhelmKempin, stammte aus einer Glasbläserfamilie) verliebten sich beide ineinander und heirateten 1922  in der Christuskirche in Oberursel. Nach der Hochzeit lebte das Paar zunächst bei Kempins Familie in der Voßstrasse in Osternburg.

Am 25. September 1922 bezog man  eine eigene Wohnung in der Lange Straße 44 in Oldenburg, wo sich Wilhelm Kempin ein eigenes Atelier einrichtete.

 

 Mit der finanziellen Unterstützung seiner  Schwiegereltern bauten Wilhelm und Helene Kempin 1925 ein Haus in der  Cloppenburger Straße339. Im Obergeschoss des Hauses richteten sich Helene und Wilhelm Kempin eingeräumigeres Atelier ein.

 

 

Für die zeichnerisch außerordentlich talentierte und akademisch ausgebildete Helene stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest, dass sie ihre künstlerischen Bedürfnisse zugunsten ihres Mannes zurückstellt, um ihm eine möglichst große Plattform für seine weitere künstlerische Entwicklung zu ebnen.

Die finanzielle Situation der Kempins war gerade in den ersten Jahren äußerst schwierig.

Hin und wieder lebte Helene Kempin sogar für jeweils mehrere Wochen bei ihren Eltern in Frankfurt, um die Kosten ihres Mannes für den Lebensunterhalt in Oldenburg zu senken. In Frankfurt erblickten deshalb auch zwei Söhne das Licht der Welt, wobei der 1923 geborene Gerd der Älteste der beiden war. In den Jahren 1928 und 1938 kamen zwei Töchter zur Welt.

 

Um das schmale Haushaltsbudget etwas aufzubessern, bewarb  sich Helene Kempin in Oldenburg um den Schuldienst und begann am 29. April 1929 als ausgebildete Zeichenlehrerin mit elf Wochenstunden an der hauswirtschaftlichen Berufsschule in Oldenburg.

 Im folgenden Jahr kam die Gewerbeschule mit vier Unterrichtsstunden hinzu, und ab 1932 taucht ihr Name in den Lehrlisten der Schulen Wallstraße, Drielake, Blumenhof,Drielaker Moor und Bümmerstede auf.

 Von 1936 an bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Schuldienst 1941 war Helene Kempin nur noch an der Mittelschule für Mädchen an der Margarethenstraße tätig.

 Neben der Schultätigkeit führte die Künstlerin in den Schulferien in den Jahren 1927 und 1932 das Amt einer Herbergsmutter in der Wangerooger Jugendherberge aus.

Das gab Wilhelm Kempin die Möglichkeit, sich auf der Insel der Malerei zu widmen und der Familie einen günstigen Aufenthalt auf der Insel zu ermöglichen.

Wilhelm Kempin gab bereits seit Jahren Mal– und Zeichenunterricht. Das Haus der Kempins hatte sich mittlerweile zu einem beliebten Künstlertreffpunkt entwickelt. Insbesondere Gerhard Bakenhus mit seinem weißen Mischlingshund „ Peter“(der nie das tat was er wollte und mit dem der Maler deshalb dauernd laut schimpfte)sowie Otto Georg Meyer mit seiner späteren Frau Marie Meyer-Glaeseker und Jan Linnemann, dem späteren Leiter des Werkhauses in Leer, gingen bei ihm ein und aus.

Neben ihren hausfraulichen und mütterlichen Tätigkeiten erledigte Helene alle anfallenden schriftlichen Arbeiten, stellte sich oftmals als Modell zur Verfügung, war Gastgeberin und pflegte den Garten, dessen Gestaltung künstlerische Gesichtspunkte erfüllen musste. So durften insbesondere Stockrosen und Fingerhut  ebenso wenig  fehlen wie Apfelbäume. Wilhelm Kempin liebte diese Sorte Blumen und Bäume. Sie sollten in seinen Arbeiten immer wieder als Motiv seiner Ölbilder auftauchen.

Helene, die mit ihren Arbeiten zu Lebzeiten nie in die Öffentlichkeit trat, zeichnete in jeder freien Minute. Dieses tat sie mit einer ungeahnten Ausdauer und Genauigkeit. Es war keine Seltenheit, dass sie mehrere Wochen oder Monate an einer Bleistift-oder Kohlezeichnung saß. Man baute ihr im Garten sogar einen Unterstand, damit sie den Zweig eines Apfelbaumes auch bei widrigen Wetterverhältnissen  in der Natur zeichnen konnte.

Die Arbeitsergebnisse waren von so großer Genauigkeit, dass der immer kritische Wilhelm Kempin diese Zeichnungen als Vorlage für zahlreiche seiner Ölgemälde verwandte. Da die Zeichnungen von Helene schwarzweiß angefertigt waren, blieb es Wilhelm Kempin vorbehalten, aus seinem Gedächtnis heraus die Farbgebung so zu gestalten, dass eine optimale Bildwirkung erzielt wurde.

 

Helene Kempin hatte es als Hausfrau mit dem ihrem Mann Wilhelm als Künstler und Maler nicht immer einfach, was folgendes Beispiel belegt. Wegen einer besonderen Veranstaltung kaufte Helene ihrem Mann einmal einen neuen Anzug. Nachdem Wilhelm diesen angezogen hatte, kam ihm eine neue Idee für die Umsetzung eines in Arbeit befindlichen Gemäldes. Er begab sich deshalb in sein Atelier und begann, diese Idee umzusetzen. In Gedanken vertieft  reinigte er während des Malens den Pinsel hin und wieder, indem er ihn an seinem Anzug abstreifte. Dieses tat er solange, bis Helene das Atelier betrat.

 

Auch durfte Helene nie die Fensterbank unter dem Fenster des Ateliers aufräumen. Wilhelm Kempin, ansonsten ein sorgfältig arbeitender und auf Reinlichkeit bedachter Maler hatte die Angewohnheit, leere ausgequetschte Tuben mit Ölfarben auf der Fensterbank abzulegen und sie dort zu belassen. Im Verlaufe der Jahre wurde diese Schicht mit platt gedrückten Tuben einige Zentimeter hoch, ohne dass Helene ihren Mann hätte überreden können, diese Dinge wegzuräumen.

 

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation herrschte großer Zusammenhalt in der Familie.

Nachdem der Zweite Weltkrieg ausgebrochen war, wurden die beiden Söhne zum Kriegsdienst eingezogen. Beide wurden zu Piloten ausgebildet.Auf dem zweitletzten Ausbildungsflug am 1. Juli 1943 stürzte der älteste Sohn Gerd mit seinem Flugzeug in München-Riem ab und kam dabei zu Tode.

 

Die Nachricht vom Tode ihres Sohnes konnte Helene Kempin nicht überwinden. Sie starb ein halbes Jahr nach dem Tod des Sohnes am 23.Februar 1944 in Folge einer Grippe und den Auswirkungen dieses Schicksalsschlages in Oldenburg im Alter von 47 Jahren.

 

Sie fand ihre letzte Ruhestätte in einem Familiengrab auf dem Osternburger Friedhof.

 

Nach ihrem Tod, in der Zeit vom  7. Mai – 6. Juni 1944, wurde  im Rahmen der Kunstausstellung  „ Gaukulturtage Weser- Ems“  ein Blumenstillleben von ihr neben Arbeiten ihres Mannes Wilhelm Kempin gezeigt.

 

Helene Kempin hat zu Lebzeiten nie an Ausstellungen teilgenommen. Dennoch finden sich ihre Arbeiten, insbesondere Stillleben, in den Gemälden ihres Mannes Wilhelm Kempin wieder. Durch ihre Bescheidenheit und das Bemühen, ihren Mann Wilhelm Kempin zu fördern und zu unterstützen, blieb ihr die Anerkennung für ihr eigenes künstlerisches Schaffen bis zum heutigen Tage versagt.

 

 

 Quellenangaben:

Viele     Informationen stammen von Angehörigen der Malerin, die in persönlichen     Gesprächen ihre Erinnerungen schildern schilderten. Diese stellten auch     Fotos und Gemälde zur Verfügung, damit diese fotografiert werden konnten.

José     Kastler – Heimatmalerei – Das Beispiel Oldenburg, Seite 177, ISBN     3-87358-316-X

Gerhard     Bakenhus –Wilhelm Kempin , Maler in Kreyenbrück. Ein Beitrag zur Landschaftsmalerei     in Norddeutschland, ISBN 3-920557-69-7 darin enthalten eine Biografie über     Wilhelm Kempin, erstellt von Elfriede Heinemeyer, Seite 67 - 104

Der Oldenburgische  Hauskalender oder Hausfreund auf das Jahr 1948, S. 45

Oldenburger  Hauskalender von 1986 – Wilhelm Kempin zum Gedenken –

Ein Beitrag von Otto-ErichMeißner

Der     Oldenburgische Hauskalender oder Hausfreund auf das Jahr 1935, S. 47

Ausstellungskatalog  zur Großen Deutschen Kunstausstellung 1941 im Haus der Deutschen Kunst zu München, Juli bis auf weiteres, Saal Nr.40,  Lauf. Nr. 537, Seite 46.


 

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 Wilhelm Kempin


  


 


 


 


 


 


 


 

Wilhelm Kempin wurde  am 21.6.1885 in Osternburg als zweites von insgesamt 11 Kindern  des Glasmachers Ludwig Ferdinand Richard Kempin und dessen Ehefrau Carolina geb. Petzhold, geboren. Dieser hatte zuvor, nämlich  am 15. Dezember 1883Carolina Petzhold in Osternburg geheiratet. Wilhelm Kempin wuchs im Stadtteil Osternburg auf und wurde in diesem Stadtteil von Oldenburg in der Dreifaltigkeitskirche getauft. Er besuchte zwar zunächst in Oldenburg die Schule, musste die beiden letzten Schuljahre jedoch bei seinen Großeltern inPommern verbringen, um vermutlich die kinderreiche Familie seines Vaters zu entlasten. Nach dem Schulbesuch kehrte er nach Oldenburg zurück und begann 1900 eine Lehre bei seinem Vaters in der Glashütte. ein. Mittlerweile wohnte die Familie in der Vossstrasse 5, unweit der Oldenburger Glashütte.

Schon bald nahm Wilhelm Kempin  Malstunden bei dem im benachbarten Kreyenbrück im Schaftriftsweg lebenden Maler Gerhard Bakenhus

( 1860 – 1939), der über ein Zeitungsinserat Schüler gesucht hatte. Diese Doppeltätigkeit eines langen anstrengenden Arbeitstages in der Glashütte und dem anschließenden Malunterricht bei Bakenhus, übte er 10 Jahre lang  aus.

Erste künstlerische Erfolge weckten das Interesse des Leiters der Glashütte. Dieser beauftragte Kempin 1910 zur Anfertigung mehrerer Gemälde, die dem Schmuck neuer Schiffe der Oldenburg - Portugiesischen Dampfschiffs-Reederei dienen sollten. Ermutigt davon trat er im folgenden Jahrin die Kunstschule in Weimar ein, deren Leiter seit 1910 Fritz Mackensen war und wo die Pflege der Landschaftsmalerei großen Stellenwert besaß. Vier Jahre besuchte Kempin die Naturklasse von Max Thedy, bei dem sich unter anderem auch Georg Harms-Rüstringen ( vor 1917) und die Oldenburgerin Margarethe Kruckenberg unterrichten ließen, und erhielt als dessen Meisterschüler ein kostenloses Atelier innerhalb der Akademie. Wilhelm Kempin plante, noch einige Zeit in Weimar zu bleiben, um dann nach München oder eine andere Stadt mit regen künstlerischen Leben zu ziehen. Durch die wirtschaftliche Situation des verlorenen Krieges war Kempin gezwungen, 1919 nach Oldenburg zurück zu kehren.Ein starkes Beharrungsvermögen ließ ihn für immer in Oldenburg bleiben.

 

1922 heiratete er seine  Malerkollegin Helene Schulz – Dubois aus Frankfurt. 1925 bezog die Familie ein Haus mit Atelier in Kreyenbrück. Im selben Jahr machte er mit seiner Frau eine Schiffsreise mit der Oldenburg - Portugiesischen Dampfschiffsreederei über England, Frankreich und Portugal nach Marokko, drei Jahre später besuchte er mit seinen Malerkollegen Jan Linnemann, Adolf Niesmann und Paul Schütte Amsterdam und eine letzte Reise führte ihn 1936 mit AdolfNiesmann nach Venedig.

 

Zusammen mit den Oldenburger Künstlern Otto Naber, Richard tom Diek, Paul Schütte, Emma Ritter, Nanne Suffrian, Hanna Hohnhorst, Berta Habers, Georg Klages, Adolf Georg Niesmann, Anna Martens und Jan Linnemann, alles Mitglieder im Oldenburger Künstlerbund, trat Kempin  1926 in den Reichswirtschaftsverband Bildender Künstler Deutschlands ein.

Der Vorsitzender für den Gau Hannover des RVBKD war damals Carl Buchheisrer. Die Oldenburger Mitglieder wurden zunächst der Bezirksgruppe Bremen organisatorisch angegliedert. Es ist zu vermuten, dass der Eintritt einiger dieser Künstler in den RVBKD seine Ursache in der schwierigen wirtschaftlichen Situation hatte, zumal sich der RVBKD zum Ziel gesetzt hatte, die wirtschaftliche Lage der Künstler zu verbessern, indem sie ihnen Vergünstigungen verschaffte.

 

 

1927 und 1930 leitete Helene Kempin in den Ferien ein Jugendheim  auf Wangerooge, um dadurch der Familie einen längeren Aufenthalt zu ermöglichen.

 

Helene Kempin war von den Fähigkeiten ihres Mannes so überzeugt, dass sie ihre eigenes künstlerische  Talent ganz in den Dienst seiner Arbeit stellte. Von ihrer Hand sind zahlreiche Skizzen erhalten, die Wilhelm Kempin anschließend in Öl übertrug.

Wilhelm Kempin nahm finanzieller Einbußen in Kauf, um sich ganz seiner Malerei zu widmen. So lehnte er beispielsweise 1933 eine Berufung an die Kunstschule in Bremen ab, unterrichtete jedoch ab 1933 an der Staatsbauschule Oldenburg in dem Fach Freihandzeichnen und leitete den Kursus Zeichnen und Malen der Volksbildungsstätte, der am Samstagnachmittag im Augusteum statt fand.

 

Das Haus von Wilhelm und Helene Kempin entwickelte sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt eines großen Freundeskreises, zu dem neben Gerhard Bakenhus, Marie Meyer-Glaeseker, Willi Otto Georg Meyer und Jan Linnemann gehörten. Der Tod seiner Frau Helene  am 21. Februar 1944 war für den Maler ein harter Schicksalsschlag, der seine Grundfesten völlig veränderte. In den letzten Wochen des 2.Weltkrieges zerstörte ein Bombentreffer zudem sein Haus an der Cloppenburger Straße und zugleich einen Großteil seiner Arbeiten.

Wilhelm Kempin starb am  30. März 1951 an einer Lungenentzündung, die er sich bei der Beerdigung seines Freundes Heinrich Sandstede in Bad Zwischenahn zugezogen hatte.

 

 

Als Maler bot Wilhelm Kempin die Umgebung  in Kreyenbrück, obgleich stadtnah gelegen, mit ihrem Nebeneinander von Geestrücken, Moor und Niederungsgebieten ein intaktes Landschaftsbild. Obwohl Kempin bis auf die wenigen Reisen ständig in Oldenburg lebte und die Motive seiner Arbeiten in der heimatlichen Landschaft suchte, ist er nicht der Gruppe der Heimatmaler zuzuschreiben. In seinen Bildern steht nicht die topografisch genaue Wiedergabe im Vordergrund.Kempin hat einen eigenen Malstil ausgebildet, der sich teilweise am Malstil der Neue Sachlichkeit anlehnt. Dennoch hat er einen unverkennbaren eigenen Malstil entwickelt.

Da Kempin in seinem Künstlerleben, ebenso wie Bakenhus, auf die Erteilung von Malunterricht angewiesen war um die Familie zu ernähren, können viele Oldenburger Künstlerinnen und Künstler auf eine Ausbildung bei Kempin oder Bakenhus verweisen.

 

 

Einer von ihnen war Walter Howard, der als Bildhauer sicherlich eine Ausnahme bildete.

Howard war eng mit Wilhelm Kempin befreundet und ging viele Jahre bei ihm ein und aus.

Walter Howard, der mittlerweile wie die meisten anderen Kempinschüler auch verstorben ist, wurde zu Lebzeiten von Burkhard Zscheischler in seinem Heimatort Radebeul interviewt. Zscheischler schrieb Howards Lebensgeschichte auf und  sichtete die von Howard mit Bleistift vermerkten Kalender und Tagebücher aus den Jahren 1944 bis 1948.

 

Hier Auszüge aus den Tagebüchern, Wilhelm Kempin betreffend:

 

1945:

Der 17. April bringt dann aber Aufregung: „ Kempins Haus zum Teufel, kaum gereinigt, Turm u.unten, zigmal Alarm, Tiefflieger. In dennächsten Tagen hilft der gesamte Kempinkreis beim Aufräumen, alle andere Arbeitmuss zurückstecken.“

 

Dienstag( 8. Mai) wird von „ 9-1“ Uhr bei Stallung gearbeitet, danach werden aus Kempins Garten Trümmersteine entfernt.

 

Und immer wieder ist Walter Howard bei Wilhelm Kempin und hilft bei der Enttrümmerung und Neuaufbau.

 

Am 30. Mai ist Walter Howard in den Nachmittagsstunden in Kempins Garten.

 

Eintrag am 24. Juni: Vormittags Kempins Haus abgebrochen.

 

1946:

1. Januar: Howard schreibt verächtlich über eine geplante Künstlerausstellung in Oldenburg, die „ ein großer Zirkus“ sei. Walter gehört einem neuen Kreis Kempinschülern an. Er schreibt:“ Wir vom Kreyenbrücker Kreis wollen uns demonstrativ absondern“. Auch sorgt er sich um seinen Lehrer: Dessen neues Atelier steht halbfertig im Bau, die Notwohnung ist ebenso unfertig.

Am 22. September nimmt Walter Howard Abschied von Kempin und reist am 23. September nach Berlin-Weißensee.

Mitte Dezember fährt er nach Oldenburg und besucht neben seinen Freunden auch Kempin.

 

1947: Mitte/Ende Juni fährt Walter einmal mehr nach Oldenburg. Die Tage sind ausgefüllt mit Besuchen bei Freunden, bei Kempin, auch einige Male bei Stallung.

 

 

Ausstellungen:

 

26.3.1939 ( Eröffnung) Teilnahme an de rGemeinschaftsausstellung der Gaukulturwoche des Gaues Weser-Ems im Saal des Oldenburger Schlosses,unter anderem mit Carl Jörres, Franz Radziwill.

 

Teilnahme an der Großen Deutschen Kunstausstellung 1941 im Haus der Deutschen Kunst zu München, ausgerichtet vom Juli bis auf Weiteres.

Wilhelm Kempin war dort mit dem Gemälde „ de Appelboom“vertreten.

 

7. Mai – 6. Juni 1944 Kunstausstellung des Gaues Weser-Ems in Oldenburg, vertreten mit 12 Ölgemälden  ( Norddeutsche heroische Landschaft, De ole Boom, Stegmanns Haus, Maia, Farnkraut, Gartenstück, EinSonntagmorgen, Aus einer alten Kate, De Waterbank, Mummeln(2. Fassung),Märzstimmung - Baumstümpfe, Apfelzweig.

 

Seine Frau Helene war mit einem Ölgemälde, Blumenstück,vertreten.

 

Bisher konnten folgende Personen als  Schülerinnen und Schüler Wilhelm Kempins ausfindig gemacht werden:

 

August Ahlers

Otto Georg Willi Meyer

Marga von Garrel

Walter Howard

Rammin

Ewald Westholm

Kurt Zeh

Dieter Stöver

Eva Simmat

Bernd Alois Neteler

Hermann Schomerus

Charlotte Mayer-Schomerus

Elisabeth Schmitz

Käthe Meyer ( Knutz)

Zahnarzt Dr. Brinkmann

Marga Bruns

Lehrer Reiners aus Ofen

Maria von Garrel

Jona Detjen

 

Quellenangaben:

1. GerhardWietek - 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land.

2.Kataloge zu den Ausstellungen Gaukulturwoche des Gaues Weser-Ems am 26.3.1939 und
vom 7.5.-6.6.1944

3. Gerhard Bakenhus-Wilhelm Kempin- Maler in Kreyenbrück, Veröffentlichung desStadtmuseums Oldenburg, Band 1

4. Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg

5. Oldenburger Hauskalender von 11935 und 1948

6. Max Thedy und seine Schüler - von Armin Thedy, Hamburg

7.Ausstellungskatalog über Adolf Georg Niesmann, herausgegeben vom StadtmuseumOldenburg, 1992

8. Kopie desManuskripts des Autors Burkhard Zscheischler über Walter Howard- Mein Name istStats, Erinnerungen von Walter Stats Howard, S. 84 - 87.

9.Ausschnitt eines Zeitungsartikels aus dem Jahre 1987, anonym, undatiert, mitdem Titel: Jona Detjen: Aquarelle und Zeichnungen- Ausstellung im KirchhatterRathaus vom 5. Bis 28. Februar.Jona Detjen gab an, dass ihre Holzbildhauerlehrebegleitet war von Studien im Zeichnen bei Gerhard Bakenhus, Wilhelm Kempin undHugo Zieger, bevor sie 1924 die Kunstgewerbeschule Hannover besuchte.
 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Gottlieb Kistenmacher


 

 

Gottlieb Heinrich Christian Kistenmacher wurde am 28.11.1825 als Sohn des Steuereinnehmers Heinrich Kistenmacher und dessen Ehefrau Johanne geborene Scheller in Potshausen, einer Gemeinde Ostrhauderfehns im Kreis Leer, geboren.

Nach der Schulzeit versah Gottlieb Kistenmacher seinen Militärdienst in Norden. Dort erlernte er das kartographische Zeichnen, außerdem bildete er sich autodidaktisch im Porträzeichnen weiter. Seine „Modelle“ waren dabei ihm zur Verfügung stehende Fotos von Personen, die darauf abgebildet waren.

Später übernahm er die Stelle seines Vaters als Steuereinnehmer, der in hannöverschen Diensten stand. Um 1862 wurde er vermutlich nach Leer versetzt. Hier setzte er künstlerische Akzente, indem er Partien aus Leer und dem ostfriesischen Raum zeichnete. Auch in Norden, Carolinensiel, Bad Zwischenahn, Aurich und Bodenteich, südlich von Uelzen gelegen, war er tätig und hinterließ dort seine Spuren.

1874  war er in Lehrte, danach in Uslar wohnhaft.

Ab 1885 lebte er in Oldenburg.

Seine Geschicklichkeit in der topografisch genauen und miniaturhaften Wiedergabe von Ansichten, Häusern und anderen Partien brachten ihm große Wertschätzung ein. Neben der Anfertigung von Zeichnungen widmete er sich auch der Ölmalerei.

Gottlieb Kistenmacher starb am 16.3.1900 in Oldenburg.

 

Quellen, Internetauftritt der Ostfriesischen Landschaft miteinem Beitrag von Heiko Jörn


 

Georg Jabbo Kittel

 

Georg Kittel wurde am 29. April 1880 in Dornum als eines von sieben Kindern des Apothekers

Carl Adolf Kittel und dessen Mutter Agnes geborene Hansemann geboren. Nach dem Besuch des Norder Ulrichsgymnasiums studierte er zunächst in Leipzg Musik, musste aber wegen seiner zarten körperlichen Verfassung das professionelle Geigenspiel aufgeben.

Er kehrte daraufhin nach Dornum zurück. Dort wird er durch die Bilder seines älteren Bruders Ludwig beeinflusst, der an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hatte.

1901 verbrachte Georg Kittel  sechs Monate in Italien. Dort entstanden seine ersten Ölgemälde.

In der Folge begann er ein Kunststudium an der Kunstakademie in Kassel.  Später wurde er Meisterschüler bei Professor Kolitz und schloss sich dem Kunstmaler Schliepake an. Nachdem er ausgebildet die Kunstakademie in Kassel verlassen hatte, begab er sich nach Karlsruhe, wo er im Meisteratelier von Hans Thoma arbeitete. Anschließend reiste er nach München, wo er Kontakt zu Professor Schinnerer, Olaf Gulbransson, Enno Wilke und Hans Triebner hatte.

Er nahm in München an den Ausstellungen der Münchener Sezession teil, schloss Freundschaften mit Joachim Ringelnatz und Renee Sintenis und später mit Oskar Kokoschka.

1911 ließ sich Georg Kittel in Braunschweig nieder und war dort als freischaffender Künstler tätig. Er lernte dort seine Ehefrau Gertrud geborene Holecker kennen. Zwei Kinder brachte seine Ehefrau danach auf die Welt.

1918 zog die Familie nach Neustettin. Bis 1945 war Kittel als Kunsterzieher am dortigen Gymnasium tätig.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges musste die Familie die Flucht antreten und mehrere hundert Bilder des Malers zurück lassen.Der Bestand fiel den Polen in die Hände.

Der Maler kehrte mit seiner Familie nach Dornum zurück und wurde von seinem unverheirateten Bruder und der ebenfalls unverheirateten Schwester im Hause Poststraße 7 aufgenommen.

In einem Torfstall richtete er sich ein bescheidenes Atelierein und begann wieder zu malen.

Anlässlich seines 70. Geburtstages widmete ihm der „Ostfriesische Kurier“ eine ganze Seite, eine Würdigung seines bisherigen Schaffens.

Zu seinem 75. Geburtstag Anfang Mai 1955 wurde eine Ausstellung mit 61 Gemälden im Auricher De – Pottere - Haus durchgeführt, ausgerichtet von der Ostfriesischen Landschaft.

Zu seinem 80. Geburtstag erfuhr er eine Ehrung mit einer Ausstellung seiner Arbeiten, ebenfalls ausgerichtet von der Ostfriesischen Landschaft.

Der Maler starb am 27.3.1962 in Dornum.

 

Quelle:

 

Ursula Basse-Soltau – Ein Beitrag über Georg Jabbo Kittelfür die Ostfriesische Landschaft

(BLO II, Aurich 1997, S. 198-199)

 

Ludwig Georg Christel Kittel

 

Ludwig Georg Christel Kittel wurde am 19. November 1869 in Dornum als eines von sieben Kindern des Apothekers Carl Adolf Kittel und dessen Ehefrau Agnes, geborene Hansemann, geboren.

Nach dem Besuch des Ulrichgymnasiums in Norden, das er mit dem Abitur ab schloss, begann er ein Studium der Ingenieurwissenschaften an der Technischen Hochschule in Hannover. 1893 setzte er das Studium in München fort. Gleichzeitig belegte  er von 1893 bis 1894 Kurse an der Kunstakademie in München.

Obwohl er sich weiterhin technischen Fragen widmete, rückte das Interesse an einer künstlerischen Weiterentwicklung immer mehr in den Vordergrund.

Schließlich reiste er nach Düsseldorf und ließ sich an der dortigen Akademie weiter ausbilden.

Nach Beendigung des Kunststudiums kehrte er nach Dornum zurück und betätigte sich in der Folge hauptsächlich als Landschaftsmaler, Grafiker, Zeichner  und Marinemaler.

Bei Beginn des Ersten Weltkrieges trat Kittel, schon fünfundvierzigjährig, bei der Küstenartillerie in Wilhelmshaven seinen Dienst an. Im August 1916 wurde er zum Leutnant befördert. Während des Krieges war er an einem Einsatz des Marinecorps in Belgien beteiligt.

Schon 1914 illustrierte er den „Ostfreesland Kalender fürJedermann“. Bis dahin hatte er für das Mitteilungsblatt bereits einige Textbeiträge geliefert und illustriert.

Ludwig Kittel bestritt seinen Lebensunterhalt in erster Linie als Zeichenlehrer an der privaten Mittelschule in Dornum und durch die Erledigung von Auftragsarbeiten.

Der Maler starb am 6. August 1946 i Dornum. Er wurde auf dem dortigen Friedhof bestattet.

 

Quelle:

 

Heinz Ramm – Ein Beitrag für die Ostfriesische Landschaftüber Ludwig Kittel

(BLO II, Aurich 1997, S. 200-201)

 

 

Georg Klages


 


 


 


 


 


 


 


 

 

 Georg Klages wurde am 16. August 1884 in Wagenfeld im Kreise Diepholz geboren. Nach der Schulzeit ergriff er den Lehrerberuf und unterrichtete zunächst an der Volksschule in Wörpeldorf bei Worpswede. Unter Anweisungen einiger Worpsweder Künstler unternahm er dort erste Malversuche und schuf Moorlandschaften aus demTeufelsmoor.

Er bildete sich anschließend in Berlin an der Königlichen Hochschule für bildende Künste fort. Beeinflusst wurde er dort von dem Tiermaler Paul Meyerheim.

Als Einjährig-Freiwilliger der Marine verbrachte Klages die Kriegszeit auf der Insel Helgoland. In dieser Zeit schuf er viele Ölgemälde von der Insel, der Nordsee und Bilder vom Treiben und Leben der in Marine. Elf  Blätter mit diesen Motiven wurden in einer Kunstmappe herausgegeben.

Ab 1919 unterrichtete Klages in Oldenburg an der Cäcilienschule und der Helene Lange Schule. Er ging als Oberzeichenlehrer in Ruhestand.Nach 1933 nahm er an Ausstellungen " Kunst im Gau Weser-Ems" teil.

 

Quelle:

 

Der Oldenburgische Hauskalender oder Hausfreund  auf das Jahr 1933, S. 40.

Gerhard Wietek- 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S. 261


 

Walter Kleen

 

 

Walter Kleen wurde als achtes Kind eines Kupferschmieds 1911 in Osternburg,  einem Stadtteil Oldenburgs, geboren.

Nach der Schulzeit begann er im heute nicht mehr existierenden Stalling-Verlag eine Ausbildung zum Lithographen.

Er heiratete einige Jahre später seine Frau Käthe geb. Bastrup, die ihm häufig für seine Zeichnungen Modell saß. Nach der Ausbildung erhielt er anschließend eine Anstellung im Vermessungsamt.

 

Kleen war politisch sehr engagiert, vor allem in der damaligen KPD und DKP, bei denen er Mitglied war.

1934 wurde er im KZ Vechta inhaftiert, nach seiner Entlassung wurde er arbeitslos.

 

Künstlerisch suchte er den Kontakt zu den Malerinnen und Malern der Kreyenbrücker Schule. Unterricht nahm er bei Gerhard Bakenhus (1860-1939). Einige Zeit später trat er dem Oldenburger Künstlerbund bei.

Ende der 1930er Jahre nahm er an Akt - und Porträtzeichenkursen im Augusteum teil, die von Wilhelm Kempin, Marga von Garrel und Dieter Stöver erteilt wurden.

Engere Kontakte pflegte er zu den Künstlern Otto Georg Meyer und vor allem Walter Howard, der ebenfalls Kommunist war und beim Stalling - Verlag gearbeitet hatte. Auch er wurde aufgrund seiner politischen Einstellung im KZVechta inhaftiert.

 

In der Zeit von 1941 bis 1946 wurde Kleen zum Kriegsdienst verpflichtet, geriet während des Krieges in Gefangenschaft und kehrte schließlich wieder nach Oldenburg zurück.

1952 illustrierte er Werke von August Hinrichs.

 

Von 1956 bis 1967 war er bei der Post als technischer Zeichner angestellt. Gemeinsam mit Dieter Stöver und Georg Otto Willy Meyer hatte er sich ein Atelier in einem Bauernhaus in Kreyenbrück eingerichtet. Meyer starb allerdings bereits 1958.

 

1962 nahm er an der Niedersächsischen Kunstausstellung der im BBK zusammengeschlossenen Künstlergruppen in Hildesheim teil, die vom 26.8.-16.9.1962 ausgerichtet wurde. Aus dem Oldenburger Raum beteiligte sich unter anderem Erika Baumgart aus Fedderwarden, Alfred Bruns, Alf Depser aus Juist, Hans-Heinz Domke, der aus Marne in Holstein stammt aber für den BBK Ostfriesland gemeldet ist, Herbert Dunkel aus Norden Franz Francksen, Marga von Garrel, Hans-Berthold Giebel, Maximilian Gretscher, der für den BBK Oldenburg auftritt, Wolfgang Heckler aus Wiesmoor, Rolf W. Klann aus Wilhelmshaven,  Thea Koch, G.G. Krüger, Hans Meyerholz aus Delmenhorst, Reinhard  Pfennig,Willi Oltmanns aus Delmenhorst, Elisabeth Reuter von der Insel Juist, Hans Joachim Sach, Veronika Caspar-Schröder, Heinrich Schwarz, Karl Schwoon, Wernhera Sertürner, Anna Maria Strackerjahn, Werner Tegethof und Curt Ziesmer aus Buxtehude, der ebenfalls  für den BBK Oldenburg auftritt.

 

Walter Kleen war Mitglied im Bund Bildender Künstler Oldenburg. Er nahm  vom 14.12.1969 bis 14.1.1970 im Oldenburger Kunstverein an einer Ausstellung teil Dabei stellte er vier Ölgemälde aus ( Moorstück, Hafen Oldenburg, Reusen im Watt, Ruine im Moor).

 

Aus der Ehe mit seiner Frau Käthe gingen drei Kinder hervor. Walter Kleen starb 1972.

 

Quellen:

Walter Kleen, Arbeiten auf Papier, Herausgegeben vom Künstlerhaus Jan Oeltjen e.V. 2011

Ausstellungskatalog BBK-Oldenburg - Freie Gruppe 1969 im Oldenburger Kunstverein.

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.261.

Ausstellungskatalog zur Niedersächsischen Kunstausstellung 1962 in Hildesheim, vom 26.8.16.9.1962.


 Julian Klein von Diephold

 

Julian Klein von Diephold wurde am 25. Januar 1868 in Düsseldorf als eines von acht Kindern des Historien - und Porträtmalers Friedrich Emil Klein von Diephold und dessen Ehefrau Ada von Diephold, geboren. Zwei seiner Brüder, Leo und Maximilian, traten später, ebenso wie er, in die Fußstapfen seines Vaters und wurden Kunstmaler.

In früher Kindheit zog die Familie nach Köln und nach kurzer Zeit nach Kassel. 1873 zogen die Eltern mit den Kindern wieder nach Düsseldorf um.

Julian erhielt einen ersten Malunterricht von seinem Vater. Ab 1886 besuchte er die Kunstakademie in Düsseldorf und studierte zwei Jahre lang bei Hugo Crola und Peter Jansen. Beeinflusst wurde er zu dieser Zeit durch Johann Wilhelm Schirmer. Während des Studiums befasste sich Klein von Diephold mit Landschaftsstudien.

1888 verließ er die Akademie und begab sich nach Antwerpen,wo er sich an der Akademie für schöne Künste weiter bilden ließ. Von 1888 bis 1891 besuchte er an der Akademie die Zeichenklassen. Zusätzlich nahm er von 1890 – 1891 an einem Bildhauerkurs teil. Lehrer an dieser Akademie war u.a. Professor Charles Verlat, der allerdings bereits am 23. Oktober 1890 starb.

Julian Klein von Diephold wurde anschließend Meisterschüler von Juliaan De Vriendt.

Während seines Studiums unternahm er Studienreisen nach Belgien und Frankreich.

Ab 1893 arbeitete er in einem eigenen Atelier in Antwerpen. Auch jetzt unternahm er Reisen an die Riviera und nach Florenz, wo er einhalbes Jahr praktische Erfahrungen in der Bildhauerkunst sammelte.

1894 hielt er sich zu Studienzwecken in Paris auf. 1895 zog er an die Riviera , 1896 heiratete er die Italienerin Ida Bianchi und verzog mit ihr nach Rom. Aus der Ehe mit seiner Frau Ida gingen zwei Kinder hervor.

In den Jahren 1903 bis 1914 wechselte der Maler häufiger seinen Wohnsitz. Von Rom und Antwerpen gelangte er in den Taunus, von wo aus er in Frankfurt am Main ein Schüleratelier leitete.

Bereits 1909 lebte er in Berlin, wo er sich ein Atelier eingerichtet hatte. Schon 1910 wohnte er wieder an der Riviera, wo er bis 1914 wohnen blieb.

Nach Beginn des Ersten Weltkrieges verlegte er seinen Wohnsitz wieder nach Berlin. Dort nahm er an zwei großen Ausstellungen in den Jahren 1916 und 1918 der Freien Secession teil.

1919 erhielt er eine Einladung nach Ostfriesland. Die Landschaft mit ihrer einzigartigen Ursprünglichkeit beeindruckte ihn so sehr, dass er dorthin immer wieder Reisen von Berlin aus unternahm.

1923 zog er von Berlin nach Mansie, einer kleinen Ortschaft in der Nähe von Westerstede.

Der Maler, die sich von seiner Frau Ida hatte scheiden lassen, heiratete 1925 die Ostfriesin Margarethe Iderhoff, die einen Sohn zur Welt brachte.

Julian Klein von Diephold zog später mit der Familie nach Norderney und betätigte sich dort hauptsächlich in den Sommermonaten künstlerisch. Die Wintermonate verbrachte er häufig in Italien oder Berlin.

 

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sein Berliner Atelier, und dadurch viele seiner Arbeiten, bei einem Bombenangriff zerstört.

Der Maler blieb auf Norderney bis zu seinem Tode sesshaft. Er starb am 20. November 1947 auf der Insel Norderney.

Seine Landschaftsdarstellungen, die er in hauptsächlich in Spachteltechnik und dickem Pinselauftrag auf die Leinwand brachte, sind von beeindruckender atmosphärischer Stimmung.

Der Maler beherrschte andere Techniken ebenso perfekt. Im Verlaufe seines Lebens entstanden neben Ölgemälden auch Aquarelle, Kreide,- Pastell,- Kohle,-Rötelzeichnungen, ebenso Radierungen und Lithografien.

Insbesondere seine Ölgemälde mit Landschaftsdarstellungen Ostfrieslands sind gesucht.

 

 

Quellen:

 

Textbeitrag des Museum Nordseeheilbad Norderney.

 

Ostfriesisches Landesmuseum Emden – Pressemitteilung vom 22. April 2009 – Schenkung eines Gemäldes durch den Freundes und Förderkreis des Ostfriesischen Landesmuseums e.V.

 

Angelika Lasius – Textbeitrag über den Maler Julian Kleinvon Diephold für die Ostfriesische Landschaft ( BLO I, Aurich 1993, S.221-223).

 

 

 

 

 

Heinrich Klingenberg

 


 


 


 


 


 


 


 



 

Der Maler Ernst Heinrich Klingenberg wurde am 23.5.1868 in Visbek als Sohn des Tischlermeisters Ferdinand Gerhard Heinrich Klingenberg unddessen Ehefrau Catharina geborene Schillmöller, geboren.

Schon in der Volksschule zeigte sich, dass Heinrich Klingenberg sehr talentiert war. Da jedoch die Mittel zu einem Kunststudium fehlten, musste er 1882 eine Malerlehre im  Nachbardorf Goldenstedt beginnen, die er 1883 aus Krankheitsgründen abbrach. Er kam in die Obhut der Alexianer in Neuß, die ihm  eine Anstellung bei einem Dekorationsmaler in Münster vermittelten und ihm einen privaten Zeichen-und Malkursus finanzierten. Die Ausbildung bei dem Dekorationsmaler  absolvierte er von 1885 bis 1889. Nach kurzer Tätigkeit als Kirchenmaler in Visbek begann er zu Beginn des  Jahres 1891 ein Studium an der Kunstakademie in München, das er aber aus Geldmangel wieder abbrechen musste. Danach arbeitete er als Dekorationsmaler im Rheinland, in Westfalen und Holland. Er besuchte zwischendurch die Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. 1896 ließ er sich als Kirchendekorationsmaler in Lohne nieder, heiratete dort  und erhielt in der Folgezeit zahlreiche Aufträge für Kirchen im Südoldenburger Raum. Daneben malte er vor allem Portraits. Seit 1900 beschickte er Ausstellungen in Oldenburg, trat 1904 der Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler bei und gehörte zu den Mitbegründern des Oldenburger Künstlerbundes. Der künstlerische Durchbruch gelang ihm 1905 auf der Nordwestdeutschen Kunst- und Gewerbeausstellung in Oldenburg, als er ein mit rührender Menschlichkeit ausstrahlendes Bild seiner Mutter „ In Gedanken“, dem Publikum vorstellte. Er fand nun Förderer, die 1909 eine Ausstellung in der Hofkunsthandlung Oncken im Oldenburger Lappan  arrangierten, die guten Anklang fand. Klingenberg, dessen akademisch präzise Malweise dem Trend des bürgerlichen Kunstverständnisses entsprach, wurde nun einer der gefragtesten Porträtisten des Oldenburger Landes,der zahlreiche Aufträge vom Adel, der Geistlichkeit und dem gehobenen Bürgertum erhielt. 1918 wurde ihm in dem Jahr seines 50en Geburtstages durch den Großherzog die große Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

Nach dem ersten Weltkrieg gingen die Aufträge aus wirtschaftlichen Gründen so stark zurück, das Klingenberg in finanzielleSchwierigkeiten geriet. Er suchte einen neuen Kundenkreis im benachbarten Holland, wo er mit seiner kühlen sachlichen Malweise erneut Erfolg hatte. 1926 kehrte er nach Lohne zurück, doch litt seine künstlerische Arbeit zunehmend unter einem schleichenden Nervenleiden. Da die Schüttellähmung seine Malweise stark veränderte, fand er keine Auftraggeber mehr. Er starb am 30.12.1935 völlig verarmt im Krankenhaus in Lohne.


 

Quellenagaben Heinrich Klingenberg

 

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.261

Heinrich Klingenberg „ In den Augen liegt die Seele“, Porträtmaler des Oldenburger Münsterlandes, Industrie Museum Lohne, Ausstellung 13.2.-18.4.2004,ISBN 3-9808151-8-8

Oldenburger Hauskalender von 1930, S. 47 - 48

 

 Georg Knetemann

    

   

               


 


 


 


 


 


 

Wenn sich Kunstinteressierte aus dem Raum Oldenburg und Umgebung mit Moorlandschaften, Torfstichen und alten Katen in Verbindung mit der regionalen Landschaftsmalerei auseinander setzen, so fallen ihnen dabei zunächst einmal die Oldenburger Maler Gerhard Bakenhus (1860-1939) und Wilhelm Kempin (1885-1951) ein, die am Rande des Kreyenbrücker Moores lebten und wohl mit zu den bekanntesten und bedeutendsten Oldenburger Malern zählen.

     

Bakenhus, dessen Arbeiten immer wieder das Thema Moor zum Inhalt hatten, gilt als der Moormaler schlechthin.

     

Zu den Malern, die sich über einen jahrelangen Zeitraum immer wieder ins das Moor begaben um dort zu malen, gehört auch der Kunstmaler Georg Knetemann, der 2005 seine künstlerische Tätigkeit aufgrund seines hohen Alters einstellen musste.

     

Georg Knetemann wurde am 12. Juni 1912 in Achternholt als Sohn des Landwirts Heinrich Knetemann und dessen Ehefrau Annemarie geboren. Georg Knetemann hatte drei Schwestern und wuchs wie diese auf dem elterlichen Hof auf.

                 

Ab 1918 besuchte er die Volksschule in Oberlethe und zeigte gute schulische Leistungen. Auch fiel er dort durch sein außergewöhnliches zeichnerisches Talent auf.

     

Ab 1927 besuchte Knetemann die Oberschule in Oldenburg. Während er im Sommer jeden Tag die etwa 10 Kilometer von Achternholt bis nach Oldenburg mit dem Fahrrad zurück legen musste, war er gezwungen, sich während der Schulzeit in den Wintermonaten in Oldenburg ein Zimmer zu nehmen. Wohnquartiere in der Nähe vom Oldenburger Schlossgarten und am Schlossplatz sind dem Maler in diesem Zusammenhang noch in Erinnerung.

     

Bereits im Alter von 15 Jahren zog er mit Zeichenstiften, Papier und Farben durch die Landschaft und skizzierte, zeichnete und malte.

     

Mit den fertigen Arbeiten suchte er hin und wieder Gerhard Bakenhus in dessen Haus im Schaftriftsweg, oder Wilhelm Kempin in der Cloppenburger Straße auf, und legte ihnen seine Arbeitsergebnisse vor.
Nachdem diese seine Arbeiten begutachtet hatten, gaben sie ihm Tipps und Anregungen,wie er etwas zu korrigieren hatte, oder verbessern konnte.

     

Die guten Ratschläge erhielt er von Beiden, ohne dass Bakenhus oder Kempin jemals dafür eine Entlohnung forderten. Erinnern konnte sich Georg Knetemann insbesondere an Wilhelm Kempin, und wie dieser mit ihm eine Malstunde in den Sanddünen an der Hunte in Nähe der Cloppenburger Straße verbrachte, und zwar dort, wo sich heute die Gebäude der ehemaligen Hindenburgkaserne befinden.

     

Um seine zeichnerischen Fähigkeiten weiter zu schulen, nahm Knetemann ab 1928 an Abendkursen im Oldenburger Werkhaus bei dem Maler und städtischen Gewerbelehrer Ernst Walter Mütze teil. Mütze, 1897 in Dresden geboren, hatte sich an der Dresdener Kunstgewerbeschule und der Akademie für Kunstgewerbe in Dresden zum Zeichenlehrer ausbilden lassen. In den Jahren von 1921 bis 1923 unterhielt er in Dresden ein eigenes Atelier. Danach war er an der städtischen Gewerbeschule in Delmenhorst tätig und bestand während dieser Zeit die Gewerbeoberlehrerprüfung, bevor er sich 1928 in Oldenburg nieder ließ.

      

Georg Knetemann ging in der Obersekunda von der Oberschule ab und bewarb sich anschließend um einen Ausbildungsplatz an der Kunstschule in Dresden. Nachdem er dort seine Bewerbungsunterlagen mit einigen Zeichnungen abgegeben hatte, wurde er im1933 angenommen und studierte bis zum Herbst 1935 unter Leitung von Professor Guido Richter den Fachbereich Zeichnen und Maltechniken mit einer zusätzlichen Ausbildung im wissenschaftlichen Zeichnen.

Nach der Abschlussprüfung der 5 Semester umfassenden Studienzeit kehrte Knetemann nach Oldenburg zurück und erhielt wenig später eine Anstellung als Zeichner am Staatlichen Museum für Naturkunde und Vorgeschichte.

     

Bis 1940 arbeitete Knetemann in dem Museum, dann wurde er als Soldat zum Kriegsdienst während des 2. Weltkrieges einberufen. Bis zum Kriegsende im Jahre 1945 war Knetemann als Zeichner zu einer Luftwaffeneinheit abkommandiert, die in Italien stationiert war.

     

Trotz der Kriegsereignisse war für ihn genügend Zeit vorhanden, Landschaftsdarstellungen aus Sizilien und den Dolomiten auf Papier fest zu halten.

     

Unversehrt kehrte er nach Kriegsende nach Oldenburg zurück und nahm sofort seine Tätigkeit im Museum für Naturkunde und Vorgeschichte wieder auf. Bis 1975 arbeitete der Maler dort, dann wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Knetemann konnte sich nun, frei von Zwängen, ausschließlich der Malerei widmen.

     

In den vielen Jahren seines künstlerischen Schaffens malte Georg Knetemann vorwiegendin der freien Natur. Die Wege, die er dabei in erster Linie mit dem Fahrrad zurück legte, führten ihn oft in das Venemoor, nach Benthullen oder in die Gegend um Achternholt.

     

Im hohen Alter fotografierte er die ihm zusagenden Motive. In seinem Atelier im Obergeschoss seines Hauses übertrug er die Fotografien in Ölfarben auf Hartfaserplatte oder Leinwand.

     

     

Viele seiner meistens kleinformatigen Gemälde fallen durch ihre warmen Farbtöne auf. Sie zeigen das Moor von seiner sonnigen, seiner anderen Seite. Lichtreflexionen, ein heller Sandweg, das hellrote Dach eines Hauses und das lichte Grün der Baumkronen, der

 Weiden und Wiesen vermitteln dem Betrachter, dass das Moor seine eigene Ursprünglichkeit und besonderen Liebreiz hat und dass das Stück Natur in jenem Augenblick, als Knetemann es malte, noch intakt war.

     

Georg Knetemann hat während seines intensiven künstlerischen Schaffens an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen. Unter anderem wurden seine Arbeiten im Landesmuseum Oldenburg und einigen Rathäusern des Oldenburger Landes gezeigt. Er wurde nicht nur mit dem Kulturpreis der Gemeinde Wardenburg ausgezeichnet, sondern erhielt auch am11.6. 2004 für besondere Verdienste die Ehrennadel der Oldenburgischen Landschaft.

     

Mittlerweile musste Georg Knetemann seinem hohen Alter Tribut zollen. Der letzte Moormaler der alten Generation musste seine künstlerische Tätigkeit einstellen. 


 

Der Maler starb mittlerweile.

    

   

Quellenangaben:

 

1. Persönlich geführtes  Interview des Verfassers mit Georg Knetemann, geführt vom Verfasser im April 2006

2. Artikel  ausdem Jahre 1982 von Otto-Erich Meißner aus „Der Gemeindespiegel“ Titel: Georg Knetemann – 70 Jahre alt

 

Willy Knoop

 

Willy Knoop wurde am 7.3.1888 in Lütjenburg/Ostholstein als eines von fünf Kindern eines Maurers geboren. Er besuchte die örtliche Schule und absolvierte dann eine Schreiberlehre im Bürgermeisteramt. Da er anschließend keine Anstellung fand, verpflichtete er sich bei der Marine. Sein Weg führte ihn dabei unter anderem nach Ostfriesland. Bis dahin hatte er sich bereits intensiv mit der bildenden Kunst auseinandergesetzt und sich autodidaktisch weiter gebildet.

Anfang der 1920er Jahre , Knoop war offenbar zu diesem Zeitpunkt in Aurich ansässig, trat er der Künstlervereinigung „Die Barke“ bei. Zu den Mitgliedern zählten unter anderem Jan Oeltjen, Gerd Meyer, Baumann aus Rüstringen, C. Behling, K.W. Göring, Therese von der Vring,Adolf Niesmann und Gertrud Erichsen. Am 10.April 1921 fand eine erste Ausstellum im Oldenburger Augusteum statt, unter der unter anderem Knoop seine modern ausgerichteten Arbeiten zeigte. Es folgte im März 1922 eine zweite Ausstellung im Augusteum ( Näheres zur Künstlervereinigung Die „Barke“ in der Biografie von Gerd Meyer nachzulesen).

 

Manifest der „Barke“.

 

Zum ersten Male wird sich die junge Generation Oldenburger Maler zeigen. Herangereift am Erlebnis des Krieges, tritt sie hervor mit ihrer Arbeit.

Erschrockene Seelen baten, man möge sie mit der jüngsten Kunst verschonen. Ihnen zur Beruhigung, dass es nicht um Sensationen geht. Weder aufgenagelte Fahrkarten noch eingeschraubte Wasserkrähne werden sie zu unseren Bildern sehen. Denn-dass wir uns einig sind, es geht um eine ernste Sache. Es gilt, wie für die ganze heutige künstlerische Jugend, so auch für uns, die zerrissenen Fäden wieder zu finden und zu knüpfen, die uns mit den besten Deutschen, das je war, wieder verbinden sollen, und dann an diesem Gewebe weiterzuwirken, um das zu schaffen, was uns fehlt: eine Volkskunst im besten Sinne des Wortes.

So wünschen wir uns auch unsere Gäste: einfach, unverbildet und vorurteilslos. Menschen die fähig sind, mitzufühlen, dass hier um dasselbe gekämpft wird, um das das Schongauer bis Mar'ees die besten deutschen Künstler gekämpft haben. Um den Ausdruck deutschen Wesens in seiner Tiefe, in seiner herben Kraft, seiner Eckigkeit und Zuverlässigkeit. (So national sind wir! Sie schwarz-weiß-roter Pfiffikus!)

Nun bitten wir alle ernsthaften Leute zu uns zu kommen und unsere Arbeiten anzusehen. Vielleicht werden sie uns nicht stark genug finden. Da geben wir zu bedenken, dass wir der Überrest einer Jugend sind, die in Flandern und vor Verdun, am Sann und am Stood der Rasen deckt! Die Fröhlichsten, Stärksten, Reichsten sind nicht mehr unter uns.

Und doch ist ihr Geist unter uns lebendig, unsichtbar sitzen sie mit uns in der Barke, sind fröhlich mit uns und blicken ins Segel, das sich blähend entfaltet. In ihrem Sinne den Kurs zu nehmen, ist unser Gelöbnis bei der ersten Ausfahrt.

Die Fahnen flattern!

Schiff stoß vom Strand!

 

Die Barke

In den 30er Jahren nahm Knoop seinen Wohnsitz in Hamburg . Dort hatte er Verbindungen zur Hamburger Sezession.In Hamburg hatte er mit großformatigen Aquarellen Bekanntheit erlangt.

Er heiratete zwischenzeitlich die Malerin und Kunstgewerblerin Margarete Schellbach.

1937 wurden seine modernen Arbeiten als entartet eingestuft und verfemt.Er emigrierte daraufhin nach Belgrad und Wien, wo seine Arbeiten 1945 einem Brand zum Opfer fielen.

1946 kehrte er nach Lütjenburg zurück.1954 verzog er nach Büsum. In den Jahren 1963/65 kehrte er nach Hamburg zurück, wo er am 16. März 1966 verstarb. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof in Lütjenburg.

Zahlreiche Arbeiten befinden sich im öffentlichen Besitz. So kauften die Stadt Kiel und  das Schleswig-Holsteinische Landesmuseum Arbeiten von ihm auf.

 

Ausstellungen:

  

Aus Anlass des 70. Geburtstages Oct 1959 - Nov 1959

Kunsthalle zu Kiel Kiel

Willy Knoop Gemälde, Aquarelle Jun 1957 - Aug 1957

Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf Schleswig

Willy Knoop  Jul 1950 - Jul 1950

Galerie Hanna Bekker vom Rath Frankfurt am Main

 

2010 – Förde Sparkasse Lütjenburg

 

2011 Galerie 2ter Blick – Lütjenburg-Gruppenausstellung

 

2013 Ausstellung anlässlich des 125. Geburtstages des Malers, Rathaus Lütjenburg.

 

 

Quellen:

Therese von der Vring, 1894-1927, Eine Künstlerin des Expressionismus, Herausgegeben 1996 vom Künstlerhaus Jan Oeltjen, (Seite 65-71 u.75-78) ISBN 38959883861.

Artikel der Kieler Nachrichten vom 8.3.2013 mit der Überschrift: Verrückter Maler und vielbeachteter Künstler.

Artikel der Zeitschrift „Der Spiegel" vom 24.8.1950 ( Ausgabe 34/50)

https:// www.artist-info.com ( Hinweise zu den Ausstellungsbeteiligungen des Malers, Pos. 1 – 3).

   

Käthe Knutz


 


 

 

 


 


 


 


 

Käthe Knutz, geborene Meyer, wurde am 27. März 1923 in der Nähe von Oldenburg am Wildenlohsdamm als eines von drei Kindern des Landwirts Friedrich Meyer (1894 -1963) und dessen Ehefrau Katharine, geborene Helms (1895– 1974), geboren. Die Familie zog Mitte des Jahres 1934 nach Eversten in den Schramperweg um, nachdem die Eltern dort ein kleines Bauernhaus gekauft hatten. Käthe wuchs in diesen einfachen Verhältnissen auf und musste als Kind in ihrer Freizeit den Eltern zur Hand gehen.

1929 wurde sie eingeschult und besuchte zunächst die Grundschule in Bloherfelde. Nach nur einem Jahr musste sie diese bereits wieder verlassen, weil die Schule überfüllt war. Man schickte sie nun auf die Grundschule in Petersfehn, die sie bis 1934 besuchen durfte. Dann war auch diese Schule überfüllt, was zur Folge hatte, dass sie abermals die Schule wechseln musste, und zwar wieder zurück auf die Grundschule Bloherfelde. Nachdem Umzug zum Schramperweg folgte zwangsläufig ein weiterer Schulwechsel. Sie besuchte nun die Mädchenschule am Staakenweg in Eversten  bis zur 8. Klasse. 1937, im Alter von 14 Jahren, beendete sie die Volksschule. Weil sie für ihr späteres Leben vorbereitet werden sollte, schickten ihre Eltern sie für ein Jahr auf die Hauswirtschaftsschule in der Milchstraße.

Der Zeichenunterricht, der in der Mädchenschule regelmäßigerteilt wurde, bereitete Käthe immer große Freude. Sie überraschte ihre Lehrer dabei mit außergewöhnlich guten Arbeiten.

 

Im Sommer des Jahres 1938 entdeckte sie bei einem Besuch  der Oldenburger Innenstadt zufällig ein Plakat im Schaufenster des Möbelhauses Lüschen, Markt 2, auf dem der Oldenburger Maler Wilhelm Kempin (1885 – 1951) für die Erteilung von Zeichenunterricht warb. Die Eltern unterstützten Käthes Talent daraufhin und ermöglichten ihr die Teilnahme am Unterricht bei  Wilhelm Kempin.

 

Einmal in der Woche besuchte Käthe Meyer für jeweils zwei Stunden den Zeichenunterricht des Malers.

In der Regel legte sie die Wegstrecke auf ihrem Fahrradzurück, weil vor allem in den Sommermonaten Fahrten vom Wohnhaus Kempins , das sich in der Cloppenburger Straße befand, in die Tungelner Wiesen oder das Eversten Holz unternommen wurden.

Die Zeichengruppe bestand aus 8 – 12 Schülerinnen und Schülern, die von Wilhelm Kempin Anweisungen bekamen, Zeichenstudien von Baumstämmen, Sträuchern oder Wurzelwerk zu fertigen.

 

In den Wintermonaten traf sich die Zeichengruppe hingegen in den oberen Räumen des Augusteums, skizzierte dort bereitgestellte Gegenstände oder fertigte anatomische Studien an.

Hin und wieder musste auch Marie, die Tochter Kempins oder seine Hausangestellte für Porträtzeichnungen Modell sitzen. Die in der Entstehung befindlichen Arbeiten wurden immer wieder von Kempin auf ihre Qualität hin begutachtet. Da der Maler eine sehr genaue Beobachtung von seinen Schülerinnen und Schülern sowie eine detaillierte Ausführung der Arbeiten verlangte, vergingen oft mehrere Wochen, bis die Zeichnungen endgültig und zur Zufriedenheit Kempins beendet waren. Der Unterricht wurde später um die Aquarell-und Ölmalerei erweitert.

In den sechs Jahren, in denen Käthe Meyer regelmäßig bei Wilhelm Kempin Unterricht nahm, knüpfte sie viele Freundschaften, unter anderem mit der Malerin Marga von Garrel, die sich in einer ihrer Zeichengruppen befand. In derselben Zeichengruppe befanden sich außerdem die Schwester Marga von Garrels, Maria von Garrel, der Zahnarzt Dr. Brinkmann, der Bildhauer und spätere Professor Walter Howard, Marga Bruns, Bernhard Neteler, Dieter Stöver und ein Lehrer Reiners aus Ofen.

 

Als 1945 der 2. Weltkrieg endete und eine neue Aufbruchstimmung herrschte, konnte Käthe Meyer bei dem Landschaftsmaler Franz Francksen in der Haareneschstraße ihre Fertigkeiten im Bereich der Landschaftsmalerei erweitern.

Zu dieser Zeit kannte sie bereits ihren späteren Ehemann Hermann Knutz. An eine Heirat war allerdings noch nicht zu denken, da in Oldenburg durch die vielen Flüchtlinge große Wohnungsnot herrschte.

Da sich Käthe Meyer weiter entwickeln wollte, bewarb sie sich mit einigen ihrer Arbeiten, die unter der Anleitung Wilhelm Kempins entstanden waren, mit Erfolg an der Staatlichen Kunstschule in Bremen. Die Zeichenklasse konnte sie aufgrund ihrer fundierten Vorbildung durch Kempin überspringen.

Nach sechs Semestern im Fachbereich Dekorative Malerei unter Leitung des Grafikers und Expressionisten Professor Wilhelm Heckrott (1890 –1964) schloss Käthe Meyer die Ausbildung ab und kehrte nach Oldenburg zurück.

Im Jahre 1950 heiratete sie und hieß fortan Käthe Knutz. Mit ihrem Mann, den sie 1943 kennengelernt hatte, zog sie zunächst in die Hochhauser Straße. Nach der Geburt einer Tochter im Jahre 1953 zog die Familie 1955 in die Wienstraße in die unmittelbare Nachbarschaft des Kunstmalers Professor Reinhard Pfennig. 1958 erblickte die zweite Tochter das Licht der Welt. 1965 erfolgte der Umzug zum Sandfurter Weg.

Käthe Knutz widmete sich nach ihrer Heirat ausschließlich der Familie und stellte die Malerei völlig zurück. Nur hin und wieder griff siezum Pinsel. In dieser Zeit entstanden deshalb nur wenige Öl - und Aquarellarbeiten.

Erst ab dem Jahre 1975 fand sie wieder Zugang und Zeit zur Malerei. Von 1979 bis 2006 war die Malerin Mitglied im Oldenburger Bund Bildender Künstler und nahm an mehreren Ausstellungen des BBK teil. Eine Ausstellungsbeteiligung führte sie in die Klostermühle nach Hude, wo in der Zeit vom 5.November bis zum 10. Dezember 1977 der „ Huder Malwettbewerb“ stattfand, an dem sie mit Otto Blanck, Heino Schöne, Werner Tegethof und weiteren Malerinnen und Malern aus dieser Region teilnahm.

Bis ins hohe Alter fuhr die Malerin regelmäßig nach Bremen, um sich mit anderen Künstlern einmal in der Woche unter der Leitung von Gerhard Scholz zum Porträtzeichnen zutreffen.

Auf selbst organisierten Reisen, die ausschließlich dem Zweck dienten in der freien Natur zu arbeiten, widmete sich Knutz der Landschaftsmalerei.

Während Käthe Knutz in den 80–er Jahren kleinere Landschaftsbilder in Öl schuf, die durch ihre zarte Farbgebung beeindrucken, entstanden danach größere Arbeiten in Ölkreidetechnik oder Porträts in Aquarellfarben.

 

Da Käthe Knutz aufgrund eines gesicherten Auskommens nie gezwungen war ihre Arbeiten verkaufen zu müssen, stößt man heute nur selten auf Arbeiten von ihr.

 

Die Malerin starb am 20. Oktober 2009.

 

Sie fand ihre letzte Ruhe auf dem Friedhof in Eversten.

 

 Quellenangaben:

1.    Alle Informationen über den Lebenslauf derMalerin Käthe Knutz stammen von der Künstlerin persönlich und sind 2007 in  Gesprächen mit ihr erarbeitet worden.

2.    Die Richtigkeit der Biografie wurde von ihr zu Lebzeiten überprüft und genehmigt.

3.     Die abgebildeten Arbeiten und das Foto stammen aus ihrem Besitz.

4.    Kopie des Mitteilungsblattes über die Ausstellung der Galerie Kloster-Mühle in Hude vom 5.11.-10.12.1977.


 

Heino Korte


 

 

 


 

 


 


 


 


 

Heino Korte gehörte mit zu den vielseitigsten Künstlern, die im Oldenburger Raum tätig gewesen sind. Am 18.3.1912 in Hatterwüsting geboren  begann er nach Beendigung der Schule in München ein Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Danach  fand er in der Dramaturgie des Oldenburgischen Staatstheaters eine Anstellung. Im Jahre 1939 veröffentlichte er als Ergebnis einer abenteuerlichen Reise nach Nordafrika die Schrift „Kleine Reise nach Nordafrika“. Es folgten weitere kleinere Schriften, die er mit eigenen Linolschnitten oder Zeichnungen illustrierte.

Während des 2. Weltkrieges wurde er zum Kriegsdienst verpflichtet und wurde nach Italien abkommandiert. Seine Erlebnisse dort verarbeitete er 1954 mit der Schrift „Auf italienischen Straßen“ und 1982 mit der Zusammenfassung „ Fremde Türme“.

Nach Ende des Krieges betätigte er sich als Journalist und Kritiker. 1954 war Korte für ein dreiviertel Jahr Redakteur der Zeitschrift „ Oldenburger Wochenende“. Unter eigener Regie veröffentlichte er ab 1950 in unregelmäßiger Folge 40 Nummern seines „ Oldenburger Feuilletons unter der Rubrik De Kolk.

Heino Korte veröffentlichte folgende Werke:

1938    Oldenburg. Ein Gedicht und 10 Photos

1940    Heimat

1940    Nordische Reise

1941    Mittag

1941     Kleines Oldenburg-ABC

1941    In Italien Skizziert

1955    Im Moor

1959      Troia Trani Lecce

1963    Winterliches Oldenburg

1967   Mitternacht in Sabbioneta – Der apulische Hirte –

1969    Fern kräht ein Hahn

1969    Der Weg nach Paestum

1970      Hüttenwinter

1971      De Barkenbööm wiwakt he nun her

1972    Langs de Tied

1972      De Heid

1973     Gunt kreiht   n Haan

1973      Moor

1974      Dagg un Nacht

1974      Eer an e Fööt

1974      Harwst

1974       Vandag

1975        Sommer

1975       Vörjaar

1975       Winter

1976        Daak

1976        Gäle Blöe

1976        Heet

1976         Weekweer

1977         Feek

1977          Koolt

1977          Maan

1978     De Mörrn is waak

1978     Snee

1978     Wat ut Ollnborg

1979       Wietaff

1979        Öewer

1979       Buten

1980      Beer

1980       Veer

1980       Un Dotiet

1981      Dit un Dat

1982      Fremde Türme

1982       Tu Huus

1982        Gestern

1983       Der Turm

1984        Bito

1985       Moder Eer

1986   Jichtens

Heino Korte war jedoch nicht nur Autor, Journalist und Redakteur sondern auch Maler, Zeichner und Grafiker. Als Mitglied im Bundes Bildender Künstler nahm er an einer größeren Anzahl Gemeinschaftsausstellungen teil.

Folgende Ausstellungsbeteiligungen sind bislang bekannt:

November 1953, Weihnachtsausstellung des BBK –Freie Gruppe- des Oldenburger Kunstvereins in den Räumen des Landesmuseums.

Dezember 1954, Ausstellung des BBK–Freie Gruppe- im Oldenburger Stadtmuseum

November 1955, Weihnachtausstellung des BBK –Freie Gruppe- des Oldenburger Kunstvereins in den Räumen des Landesmuseums.

Dezember 1958, Sonderausstellung Anna Martens und Emma Ritter im kleinen und weißem Schlosssaal und Weihnachtsausstellung des BBK –Freie Gruppe- im Oldenburger Stadtmuseum.

2. Juli bis 31. Juli 1960, Niedersächsische Kunstausstellung der im BBK zusammengeschlossenen Künstlergruppen im Neuen Gymnasium Oldenburg, Alexanderstraße.

Korte war dort mit den Zeichnungen „Schimignano“, “An der Andria“, “Orbetello“ und „Am Bolsena-See“ vertreten.

Dezember 1962, BBK-Ausstellung–Freie Gruppe- des Oldenburger Kunstvereins im Alten Schloss.

Mai 1966, BBK-Ausstellung –Freie Gruppe- in den Räumen des Oldenburger Kunstvereins.

 

14.12.1969 – 14.1.1970, BBK-Ausstellung -Freie Gruppe- des Oldenburger Kunstvereins im Kleinen Augusteum. Heino Korte war mit den Druckgrafiken „ Castel del Monte“, „Casteldel Monte Eingangsportal“, „Agave“ und „Kastanie“ vertreten.

Heino Korte hatte einen eigenen, einen besonderen  Lebensstil. Klein, bescheiden, immer ein bisschen schmuddelig, fiel er mit seiner Baskenmütze die er selten abnahm und seiner Pfeife, die er ständig im Mund spazieren führte, manchem Menschen auf. Die Legende machte die Runde, dass e rin einem Erdloch hauste, um ganz in der Natur zu leben. Tatsächlich wohnte er zunächst in einer Wohnung über der Buchhandlung Ebel in der Schüttingstraße 7,später in der Gaststraße 9 in der Oldenburger Innenstadt.

Der Künstler starb am 4. Januar 1987 in Oldenburg.

Ihm zu Ehren wurde in Hatten der Heino-Korte-Weg nach ihm benannt.

 

 

 Quellenangaben:

 

1.     OldenburgischerHauskalender 1988,  Seite 31

2.     WebLink.:http://.ins-db.de/autor-werke.php-Die plattdeutschen Autoren und ihre Werke von Peter Hansen.

3.     Ausstellungskatalogdes BBK-Oldenburg-Freie Gruppe 1969 – über die Ausstellung vom 14. Dezember1969 – 14. Januar 1970.

4.     Ausstellungskatalogdes BBK über die Niedersächsische Kunstausstellung Oldenburg 1960 vom 2. Julibis 31. Juli 1960

5.     Zeitungsartikelder NWZ Oldenburg vom 25.11.1953

6.     Zeitungsartikelder NWZ Oldenburg vom 7.12.1954

7.     Zeitungartikelder NWZ Oldenburg vom 20.12.1969                                                       

8.     Zeitungsartikelder NWZ Oldenburg vom 28.11.1955

9.     Zeitungsartikelder NWZ Oldenburg vom 2.12.1958

10. Zeitungsartikelder NWZ Oldenburg vom 21.12.1962

11. Zeitungsartiklder NWZ Oldenburg vom 25.5.1966

 

Heinz Kramer-Hinte



 

Der Maler Heinz Kramer-Hinte wurde am 16.9.1919 in den kleinen Fischerdorf Hinte  in der Krummhörn, nahe dem Fischerdorf Greetsiel , geboren.

Das Elternhaus lag in der Norddeicher Straße. Dort verlebte der junge Heinz seine Kindheit. Früh übte er sich im Zeichnen von Gegenständen und überraschte viele durch sein zeichnerisches Talent.

Nach der Schulzeit nahm Heinz Kramer als Soldat  am 2. Weltkrieg teil. An ein Kunststudium war deshalb nicht zu denken.

Er bildete sich aus diesem Grunde bei diesem und jenem weiter.

In den 40er Jahren lernte er den Oldenburger Malerprofessor Bernhard Winter kennen.

In der Folgezeit verbrachte er viele Stunden bei dem Maler und lernte bei ihm die realistische Malweise.

In den 40er Jahren verschlug es den Maler nach Cloppenburg, wo er eine neue Heimat fand.

Heinz Kramer-Hinte widmete sich in den folgenden Jahren der Landschafts - und Portraitarbeiten. Durch den prägenden Einfluss Bernhard Winters entwickelte sich Kramer - Hinte zum Heimatmaler. Seine Motive spiegeln  das damalige bäuerliche Leben wider und zeigen ein Stück noch unberührter Natur.


 

Quellenangaben:

 

Bildband über den Maler , zusammengestellt von der Arbeitsgruppe des Fremdenverkehrsvereins Hinte e.V., 1994 mit dem Titel „ HeinzKramer.Hinte, Mein Hinte“

Taschenbuch über den Maler mit dem Titel „ Bilder aus der Kindheit“ Hinz Kramer-Hinte.Hns-Hermann Briese, Soltau-Kurier-Notden, ISBN  3-922365-92-2, herausgegeben 1990.

Grhard Wietek, 200 Jahre Malerei i Oldenburger Land, S. 162

 


 

Peter Kreft

 

 

Peter Kreft wurde am 20.März 1954 in Gelsenkirchen geboren. Er wuchs in Wanne - Eickel auf und besuchte das Gymnasium bis zur mittleren Reife. Es folgte eine Ausbildung zum Schriftsetzer im grafischen Gewerbe. Seit 1976 lebt er in Norden und ist in einem Verlag als Schriftsetzer

tätig. Er beherrscht zahlreiche Arbeitstechniken. Sie reichen von der

Malerei mit Öl - und Dispersionsfarben  bis hin zur Lithografie,

Siebdruck und Monotypie.

Bis zum heutigen Tage nahm er an zahlreichen Ausstellungen teil, so

unter anderem in Herne, Norden, Brookmerland, Dornum, Esens, Spiekeroog,

Leer, Wilhelmshaven, Berlin, Paris, Greetsiel, Taiwan, Wittmund, Schwelm und Aurich.

Auf seiner Homepage http://www.kunst-in-norden.de/hp/kreft.php kann man mehr über diesen Künstlererfahren.

 

Quelle:

Bildende Kunst inOstfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden

2011, S.163.

 

http://www.kunst-in-norden.de/hp/kreft.php


 

 

Gerhard Georg Krueger

 

 


 


 


 


 

Der  Maler Gerhard Georg  Krueger wurde am 1. Februar 1911 als Sohn des Zigarrenfabrikanten Paul Friedrich Wilhelm Krueger (1868 – 1931) und dessen Ehefrau Emilie Emma geb. Genicke (1874 – 1945) in Potsdam geboren. Gerhard wohnte dort mit seinen Eltern in der Mittelstraße 1. Er besuchte in Potsdam die Schule und schloss sich in den letzten Jahren seiner Schulzeit der Jugendbewegung der Pfadfinder der Hündischen Jugend und Deutschen Freischaar an. 1929 schloss er die Schule in Potsdam mit dem Abitur ab und begann im Oktober des Jahres ein Studium an der Staatlichen Kunstschule zu Berlin-Schöneberg und an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. 1930 legte er an der Staatlichen Kunstschule, die er bis 1933 besuchte, die Werklehrerprüfung ab und absolvierte dann ein Vollstudium für Malerei und Bildhauerei bei den Professoren Georg Tappert(Malerei), Willy Jäckel       ( Grafik und Akt) sowie WalterHauschild (Plastik). In dieser Zeit entstanden erste Aquarelle mit Potsdamer Häusern und Wannsee-Landschaften. 1931 unternahm Krueger eine Studienfahrt nach Italien, auf der er Skizzen anfertigte, die er später in Tempera-Bildern verarbeitete. Zusätzlich zu diesem Studium belegte der Maler ein Studium für Botanik und Zoologie sowie Kunstgeschichte bei  dem Professor Arthur Fischel. Im Jahre 1933 schloss Georg Gerhard Krueger das Kunststudium mit der künstlerischen Prüfung für das künstlerische Lehramt an höheren Lehranstalten ab.1935 schloss er das wissenschaftliche Studium mit der Zusatzprüfung für die Fächer Botanik und Zoologie ab . Bis zum Jahre 1937 schuf der Maler 325 Arbeiten, die in den Jahrenvon 1929 – 1937 entstanden  und die in einem Werkverzeichnis aufgeführt sind. Nicht aufgeführt sind hunderte Skizzen, Radierungen  und Zeichnungen sowie Werkserien.1938 zog Krueger von Potsdam nach Berlin und mietete in der Luitpoldstraße 40 ein Atelier. Es entstanden in der Folgezeit Arbeiten mit expressiven Tendenzen. Es entstand ein erneuter Kontakt zu dem Maler Willy Jäckel  In den Jahren 1939-1940 stellte Jäckel eine Verbindung zur Preußischen Akademie der Künste her. Er bewirkte, dass Arbeiten Krügers  für die Frühjahrs –und Herbstausstellungen der Akademie vorgesehen waren. In der Frühjahrsausstellung der Preußischen Akademie im Mai/Juni wurden zwei seiner Arbeiten gezeigt. Noch 1940 wurde der Maler zum Kriegsdienst eingezogen und versah den Dienst bei der Kriegsmarine.1942 wurden weitere seiner Arbeiten auf der Frühjahrsausstellung der genannten Akademie gezeigt. Am 22. November 1943 wurde sein Atelier in Berlin bei einem Luftangriff zerstört. Die bis dahin geschaffenen und dort lagernden Arbeiten wurden durch das dabei entstandene Feuer vernichtet. Kriegseinsätze führten den Maler nach Südfrankreich und an die Küsten der Biscaya.1945 geriet Krueger in Kriegsgefangenschaft und blieb bis 1946 in einem Internierungslagern Fallingbostel. Am 21. Juni 1946 wurde er von dort entlassen und bezog anschließend eine Wohnung in Varel in der Osterstraße 32 und später in der Friedrich-August-Straße 6.Der Maler begann ein intensives Naturstudium und stellte neue Arbeiten her, die er aufgrund fehlender Ölfarben  mit Tempera-und Pastellfarben anfertigt. Es entstanden Portraits, Hafenlandschaften, Stillleben und Skizzen von Schiffen und Häfen.1946 – 1947 fand er nach kurzer Zeit eine Anstellung als Entwerfer bei dem Architekten Veeser in Wilhelmshaven und anschließend bei dem Spielzeugfabrikanten Sturm in Varel. 1947 wurde Krueger als freischaffenderKünstler anerkannt. Eine erste Ausstellung der nach dem Krieg entstandenen Arbeiten zeigte er in der 2. Münsterländischen Kunstausstellung in Beckum/Westfalen. In demselben Jahr wurde er  Mitglied im Bund Bildender Künstler, Landesgruppe Oldenburg. 1948 beteiligte er sich an einer BBK-Ausstellung in Oldenburg. Es folgte im selben Jahr eine Ausstellungsbeteiligung in der Kunsthalle Wilhelmshaven mit dem Titel „ Unsere Heimat“. Krueger beteiligte sich zudem an der Gründung der Vareler Arbeitskreise für Bildende Kunst, Architektur und Literatur und an der Diskussion um die Schaffung eines Kulturringes und eines Kulturzentrums in Varel. In der Galerie Schwoon in Oldenburg  wurden vom 21. Januar bis 13. Februar 1948 Arbeiten Krügers gezeigt. Der damalige Rezensent Dr. Vissen schrieb dazu:„ Krueger gehört – daran ist kein Zweifel –Zu den begabtesten unter den jüngeren hiesigen Talenten“. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, übernahm Krueger grafische Arbeiten und entwarf Plakate und Verlagsankündigungen, Firmenwerbung und Firmensymbole. Für die „ Nordwestdeutsche Rundschau“  lieferte er Zeichnungen aus Varel und Umgebung, mit denen Zeitungsberichte illustriert wurden.1950 wurden in dem neueingerichteten Künstlerzimmer im Allee-Hotel in Varel  Werke des Malers gezeigt. Krueger konnte von dem Verkauf seiner Arbeiten als freischaffender Maler seinen Lebensunterhalt auf Dauer nicht bestreiten. Er bemühte sich daher um die Aufnahme an einer Schule und erhielt schließlich eine Anstellung an der Mittelschule in Clenze bei Lüchow, Landkreis D Tannenberg  Am 25. September 1951 heiratete er Ingrid Margarethe Waltraud Knopf. Weitere Anstrengungen Krügers um eine feste Anstellung in Hannover oder Oldenburg, hatten schließlich Erfolg. Er erhielt in Oldenburg eine Anstellung als Kunsterzieher an der Mittelschule Margarethenstraße. Krueger zog daraufhin nach Oldenburg in die Adlerstraße 4 a, wo er sich ein möbliertes Zimmer mietete. 1954 wurde der Maler als Beamter auf Lebenszeit übernommen. Krueger schloss sich in diesem Jahr innerhalb des BBK der „ Junge Gruppe an.  In den folgenden Jahren nahm er an zahlreichen Ausstellungen des BBK teil, so u.a. im Dezember 1971 ( BBK- Ausstellung in Varel beim Vareler Heimatverein), 2.-30.10.1955 in Goslar( Oldenburger Künstler im Goslaer Museum), Oktober 1976(BBK und Ostfriesland im Hause Dahlmannstraße 18 in Bonn in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Bonn),Februar 1977 (BBK-Ausstellung „ Kunst im Schaufenster in der Haarenstraße“),Oktober 1968 (BBK-„Kunst  im Schaufenster in derHaarenstraße“)Dezember 1972       ( BBK – Kunstverein Nordenhamim Rathausturm).9.12.1956 – 6.1.1957 ( BBK-Ausstellung in den Räumen desKunstvereins im Oldenburger Schloss).7. Juli 1956 ( Ausstellung zusammen mit Max Herrmann und Annemarie Strackerjahn im Neuen Forum im Paula Becker-Museum –Bremen).27.4.-8.Juni 1958 (Teilnahme an der Niedersächsischen Kunstausstellung1958 der im BBK zusammengeschlossenen Kunstverbände im Städtischen MuseumBraunschweig).1958 ( BBK-Ausstellung im KunstvereinBremerhaven).17.5.-17.6.1958 ( „ Kunst uit Oldenburg“ in Groningen, Groningen Museum voor Stad en Lande).14.-28.12.1958 ( BBK-Ausstellung in den Räumen des Oldenburger Kunstvereins im Schloss).1959 ( BBK-Ausstellung in der Wandelhalledes Landtages in Hannover).2.7.-31.7.1960( Niedersächsische Kunstausstellung Oldenburg 1960 im Neubau des Neuen Gymnasiums).25.3.-22.4.1962(BBK-Ausstellung-Junge Gruppe- im Oldenburger Kunstverein)26.8.-16.9.1962 (Niedersächsische Kunstausstellung in Hildesheim)9.-30- 12. 1962 (Winterausstellung des BBK im Nationalhaus am Heiligengeistwall).1965(Ausstellung mit Werner Tegethoff in der Galerie „ pro arte“ in Delmenhorst).1966( Ausstellung im Heimatmuseum Varel ).12.2.-12.3.1967 (BBK-Ausstellung – Bilder aus der „Weißen Serie“).November 1969 ( Ausstellung im Opel-Hof, Heiligengeiststraße 12).10.10.-8.11.1970 ( ( 58. Herbstausstellungniedersächsischer Künstler im Kunstverein Hannover).Juni 1971( BBK-Ausstellungin Hannover-Herrenhausen)Dezember 1971( Ausstellung im Rahmen des 50jährigenJubiläum des Heimatmuseum Varel).April-Mai 1973 ( Ausstellung „die kleineGalerie B&G“ in Oldenburg)September 1973 ( Ausstellung in den Räumen der GalerieFrüchtning.1973( BBK-Ausstellung bbk73 – in  Hannover-Herrenhausen).26.9.-19.10.1974( BBK-Ausstellung inder Kunsthalle Wilhelmshaven)17.10.-16.11.1975 ( Ausstellung in der Räumen der„Galerie Moderne“, Bad Zwischenahn)12.12.1975 – 11.1.1976, ( BBK-Ausstellungzum 30jähriges Bestehen des BBK)10.6.-10.7.1976 ( Ausstellung in Rathaussaal inEmden)8.-17.10.1976 ( Ausstellung in der Kurparkhalle inCuxhaven)14.-29.10.1976 ( Ausstellung in Bonn in der Vertretung des LandesNiedersachsen)3.-31.10.1976(Einzelausstellung im Stadtmuseum Oldenburg mit 60seiner Werke).23.1.-20.2.1977( Ausstellung im Haus Coburg, Delmenhorst mit 60Arbeiten des Künstlers).1.-30.4.1977 im Pressehaus der NWZ Oldenburg.1978 (Ausstellungsbeteiligung im Rahmen der „ Erste Große OldenburgerKunstausstellung)29.7.-2.9.1979(Landesausstellung des BBK in Hannover-Herrenhausen).1.-30.9.1979( Ausstellung in der Galerie Pyroka in Brüssel)1.-27.11.1979( Ausstellung imLiberale Club Oldenburg).7. 12.1979 – 20.1.1980( Zweite JahresausstellungOldenburger Künstler im Stadtmuseum Oldenburg).1980( Oldenburger Künstlerinnenund Künstler in Taastrup)1.-24.2.1981 ( Ausstellung im Liberale Club Oldenburganlässlich des 70. Geburtstages des Künstlers).13.12.1981 – 3.1.1982(Jahresausstellung Oldenburger Künstler).4.12.1983 – 15.1.1984 (Jahresausstellung Oldenburger Künstler im Stadtmuseum Oldenburg)3.2.-27.2.1985( Einzelausstellung in der BBK-Galerie, Gartenstraße- Oldenburg).11.5.-5.6.1987( Ausstellung der Oldenburgischen Landesbank )6.12.1987 – 10.1.1988(Ausstellungdes Stadtmuseum Oldenburg mit Arbeiten von Krueger, Pfennig,Niesmann undTegethoff).Neben dieser regen Ausstellungstätigkeit unternahm Krueger Studienreisen nach Portugal, Spanien,Eturien, dieProvence,Griechenland,Apulien, Kreta, Sizilien, Italien und Florenz. Am 9. Dezember 1955 wurde Tochter Babette geboren, am  21.2.1958 Tochter. Krueger ist in den Jahren 1957 bis 1959 Vorsitzendes des BBK Oldenburg und schied dann aus dem Vorstand des BBK aus. 1955 bezog er eine größere Wohnung in Oldenburg im Grenadierweg 37.1957 setzte er seine Lehrertätigkeit als Kunsterzieher an der Realschule „ Auf dem Ehern“ in Oldenburg fort. Am 1.11.1991 starb  der Maler nach einem Herzinfarkt und kurzzeitiger Erholung in Oldenburg.

Quellenangaben Gerhard Georg Krüger

 

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.262

Band 17 der Veröffentlichungen des Stadtmuseums Oldenburg,Gerhard Georg Krueger, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen 1933-1991, ISBN3-89442-132-0

 

 Marie Krüger


Marie Krüger wurde 1895 in Leer geboren. 1912 begann sie ein Studium an der Kunstschule in Hildesheim, das sie nach dem Ende des Ersten Weltkrieges fort führte. Nach ihrer Heirat setzte sie das Studium aus und nahm es Ende der 1920er Jahre wieder auf. Ab 1930 hielt sie sich wiederholt für längere Zeit in Worpswede auf. Zahlreiche Reisen führten sie nach Italien, Spanien, Frankreich und Russland
Ab 1932 besuchte sie immer wieder Greetsiel und betätigte sich dort künstlerisch. 1950 baute sie in Greetsiel ein kleines Haus. Dort verbrachte sie die Sommermonate, lebte und arbeitete dort.
1981 starb sie an ihrem Wohnort Alsbach /Bergstraße.
In ihren Arbeiten widmete sie sich vor allem der Darstellung der ostfriesischer Landschaft mit  seinen vielfältigen Facetten, aber auch Stillleben waren ihr Metier. Aufgrund der Tatsache, dass sie in Greetsiel wohnhaft war, schuf sie viele Motive und Ansichten aus der unmittelbaren Umgebung.


Quelle

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft 2011, Seite
163-164.

 

Siegfried Kunstreich

 

Siegfried Kunstreich wurde am 4. Februar 1908 als Sohn eines Lehrers auf der Insel Norderney geboren.

Er wuchs in Ochtersum in der Nähe von Esens auf. Schon früh beschäftigte er sich mit Zeichen und Malen und deutete dabei sein in ihm schlummerndes künstlerisches Talent an. Er besuchte das Mariengymnasium in Jever und verließ es 1928 nach dem Abitur. In diesem Jahr fand bereits die erste Ausstellung mit seinen Arbeiten statt. Das Landesmuseum Oldenburg kaufte da bereits Arbeiten von ihm an.

Von 1928 bis 1932 studierte er an den Kunstakademien in Düsseldorf unter Heinrich Campendonk und in Berlin unter Erich Heckel.

Nach 1932 war er als Lehrer in mehreren niedersächsischen Städten an einigen Schulen tätig.

1938 erhielt er eine Anstellung als Kunsterzieher am Teletta - Groß - Gymnasium in Leer.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde seine vom Landesmuseum Oldenburg angekauften Gemälde als entartete Kunst abgehängt und entfernt.

Von 1939 bis 1945 wurde er zum Kriegsdienst verpflichtet. Während des Krieges entstanden viele Skizzen und Zeichnungen, die jedoch verloren gingen. 1945 wurde sein Atelier in Leer geplündert.

 

Siegfried Kunstreich nahm an zahlreichen Ausstellungen teil, so u.a.  in Oldenburg, Cuxhaven, Bonn, Hagen, in Ostfriesland und den Niederlanden.

Er starb am 18. März 1998 in Leer.

Im zu Ehren wurde in Ditzum das „ Siegfried-Kunstreich-Haus “gegründet. In einer Dauerausstellung werden dort Arbeiten von ihm gezeigt.

 

 

Quelle:

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Ostfriesischen Landesmuseum, S. 164

Heiko Jörn- Ein Beitrag über Siegfried Kunstreich, Ostfriesische Landschaft, 2007. 

 

Heinz Kurth

Heinz Kurth wurde 1923 in Köln geboren. In Hamburg und Köln absolvierte
er ein Kunststudium. In Ostfriesland, der Heimat seiner Mutter, fertigte
er erste Zeichnungen mit Motiven aus Ostfriesland.
Ab 1945 war er auf Norderney als Gebrauchsgrafiker tätig, beschäftigte
sich aber zunehmend mit freier Grafik und Buchillustrationen. 1950 zog
er nach Großbritannien. Von 1953 bis 1962 war er in London als Designer
für grafische Publikationen tätig, danach als freischaffender Künstler.
1966  begann er in London ein Bildhauerstudium. Es entstand in den
folgenden Jahren ein vielfältiges künstlerisches Werk, außerdem machte
er sich einen Namen als Illustrator und Autor von Kinderbüchern.
Während seiner Norderneyer Zeit entstanden Federzeichnungen und
Holzschnitte aus seiner Hand, wobei er die Ostfriesische Landschaft
bevorzugte.

Quelle:

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden, S.
164 -165.
 


 

Carl Langhorst


 

Carl Langhorst wurde 1867 in Rahden /Westfalen geboren. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule Hannover begab er sich nach München und studierte dort an der Kunstakademie unter Carl von Marr und Gabriel von Hackl. In der Folgezeit stieg er zum Hofmaler auf und war für die Höfe von Oldenburg, Mecklenburg, Sdachsen-Altenburg und Anhalt-Dessaau tätig. Zahlreiche Porträts entstanden im Verlaufe seines Lebens.

Am 16.11.1909 wurde ihm vom Großherzog der Titel „Professor“ verliehen.

Carl Langhorst nahm an folgenden Ausstellungen im Münchener Glaspalast teil:


 

Deutsche Kunstausstellung München 1930 im Glaspalast, 30. Mai-Anfang Oktober 1930, Öl, „Damenbildnis“,Nr. 1469.

Münchener Jahresausstellung 1914 im königlichen Glaspalast, 1. Juni-Ende Oktober 1914, Nr. 1376,Öl „Bildnis Mrs.Fulton, New.York“, Nr. 1377 „ Bildnis Professor Müller“.

  1. Internationale Kunstausstellung in Kgl. Glaspalast zu München 1913, 1.Juni-Ende Oktober 1913, Nr. 1771a, Öl „ Bildnis I. Kgl. Hoh. Prinzessin Eitel Friedrich zu Preußen“.

Münchener Jahresausstellung 1912 im königlichen Glaspalast, 1. Juni-Ende Oktober 1912, Nr. 1114, Öl „Bildnis I.K. K. Hoh. Kronprinzessin Cäcilie von Deutschland, Nr. 1115,Öl „Bildnisstudie“.

Jubiläumsausstellung der Münchener Künstlergenossenschaft zu Ehren des 90. Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Prinzregenten Luitpold von Bayern, 1. Juni- Ende Oktober 1911, Nr. 1194-1196, Öl „Bildnis Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs Friedrich August von Oldenburg“, „Bildnis Fräulein Mundt“, „Studienkopf“.

Münchener Jahresausstellung 1910 im königlichen Glaspalast, 1. Juni-Ende Oktober 1910, Nr. 425,“Studienkopf“.

Münchener Jahresausstellung 1906 in kgl. Glaspalast, vom 25. Juni 1906, Nr. 463,“Bildnis des Herrn Kommerzienrats Guttmann“.

Münchener Jahresausstellung 1904 in kgl. Glaspalast, Nr. 655 „Damenbildnis“, Nr. 656 „Selbstbildnis“.

Münchener Jahresausstellung 1903 in kgl. Glaspalast, Nr. 660 „Damenbildnis“.

Münchener Jahresausstellung 1907 im kgl. Glaspalast, Nr. 558 „Bildnis des Dr. Karl Peters“.

Aber auch im Oldenburger Kunstverein stellte Langhorst während seiner Zweit in Oldenburg aus.

Folgende Ausstellungen sind dokumentiert:


 

286. Kunstausstellung vom 7.1.-31.1.1897 mit demÖlgemälde „ Porträt der verwitweten Großherzogin“

309. KA vom 8.2.-19.2.1904 mit mehreren Ölgemälden(Porträts).

311. KA vom 16.11.-15.12.1904 mit den Ölgemälden „Franz von Lenbach“ und „Prof. W. Müller“.

315. KA vom 26.11.-17.12.1905 mit dem Ölgemälde „Damenbildnis“(Familie des Künstlers).

328. KA vom 14.11.-15.12.1909 mit insgesamt 19 Gemälden „ Bildnis des Großherzogs“(Öl), „Bildnis der Prinzessin Eitel Friedrich“ (Pastell), „Bildnis des Kronprinzen“(Öl), „Bildnis der Kronprinzessin“(Öl), „Bildnis des Prinzen Adalbert von Preußen“Pastell), „Bildnis des Prinzregenten Luitpold von Bayern“(Öl), „Bildnis der Frau Major von Jordan“(Pastell), „Bildnis der Frau Exzellenz von Maltzan“(Pastell), „Bildnis der Frau Exzellenz von Bülow“(Pastell), „Bildnis seiner Exzellenz des Herrn von Bülow“(Pastell), „Bildnis des Oberhofmarschalls von Wedderkop“(Öl), „Bildnis des Oberst von Koscielsky“(Öl), „Bildnis der Gräfin Holnstein-Fröschweiler“(Öl), „Familie des Künsrlers“(Öl), „Die Frau des Künstlers“(Öl), „Die Schwägerin des Künstlers“(Öl), „Selbstbildnis“(Öl), „Bildnis einer Dame“(Öl).

Arbeiten des Malers befinden sich unter anderem im Landes- und Stadtmuseum Oldenburg.

Carl Langhorst verstarb  1950 in Lübbecke.


 Quellenangaben :

1.  Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im OldenburgerLand, S. 262, ISBN 3-9801191-0-6.
2. Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843 – 1914,S. 108, herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft 2005.
3.  www.bayerische-landesbibliothek-online.de/glaspalast .
4. José Kastler-Heimatmalerei – Das Beispiel Oldenburg, S. 149,ISBN3-87358-316-X, 1986

 

Öl auf LW,104 cm x 74 cm, sig.,dat. 1919


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Elise Lasius


 

Elise Lasius war die Tochter des Oldenburger Architekten Otto Lasius (1797-1882). Um 1850 war sie als Zeichenlehrerin in Oldenburg tätig. 1847 und 1856 wohnte sie in Oldenburg in der Mühlenstraße 17. 1847 gab sie ein Album von 15 lithografischen Ansichten von Oldenburg heraus.

Elise Lasius nahm  in der Zeit vom 12.12.1851 – 14.12.1851 an der 64. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein mit 15 Zeichnungen in neuer englischer Manier teil.

Arbeiten von ihr befinden sich im Landesmuseum Oldenburg und im Privatbesitz.

 

 

Quellenangaben:

 

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei imOldenburger Land, Seite 263, ISBN 3-9801191-0-6-

Oldenburgischer Volksbote von 1847- Oldenburgischer Residenz-Kalender, S. 9

Oldenburgischer Volksbote von 1856- Oldenburgischer Residenzkalender S. 222.

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843 – 1914, S. 108, herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft.


 

 

Heinz Liers

 

Der Maler Heinz Liers wurde am 27.2.1905 in Berlin geboren.Nachdem er die Schule absolviert hatte, begann er  ab 1924 in Berlin ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste bei Peter Fischer.

In den Jahren 1927 /28 konnte er aufgrund eines Privatstipendiums in Althagen/Darß an der Ostsee frei arbeiten. In diese Zeit fiel auf Veranlassung Max Liebermanns ein Stipendium der Akademie der Künste und Wissenschaft in Berlin.

1929 begann Heinz Liers ein Studium bei Alfred Partikel in Königsberg an der Staatlichen Kunsthochschule. Dort besuchte er auch das Meisteratelier.

1930 verlegte Liers seinen Wohnsitz nach Nimmersdorf bei Gumbinnen in Ostpreußen.

Es folgte von dort die anschließende Vertreibung.

In der Zeit von 1939 bis 1946 wurde Liers zum Kriegsdienst eingezogen. Er erlitt  1942 einen Durchschuss seines Kiefers, der einen längeren Lazarettaufenthalt zur Folge hatte.

Nach Kriegsende zog es Heinz Liers nach Oldenburg. In der Zeit von 1946 bis 1972 arbeitete er als Kunstkritiker bei der Oldenburger  Nordwest-Zeitung. In dieser Zeit betätigte er sich zudem als Kunsterzieher in der Erwachsenenbildung und an  Schulen in Oldenburg und in Varel.

Im Zeitraum von 1949 bis etwa 1953 gab Heinz Liers zusammen mit dem Grafiker Kurt Philipsen in Oldenburg privaten Malunterricht in der Öl  - und Aquarellmalerei. Die Malgruppe, die sich um die Beiden versammelte, bestand zum Teil aus bereits gut ausgebildeten Malerinnen und Malern, die sich weiter ausbilden lassen wollten. Charlotte Mayer - Schomerus war unter anderem eine von ihnen.

Vom Treffpunkt im Drögen-Hasen-Weg aus begab sich die Gruppein die freie Natur,  um sich der Kunst zu widmen.

1953 erhielt Heinz Liers ein Stipendium „ Maler auf großer Fahrt “ der Emdener Dampferkompanie, Aktiengesellschaft Emden.

Ferner unternahm er in jenem Jahr eine Reise nach Marokko.

Im Jahre 1955 erhielt er ein Stipendium „ Maler auf  Studienfahrt“ des Kunstvereins Oldenburg. Zudem hielt er sich im Rahmen eines Studienaufenthaltes in Paris auf.

Heinz Liers war mittlerweile dem Bund Bildender KünstlerOldenburg - junge gruppe - beigetreten.

In der Zeit vom 12.2.-12.3.1967 stellte er im Oldenburger Kunstverein drei Arbeiten zusammen mit Marie-Louise Ahlhorn - Packenius, Hein Bredendiek, Alfred Bruns,Heidedore Drews, Hans-Berthold Giebel, Max Hermann, Franz Josef Kampmann, Thea Koch - Giebel , Gerhard Georg Krueger, Hans Meyerholz, Reinhard Pfennig,Gerhard Scholz, Hertha Scholz, Veronika Caspar – Schröder, Dr. Heinrich Schwarz, Karl Schwoon, Wernhera Sertürner, Anna Maria Strackerjahn, Werner Tegethof und Gerd Thelen aus.

Heinz Liers gab seinerzeit Varel als Wohnsitz an.

In der Zeit vom 13.12.1970 bis 20.1.1971 stellte er im Oldenburger Kunstverein im Kleinen Augusteum, Oldenburg, 5 Gouachearbeiten aus. Auch hier gab er als Wohnsitz Varel an.

Neben ihm stellten Marie – Louise Ahlhorn – Packenius, Hein Bredendiek, Alfred Bruns, Veronika Caspar – Schröder, Heidedore Drews, Astrid Geck, Hans Berthold Giebel, Egbert Grap, Max Hermann, Thea Koch -  Giebel, Gerhard Georg Krueger, Jan Meyerholz, Reinhard Pfennig, Gerhard Scholz, Hertha Scholz, Anna Maria Strackerjahn, Werner Tegethof und Gerd Thelen aus.

 

In der Zeit vom 20. 10. – 19.11.1974 war Heinz Liers mit 4 Gouachen auf der Ausstellung des BBK – junge guppe – im Kleinen Augusteum des Oldenburger Kunstvereins vertreten. Als Wohnanschrift gab er Berenbostel an.

Alfred Bruns, Franz Francksen, Veronika Caspar – Schröder,Hans Berthold Giebel, Dirk Heimann, Max Hermann, Thea Koch – Giebel,  Wilfried Körtzinger, Gerhard GeorgKrueger, Reinhrd Pfennig, Wolfgang Raddatz,  Manfred Räber, Udo Reimann, Hans Joachim Sach, HerthaScholz, Gerd Scholz, Karl Schwoon, Werner Tegethof, Gerd Thelen und DietrichVoigt waren ebenfalls vertreten. Neben diesen genannten Ausstellungen war HeinzLiers auf weiteren Ausstellungen vertreten.

1952 stellte er in der Galerie Klose- Trenk in Oldenburgaus.

1959 zeigte er in der Galerie Wendtorf in Oldenburg „ NeueArbeiten“.

1961 zeigte Hinz Liers und Hansen – Bahia Arbeiten imKunstverein Wilhelmshaven.

1963 zeigte Liers Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen in derGalerie Wendtorf in Oldenburg.

1965 folgte eine Ausstellung im Rathaus am Delft in Emden.

1973 zeigte Liers Bildfolgen in der Galerie 15 in derSezession Graz.

1975 stellte Liers in der „ Gruppe Grün „ in Bremen au.

1980 wurden neue Arbeiten von Hinz Liers in der Galerie Lutzin Stuttgart gezeigt.

1985 wurden neue Arbeiten in Bergkelter in Murr/Murrgezeigt.

Es handelt sich bei der Aufzählung um Einzelausstellungen.

An folgenden Ausstellungen beteiligte sich der Maler:

1929 Kunstakademie Königsberg, Ostpreußen.

1930 Haus der Juryfreien, Berlin.

1941 Allenstein, Ostpreußen.

1955 Foyer der Oldenburger Schlossbühne.

1957 Kunsthalle Wilhelmshaven, Herbstausstellung des BBKOldenburg

1958 BBK – junge gruppe – Kunstverein Oldenburg

1960 Galerie Wendtorf Oldenburg, Vier Maler aus Nordwest imStadttheater.

1968 Neue Arbeiten Oldenburger Künstler , Oldenburg

1970 BBK – junge gruppe – im Kleinen Augusteum, Oldenburg

1974 Stuttgart, „ der Konstruktivismus und seine Nachfolgein Beispielen aus dem Bestand der Staatsgalerie und ihrer Grafischen Sammlung.

1980 Stuttgart, „ Fächer“ in der Galerie Lutz.

1982 Staatsgalerie Stuttgart, „ Die Handzeichnungen derGegenwart II“, in der Grafischen Sammlung in der Staatsgalerie Stuttgart.

1982/83 „ Kunstakademie Königsberg 1845 – 1945 in: Duisburg,Regensburg, Konstanz, Schloss Ellingen, Ravensburg.

Seit 1972 war Heinz Liers als Maler und Grafiker tätig.

In den Jahren von 1972 bis 1977 verlegte er seinen Wohnsitznach Hannover, 1977 bis 1983 nach Denkendorf/Esslingen und von 1983 bis 1985nach Ludwigsburg.

Dort starb Heinz Liers am 9.9.1985.

 

Ihm zu Ehren zeigte das Forum am Schloßpark Ludwigsburg inder Zeit vom 8.7. – 7.8.1988 und das Stadtmuseum Oldenburg in der Zeit vom18.12.1988 bis 29.1.1989 Arbeiten des verstorbenen Künstlers in einer ArtRetrospektive. Der Titel der Ausstellung lautete: Heinz Liers – Werke von 1943bis 1985.

 

 

 Quellenangaben :

1.     AusstellungskatalogHeinz Liers zur Ausstellung  desMalers am 8.7.1988 in Ludwigsburg, herausgegeben von Professor Dr. GuntherThiem

 

2.     Ausstellungskatalogedes BBK Oldenburg aus den Jahren 1967, 1971 und 1974

 

3.     Biografieder Malerin Charlotte Mayer-Schomerus, veröffentlicht in der NWZ Oldenburg,erstellt von Jürgen Derschewsky

 

4.     Katalog( Flyer) zur 1. Herbstausstellung des BBK, Gruppe Oldenburg im Oktober 1957

 


 

Jan Linnemann

 

 

Jan Linnemann wurde am 1. Dezember 1894 als Sohn eines Zimmermeisters  in Falkenberg geboren. Er wuchs im Hasbruch auf und lernte nach der Schulzeit das Malerhandwerk in Wildeshausen. Zunächst war er als Geselle tätig, dann auch als Geschäftsführer in verschiedenen Städten.Beim Ausbruch des ersten Weltkrieges  kämpfte er an der Ost – und Westfront. Er führte  ab dem Jahre 1917 die Kartenabteilung eines Divisionsstabes. Nach dem Kriege besuchte er die Hamburger und die Bremer Kunstgewerbeschule. 1922 wurde er als Lehrer und Leiter an das Werkhaus in Oldenburg berufen. Linnemanns spezialisierte sich auf Graffitarbeiten, die er hauptsächlich in Huntlosen, Westerburg und Oldenburg ausführte.

Mosaikplatten, von Linnemann entworfen, findet man an einem Denkmal in Höllen  Dekorativen Schmuck, der von ihm entworfen wurde, erhielten Kirchen in Ganderkesee und Dötlingen , außerdem acht ostfriesische, unter anderem die Christuskirche in Leer.

Linnemann hatte die gesamte künstlerische Ausgestaltung des Delmenhorster Krankenhauses. In Delmenhorst finden sich weitere Arbeiten von der Hand Linnemanns. Der Grafiker steuerte zudem Plakate für die Oldenburger Kringelte bei.

1925 unternahm Linnemann eine Studienreise nach Amsterdam mit Wilhelm Kempin, Adolf Georg Niesmann und Paul Schütte.

Zusammen mit den Oldenburger Künstlern Adolf Georg Niesmann, Otto Naber, Richard tom Diel  Paul Schütte, Emma Ritter, Nanne Suffrian, Hanna Hohnhorst, Berta Habers, Georg Klages, Wilhelm Kempin und Anna Martens, alles Mitglieder im Oldenburger Künstlerbund, trat Linnemann  1926 in den Reichswirtschaftsverband Bildender Künstler Deutschlands ein.

Der Vorsitzender für den Gau Hannover des RVBKD war damals Carl Buchheisrer  Die Oldenburger Mitglieder wurden zunächst der Bezirksgruppe Bremen organisatorisch angegliedert. Es ist zu vermuten, dass der Eintritt Linnemanns und einiger anderer Künstler in den RVBKD seine Ursache in der schwierigen wirtschaftlichen Situation hatte, zumal sich der RVBKD zum Ziel gesetzt hatte, die wirtschaftliche Lage der Künstler zu verbessern, indem sie ihnen Vergünstigungen verschaffte.

Seit dem Jahre 1927 war Linnemann Leiter der Städtischen Malerschule in Leer.

 Quellenangaben Jan Linnemann

 

Oldenburger Hauskalender von 1933, S. 41


 

Anna List

 

Anna List wurde am 13. April 1868 in Hagen geboren. Sie lebte ab dem Jahre 1886 in Oldenburg. Laut Adressbuch aus dem Jahre 1929 ist sie dort als Malerin für die Bismarkstraße 5 verzeichnet . Sie war Gründungsmitglied des Oldenburger Kunstvereins und ab 1907 Mitglied der Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler.

 

Sie nahm an zahlreichen Ausstellungen des Oldenburger Kunstvereins teil, und zwar war sie auf der

297. KA ( 15.2.-18.3.1900) mit den Gemälden „Am Fehn“ und „Sommerabend“,

 

der 299. KA (16.11.-16.12.1900) mit den Gemälden“ Am Zwischenahner See“, „Tiberinsbäder auf Capri“ und „Auf der Punta Tragara auf Capri“,

 

auf der 300. KA(17.2.-16.3.1901) mit 6 Aquarellen “Ansicht aus Oldenburg“ und einem Aquarell „ Ansicht aus Italien “,

 

auf der 302. KA ( 17.11.-15.12.1901) mit dem Gemälde “ Herbstabend auf der Heide“,

 

 auf der 303. KA (16.2.-16.3.1902) mit dem Gemälde „ Marschweg an der Hunte“,

 

auf der 307. KA (25.2.-30.2.1903) mit dem Gemälde“Spätherbst an der oberen Hunte“,

 

auf der 309. KA (8.19.2.1904) mit 12 Aquarellen “ Motive vomHarz “, mit dem Gemälde „ Herbstwald “ am 24.-27.4.1904 anlässlich der Ausstellung zur Feier des 100jährigen Bestehens der Großherzoglichen Gemäldesammlung zu Oldenburg,

 

 auf der 316.KA ( 18.2.-12.3.1906) mit den Gemälden „ Herbstwald “ und „ Abend im Moor “,

 

 auf der 321.KA (17.11.-15.12.1907) mit den beiden Gemälden „ Kinderbildnis “ und   „ Mühle am Moorrand “ sowie

 

auf der 320. KA ( 21.2.-21.3.1907) mit dem Aquarell  „ Wacholdergruppe “ vertreten.

 

Anna List verstarb am 27. März 1948 .

 

Quellenangaben

 

  1. Gerhard     Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, Seite 264, ISBN     3-9801191-0-6, 1986, herausgegeben von der Landessparkasse zu Oldenburg     aus Anlass des 200jährigen Jubiläums.
  2. Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843-1914, Seite 122, herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft und der Stiftung Oldenburger Kulturbesitz..
  3. Adressbuch der Stadt Oldenburg aus dem Jahre 1929.
  4. de.wikipedia.org/wiki/Künstlerkolonie_Dötlingen

 


 

Alfred ( Ulfert) Lüken

 

Alfred Lüken wurde am 28.Mai 1895 in Remels als Sohn des Lehrers Remmer Lüken geboren. Seine Kindheit verlebte er in Remels. Dort besuchte er auch die Volksschule.

Nach Beendigung der Schule begann er eine Ausbildung zum Lehramt auf der Präparandenanstalt in Aurich.

Nach einiger Zeit brach er die  Laufbahn ab, entschloss sich

Theatermaler zu werden und begab sich nach Bremen, wo ihm  von 1911 bis 1913 am dortigen Gewerbemuseum Unterricht erteilt wurde. Bis zu seiner Aufnahme an der Kunstakademie in Düsseldorf war er in diesem Beruf tätig. Er ließ sich nun mit dem Vornamen Ulfert , dem Vornamen seines Großvaters ansprechen.

Mit Beginn des Ersten Weltkrieges meldete er sich freiwillig zum

Kriegsdienst und gab deshalb das Kunststudium auf, was er ab 1919

fortsetzte.1920 ließ er sich in Remels nieder, um dort mit seinen

Freunden Otto Pankok, Hermann B. Hundt und Gerd Heinrich Wollheim eine Künstlerkolonie zu gründen. Nur ein Jahr später brach die Gruppe auseinander und ließ Ulfert Lüken in Remels zurück.1922 erhielt er eine Auftragsarbeit an der Elbe.1925 unternahm er mit Otto Pankok  eine Studienreise nach Sardinien und Capri. 1926 nahm er seinen Wohnsitz in Emden, wo er als freischaffender Künstler tätig war. 1930 heiratete er

Ella Hummel und bezogen die Klunderburg. 1936 nahm er an einer

Ausstellung auf Borkum und Norderney teil, die von der Ostfriesischen Landschaft organisiert worden war. 1937 eröffnete er in Emden eine Galerie für Ostfriesische Kunst. Als der Zweite Weltkrieg begann, wurde Ulfert Lüken zum Wehrdienst eingezogen. Bis Kriegsende versah er als Major den Dienst bei der Luftwaffe auf dem Fliegerhorst in Jever.

Nach dem Krieg ging erverschiedenen Beschäftigungen nach. Er starb am 1. September 1967 in Jever. Ulfert Lüken war Landschaftsmaler, Zeichner

und Grafiker. Ausstellungen mit seinen Arbeiten fanden nach seinem Tod in Remels und  Aurich statt.

 


 

Quelle:

Heiko Jörn -- Ein Beitrag über Alfred (Ulfert) Lüken für die

Ostfriesische Landschaft.

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden 2011, S. 166.